Stadtrivale hat's vorgemacht

FCB goes USA - die Roten eifern den Löwen nach

+
Auf geht's in die USA: Die Bayern-Profis warten am Flughafen auf ihre Abreise.

München - In den kommenden Tagen bereitet sich der FC Bayern in den USA auf die neue Saison vor. Damit eifern der Rekordmeister den Löwen nach.

Tische nach unten klappen, Sitze in aufrechte Position bringen, Gurte schließen und dann nichts wie los! FCB goes USA. Am Montag startet der elftägige Marketingtrip der Roten in die Staaten. Chicago, Charlotte und zu guter Letzt New York City, so sieht die diesjährige Tour im Dienste der Münchner Internationalisierung aus. Was die Herren in der feinen Business Class aber nicht wissen dürften: Der Löwe ist den Bayern ausnahmsweise voraus. Jahrzehnte, um genau zu sein, die Blauen waren nämlich schon 1960 in den Staaten.

Anders als die Bayern heute überquerten die Sechzger den großen Teich damals nicht im Sinne von Merchandising und Social-Media-Strategien, sondern wegen "der Hundertjahrfeier unseres Vereins", wie Meisterlöwe Fredi Heiß (75) zurtz sagte: "Und eine deutsche Zeitung in New York hat die Reise ebenfalls mitorganisiert. Ein herrliches Erlebnis."

Vor allem herrlich anders als heutzutage. Denn wo die stylischen Alabas & Ribérys heuer mit Anzug, Sonnenbrille und zu großen Kopfhörern in die Maschine steigen, trugen die Blauen am Riemer Airport damals noch Hüte mit Gamsbart und bekamen von sportlich leger gekleideten Mädchen bei der Ankunft direkt am Rollfeld eine Ladung bunter Blumen in die Hände gedrückt. Schee, dass wieder da seits!

Löwen schlagen ManUnited mit 4:2

Die Löwen in den USA.

Sportlich war natürlich auch was geboten. Was heute nach zu viel Hochprozentigem im Löwenstüberl klingt, war zu dieser Zeit strahlende Realität. Mit 4:2 putzten die Blauen am 17. Mai in New York Manchester United, Feigenspan (2), Kölbl und Pfanzelt sorgten damals für die Tore. Im Rahmen des Trips traten die Löwen aber auch gegen die angehenden Elitesoldaten der berühmten Kadettenschule von Westpoint an, die mit dem runden Leder anscheinend noch nicht allzu viel am Hut hatten.

"Wir sind am Boden gelegen und haben uns gekugelt vor Lachen", so der mittlerweile verstorbene Manni Wagner zum Kick: "Diese Modellathleten hätten uns sicherlich in jeder anderen Sportart besiegt, aber vom Fußball hatten sie überhaupt keine Ahnung. Unglaublich, wie die sich angestellt haben. Nach einer halben Stunde stand's glaube ich 9:0 für uns, und dann haben wir aufgehört."

Der Legende zufolge sollen die footballaffinen Yankees auch mehr gejubelt haben, wenn der Ball über, und nicht ins Tor ging (Field Goal!). "Wir haben zum Teil auch auf Baseballfeldern mit falschen Einzeichnungen gespielt", so Heiß, "dann haben sie einfach provisorisch einen Sechzehner hingemalt. Die Amis haben uns aber toll empfangen. Ich erinnere mich da noch an einen Empfang an der Deutschen Straße in New York, heute müsste das die 86. sein. Ich glaube, ich habe in all meinen Jahren in München noch nie so viele Schuhplattler gesehen wie an diesem Tag. Überall Lederhosn, überall Haferlschuhe - der Wahnsinn!" Have fun, Bayern!

José Carlos Menzel López

auch interessant

Meistgelesen

Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage
RB Leipzig? Hoeneß sendet Kampfansage
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?
Schimmel-Streit: Bayern-Star beim Hauskauf belogen?

Kommentare