Rückkehr auf den Marienplatz für Sonntag geplant

Die Bayern sind angefixt: Jetzt soll das Double her

München - Jetzt soll im größten Finale Deutschlands das Double gelingen. Nach der Meisterfeier ist die Gier der Bayern nach dem Pokal extra-groß. Rummenigge weist Guardiola einen herausragenden Historienplatz zu.

Nach der ausschweifenden Meisterparty ist die Double-Lust der Münchner Rekordsieger so richtig geweckt. „Es wird wahrscheinlich für Fußball-Deutschland das Highlight sein“, sagte Karl-Heinz Rummenigge mit Blick auf das besorstehende Finalspektakel gegen Borussia Dortmund. Bei der Pfingstparty auf dem Marienplatz vor über 10 000 Fans liebäugelte der Münchner Vorstandschef schon einmal mit der raschen Rückkehr auf „Deutschlands schönsten Balkon“. Mit Meisterschale und dem DFB-Pokal wolle man es dann „richtig krachen“ lassen, kündigte Rummenigge an. Und Pep Guardiola könnte sich nach dem „großen Finale für die Fans“ auch standesgemäß verabschieden.

Bei der Feier des historischen vierten Meistertitels in Serie gaben die Bayern-Stars schonmal „Vollgas“, wie Philipp Lahm verriet. Der Kapitän blickte schon während der Balkon-Party auf Samstag voraus. „Es ist das absolute Topfinale, und wir wollen das Double holen.“

Nach dem feucht-fröhlichem Feier-Marathon, der mit Weißbierduschen im Stadion begonnen hatte und knapp 24 Stunden später vor dem rot-weißen Fahnenmeer auf dem Marienplatz endete, durften die Meisterkicker um Torschützenkönig Robert Lewandwoski am freien Montag durchschnaufen. „Wir lassen uns zuhause gut versorgen“, scherzte Vortänzer Thomas Müller in seiner Tracht. Zusammen mit Franck Ribéry und Rafinha heizte der Weltmeister den Fans am meisten ein.

So feiert der FC Bayern! Müller und Ribéry als Vorsänger

„Es ist jedes Mal ein großer Grund, wenn wir hierhin kommen“, sagte Trainer Guardiola und bedauerte auch am Rathaus noch einmal das dreimalige Scheitern in Europa. „Dieser Verein verdient, das Finale der Champions League zu spielen. Tief in meinem Herzen hoffe ich, Carlo kann es in seiner Periode schaffen“, sagte Guardiola mit Blick auf seinen Nachfolger. Am 11. Juli nimmt Carlo Ancelotti das Training mit dem 26-maligen deutschen Meister auf.

Guardiola klang auf dem Balkon nach seinem letzten Spiel in München, einem 3:1 gegen Hannover 96, fast etwas wehmütig. Seine Kinder seien schon „ein bisschen traurig“. Er selbst werde nach dem Umzug nach England vielleicht zum Oktoberfest oder zu einer anderen Gelegenheit zurückkommen. „Ich liebe diese Stadt“, gestand Guardiola am BR-Mikro.

Den Fans auf dem Marienplatz rief er diese Worte nicht zu. „Ich habe immer gedacht, ein Trainer spricht durch seine Mannschaft, durch seine Spielweise. Das andere sind nur Worte“, beschrieb es der zu Manchester City weiterziehende Katalane. Während sein Vorgänger Jupp Heynckes 2013 mit lautstarken „Jupp, Jupp, Jupp“-Rufen verabschiedet wurde, ließ der Anhang ihn beim Adiós nicht hochleben.

Auch ohne die Krone Europas, die Guardiola mit dem FC Barcelona zweimal gewinnen konnte, wird der 45-Jährige ein spezieller Trainer in der Bayern-Historie sein. „Ich habe noch nie einen Trainer beim FC Bayern München erlebt mit dieser Intensität, mit dieser Qualität, wie jemand eine Mannschaft gecoacht hat“, rühmte Rummenigge den Spanier. „Du wirst immer, das kann ich dir versprechen, ein großer Freund des FC Bayern bleiben. Vielen Dank, lieber Pep.“

Rummenigge bedankte sich auch bei der „tollen Mannschaft“. Als er 1974 in die Elf um Franz Beckenbauer, Sepp Maier und Gerd Müller gekommen sei, sei diese oftmals nicht mehr hungrig gewesen, sagte der Vorstandschef. „Es ist kein Zufall, dass unsere jetzige Mannschaft immer weiter marschiert“, sagte Rummenigge. Mit erstmals vier aufeinanderfolgenden Championanten toppten Lahm & Co. auch die Titel-Hattricks der Beckenbauer-Ära oder der Oliver-Kahn-Zeit.

Am Ende waren es wieder üppige zehn Punkte Vorsprung auf Rivale Dortmund, wie Rummenigge stolz vorrechnete. Diese erdrückende Dominanz ist den Münchnern ziemlich egal. „Das kann nicht eine Frage sein, die der FC Bayern beantworten muss. Soll der FC Bayern schlechter arbeiten oder schlechter spielen, damit es in der Liga spannend bleibt“, fragte Ex-Präsident Uli Hoeneß rhetorisch.

Im Meistertrubel erinnerte Rummenigge allerdings auch an die drei zweiten Plätze aus dem Jahr 2012. Damals wurde Dortmund Meister, auch beim 2:5 im Pokalendspiel gegen den BVB bekamen die Bayern „ziemlich einen auf die Mütze“, wie Rummenigge erinnerte. So etwas soll sich beim endgültigen Guardiola-Abschied auf keinen Fall wiederholen.

dpa

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