Ex-Star spricht über Premier League

Bayern-Rückkehr? Ballacks Rat an Schweinsteiger

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Michael Ballack.

München - Kaum ein deutscher Spieler war in der Premier League erfolgreicher als Michael Ballack. Nun spricht er über die Schweinsteiger-Situation bei Manchester United, Mourinho, Guardiola und Klopp.

Er wurde englischer Meister und Pokalsieger mit dem FC Chelsea, scheiterte im Champions-League-Finale erst im Elfmeterschießen an Manchester United: Michael Ballack prägte zwischen 2006 und 2010 den FC Chelsea mit. Der Trainer damals war Jose Mourinho. Derjenige also, der Bastian Schweinsteiger bei ManU in die zweite Mannschaft degradiert hat. Bei Omnisport sagt der 39-jährige Ballack über Mourinho: "Er ist einzigartig. Meine Zeit mit ihm bei Chelsea war unglaublich, jeder spielte für ihn. Es war eine sehr gute Gemeinschaft - das hat Spaß gemacht."

Den Umgang mit Schweinsteiger findet Ballack aber dennoch nicht in Ordnung: "Schweinsteiger hat diese Entscheidung nicht verdient, aber wenn man im Ausland spielt, dann muss man mit solchen Situationen umgehen können. Das ist hart, aber die Realität. Wenn dir ein Trainer so eine Entscheidung mitteilt, musst du das akzeptieren und direkt analysieren, um keine Zeit zu verlieren. Wenn in diesem Team kein Platz für ihn ist, muss er eine Entscheidung treffen." Doch Schweinsteiger steht nach wie vor ohne neuen Verein da. "Er ist zu gut, um in der zweiten Mannschaft zu spielen", sagt Ballack. 

Ballack: "Mourinho hat sich verändert"

Zu einer Rückkehr Schweinsteigers an die alte Wirkungsstätte sagt der einstige England Legionär gegenüber Omnisport: "Bayern ist ein Verein, bei dem er immer willkommen ist. Als Spieler ist die Sinnhaftigkeit einer Rückkehr aber fraglich, weil ich nicht denke, dass Bayern eine schwächere Mannschaft hat als United. Er hat in Europa aber viele gute Möglichkeiten und die Klasse, vielen Mannschaften zu helfen. Ich wünsche ihm jedenfalls ein besseres Karriereende, als wonach es im Moment aussieht."

Ballack findet auch, dass Mourinho sich verändert habe. Er wünscht sich den alten Lehrmeister zurück. Es scheine so, als ob Mourinho bei seiner zweiten Amtszeit bei Chelsea nicht der gleiche Trainer gewesen wäre. "Ich weiß nicht warum, aber er ist jetzt ruhiger. Ich würde bei United gerne den 'alten Mourinho' wiedersehen: Den Mourinho, der sich - in einer fairen Art und Weise - mit anderen Trainern duelliert und die eigenen Spieler an Leistungsgrenzen pusht. Das ist seine große Stärke."

Als Gesicht des Teams sieht er den 105-Millionen-Einkauf Paul Pogba. "Es ist lächerlich viel Geld, aber man wird nicht zum besten Spieler der Welt, nur weil man viel kostet. Im Moment zählt er nicht zu den besten Spielern der Welt, aber er kann diesen Schritt noch gehen. Wichtig ist, dass Pogba diese Summe aus dem Kopf bekommt, damit er seinen Weg weitergehen kann. Seine Entwicklung ist noch längst nicht abgeschlossen."

"Guardiola ist fanatisch, Klopp hat sich akklimatisiert"

Die Premier League hat in diesem Jahr die ganz großen Trainer. Neben Mourinho bei United auch noch Jürgen Klopp in Liverpool und Guardiola bei Manchester City. Zu Letztgenanntem sagt Ballack dem Medium: "Guardiola ist sehr fanatisch in der Art und Weise, wie seine Mannschaften spielen sollen. Ihm geht es nicht darum, sofort zu treffen, sondern das Spiel zu dominieren. Ihm ist es wichtig, dass seine Spieler auf dem Platz perfekt positioniert sind. Er liebt seinen Job, man kann seine Leidenschaft sehen." Dennoch sieht Ballack die Saison nicht als Selbstläufer. "City ist eine große Herausforderung, ein großes Projekt für ihn. Es wird in den nächsten zwei, drei, vier Jahren eine harte Aufgabe für Guardiola, ein funktionierendes Team zu bilden. Deshalb sollte man zu Beginn nicht zu viel von ihm erwarten."

Der ehemalige Kapitän der DFB-Auswahl schwärmt aber nicht nur für Mourinho und Guardiola, auch Klopp hat es ihm angetan: "Er hat sich nun akklimatisiert und die Spieler, den Klub und das Umfeld besser kennengelernt. Das hat Zeit gebraucht. Ich denke, wir werden in dieser Saison ein besseres Liverpool sehen als in der vergangenen."

mke

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