Spannender als die Meisterschaft?

Lewandowski vs. Aubameyang - Wer wird Torschützenkönig

+
Duell der Torjäger: Robert Lewandowski (l.) und Pierre-Emerick Aubameyang liefern sich ein Fernduell um die Torjägerkanone.

München - Pierre-Emerick Aubameyang oder Robert Lewandowski? Das Duell um die Torjägerkanone verspricht womöglich mehr Spannung als der Kampf um die Meisterschaft.

Pierre-Emerick Aubameyang hat weitere Großtaten angekündigt. „Ich bin eigentlich immer in der Rückrunde stärker als in der Hinrunde“, sagte Afrikas Fußballer des Jahres zuletzt der Sport Bild - und wenn dem so ist, dann wäre der Kampf um die Torjägerkanone vielleicht nicht so spannend wie erhofft. Aber nur vielleicht, denn allein die Erinnerung an Robert Lewandowskis 539 Sekunden für die Ewigkeit reicht als Gegenargument.

18 zu 15 steht es für Aubameyang vor dem Auftakt in die zweite Saisonhälfte der Bundesliga, doch der Stürmer von Borussia Dortmund hatte beispielsweise bislang 175 Spielminuten mehr Zeit für seine Treffer. Und seit dem furiosen Fünferpack im vergangenen September gegen den VfL Wolfsburg ist bekannt, was Lewandowski theoretisch schon in neun Minuten bewirken kann, zumal der Pole bisher generell häufiger zum Abschluss kam als sein Konkurrent. „Ich bin in keinem Bereich perfekt. Meinen Torschuss kann ich noch verbessern“, sagte er dazu.

Gleichwohl schiebt Bayern Münchens Torjäger, der seinen früheren Kollegen als „sehr effektiv“ lobte, persönliche Ambitionen recht emotionslos beiseite. „Ich denke im Moment nicht über den Torschützenkönig nach. Wenn ich in den letzten Spielen noch eine Chance habe, dann kann ich vielleicht daran denken“, sagte Lewandowski am Mittwoch. Sein Interesse gelte in erster Linie dem mannschaftlichen Erfolg: „Natürlich will ich Tore schießen, aber vor allem Titel feiern.“

Dortmunder stichelt gegen Bayern

Aubameyang glaubt, dass es zumindest in der Bundesliga nicht dazu kommt. Der FC Bayern werde nicht Meister, sagte er, und die Aussicht auf einen persönlichen Titel stachelt ihn zusätzlich an. „Ich setze mir kein Limit“, sagte Aubameyang in Bezug auf eine bestimmte Toranzahl. Doch selbst wenn der Gabuner sogar die 30er Marke knacken sollte, Gerd Müllers Fabelrekord aus der Saison 1971/72 dürfte unerreichbar bleiben: „Ich weiß, dass er 40 Tore geschafft hat, das ist unglaublich.“

Für den BVB ist vor allem wichtig, dass sich Aubameyang „nicht von all dem Lob beeinflussen lässt, sondern in der Rückrunde zeigt, dass er einer der besten Stürmer in Europa ist“, wie es Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke einfordert. Von Lewandowski will sich Aubameyang dafür durchaus etwas abschauen. „Für mich ist er zumindest momentan der beste Stürmer der Welt“, sagte der 26-Jährige voller Respekt, „er ist einfach komplett.“

Lewandowski freute sich über dieses Lob, dass aber der BVB die Bayern noch abfängt, sieht er naturgemäß anders. „Pierre denkt immer positiv, manchmal zu positiv“, sagte er schmunzelnd: „Wir machen alles, um Erster zu werden.“ Und die Torjägertrophäe würde er Aubameyang dann gewiss auch gerne noch entreißen.

sid

auch interessant

Meistgelesen

Boateng verpasst eigenen Stürmern einen Denkzettel
Boateng verpasst eigenen Stürmern einen Denkzettel
Gründe für Bayern-Pleite: "Ideenlos, zu wenig Einsatz"
Gründe für Bayern-Pleite: "Ideenlos, zu wenig Einsatz"
FC Bayern missglückt Revanche bei Atlético
FC Bayern missglückt Revanche bei Atlético
Hoeneß bewundert Lahm: "Parallelen zu meinen Anfängen"
Hoeneß bewundert Lahm: "Parallelen zu meinen Anfängen"

Kommentare