Brasilianer über Ancelotti und Kollegen

Rafinha im tz-Interview: Bei nächster Meisterfeier singt er italienisch

+
Will mit dem FC Bayern ganz oben ankommen: Rafinha hat sich beim Rekordmeister längst als Backup der Stars bewährt.

München - Rafinha ist beim FC Bayern mehr als ein Spieler. Bei Feiern wird der Brasilianer zum Entertainer. Entsprechend launig präsentiert er sich auch im Interview.

Rafinha ist beim FCB dafür bekannt, Samba im Blut zu haben. Aber Carlo Ancelotti zu einem seiner berühmten Samba-Abende einladen? Das kann sich der Brasilianer nicht vorstellen, wie er im tz-Interview verrät:

Rafinha, 6:0 gegen Bremen! Einen besseren Saisonstart hätte es wohl nicht geben können?

Rafinha: Wenn das erste Spiel gleich mit so einem Ergebnis endet, ist das super! Trotzdem können wir uns noch steigern. Es war aber schon mal ein guter Anfang.

Es wird viel über den Unterschied zwischen Carlo Ancelotti und Pep Guardiola gesprochen...

Rafinha: Ich hatte mit Pep Guardiola eine schöne Zeit und habe viel von ihm gelernt. Er war ein toller Trainer! Carlo hat mehr Erfahrung, im Training haben wir auch viel Spaß. Für mich sind beide super Trainer!

Hat er sich schon mal einen Scherz mit Ihnen erlaubt? Dafür ist er ja bekannt.

Showman Rafinha.

Rafinha: Nein! Wir haben zwar alle ein gutes Verhältnis zum Trainer, aber er ist ganz klar unser Chef! Auf dem Platz müssen wir Gas geben und uns konzentrieren. Nach dem Training haben wir untereinander dann schon wieder Spaß in der Kabine - auch mit dem Trainer.

Ancelotti betont stets, dass ihm der Mannschaftsgeist am wichtigsten ist. Wie versucht er, den Teamspirit zu stärken?

Rafinha: Unser Mannschaftsgeist war schon immer gut. Das war unter Jupp (Heynckes, Anm. d. Red.) und Pep nicht anders. Viele von uns spielen ja schon seit vielen Jahren beim FC Bayern zusammen.

Aber die Spieler sitzen jetzt nach dem Training gemeinsam beim Mittagessen...

Rafinha: Ich finde, das ist eine gute Sache und kannte es auch schon aus meiner Zeit in Genua. Was allerdings Gemeinsamkeit beim Essen bedeutet, definieren die Trainer unterschiedlich. Louis van Gaal zum Beispiel soll sehr auf Disziplin beim gemeinsamen Essen geachtet haben, aber das habe ich nur gehört. Da war ich ja noch nicht beim FC Bayern.

Ancelotti ist Südländer. Könnten Sie sich vorstellen, ihn zu einem Ihrer berühmten Samba-Abende einzuladen?

Rafinha: Nein, nein! Meinen Samba mach ich mit meinen Jungs aus Brasilien. Da passt der Trainer nicht so dazu (lacht).

Glauben Sie, dass er Samba-Talent hätte?

Rafinha: Gute Frage (lacht). Er ist Italiener, darum glaube ich, dass Samba nicht so zu ihm passt. Ich könnte mir vorstellen, dass er eher Andrea Bocelli und solche Sachen mag.

Also singen Sie bei der nächsten Meisterfeier anstatt "No women no cry" ein Lied von Andrea Bocelli mit Carlo Ancelotti im Duett?

Rafinha: Wenn wir die fünfte Meisterschaft in Folge holen, dann singe ich alles mit Carlo - egal ob italienisch, deutsch, portugiesisch oder spanisch. Dafür müssen wir aber hart arbeiten. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

Haben die Spieler noch größere Erwartungen, mit Carlo Ancelotti die Champions League zu gewinnen? Er hat ihn ja bereits mit zwei Teams gewonnen.

Rafinha: Es ist gut, einen Trainer zu haben, der weiß, wie man diesen Titel gewinnt! Pep hat ihn auch schon mit Barcelona gewonnen und wir waren in den letzten Jahren immer nah dran. Die Champions League ist ein sehr schwieriger Wettbewerb. Wir haben den Titel 2013 gewonnen und natürlich hoffe ich, dass wir das noch mal schaffen.

Kümmern Sie sich um Renato Sanches genau so viel wie um Douglas Costa, als er vor einem Jahr gewechselt ist?

Rafinha mit tz-Redakteur Manuel Bonke.

Rafinha: Er wohnt immer noch im Hotel und ist viel unterwegs, um ein Haus zu finden. Deswegen habe ich ihm noch nicht so viel von der Stadt zeigen können. Aber er sitzt in der Kabine neben mir und es ist für mich selbstverständlich, dass ich ihm helfe, sich hier einzugewöhnen. Er ist ein super Junge, hat viel Power in seinem Spiel und eine große Karriere vor sich!

Joshua Kimmich ist auch noch sehr jung. Bei der EM hat er als rechter Verteidiger gespielt. Wie hat er Ihnen gefallen?

Rafinha: Super! Ich mag ihn sehr. Er ist ein junger Spieler, der immer auf die älteren Spieler hört. Für mich ist er ein Mittelfeldspieler. Ich habe beim ersten Training gleich mit ihm gescherzt und gesagt, er soll aufhören, rechts hinten zu spielen, weil wir bei Bayern schon zwei Rechtsverteidiger haben (lacht).

Waren Sie traurig, als Carlo Ancelotti kurz nach seinem Dienstantritt in München gesagt hat, dass er Philipp Lahm als Rechtsverteidiger sieht?

Rafinha: Nein, wieso?

Weil er dann nicht mehr im Mittelfeld spielt und der Platz als Rechtsverteidiger vergeben ist...

Rafinha: Philipp Lahm ist der beste Rechtsverteidiger der Welt! Trotzdem habe ich jede Saison mehr als 25 Spiele gemacht. Ich bin diese Situation gewohnt und denke immer positiv. Wenn der Trainer mich braucht, bin ich da! Ich muss doch stolz sein, hier spielen zu dürfen.

Ihr Freund Dante hat den FCB 2015 verlassen und ist jetzt nach Nizza gewechselt. Wie geht es ihm?

Rafinha: Er fühlt sich sehr wohl und das freut mich - Dante ist wie ein Bruder. Das T-Shirt, das ich trage, war ein Geschenk von ihm.

Ihr Vertrag läuft nächsten Sommer aus. Wäre Nizza keine Option oder wollen Sie lieber bleiben?

Rafinha: Ich bin ein Typ, der sich zu 100 Prozent auf seine Aufgabe konzentriert und die ist momentan in München. Darum mag ich solche Vorhersagen nicht. Ich genieße meine Zeit und lebe den Moment beim FC Bayern!

WhatsApp-News zum FC Bayern gratis aufs Handy: tz.de bietet einen besonderen Service für FCB-Fans an. Sie bekommen regelmäßig die neuesten Nachrichten zu den Roten direkt per WhatsApp auf Ihr Smartphone. Und das kostenlos: Hier anmelden!

Interview: Manuel Bonke

Mehr zum Thema:

auch interessant

Meistgelesen

FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
Das sagt Lewandowski über seine neue Freistoß-Gabe
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern
So endete 1. FSV Mainz 05 gegen FC Bayern
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher
Baby-News überraschte FCB-Stars - Müller sorgt für Lacher

Kommentare