USA-Reise der Bayern

Rummenigge an der Wall Street: Börsengang? Nein danke!

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Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge ist im Rahmen der USA-Reise auf Stippvisite an der Wall Street.

München - Der FC Bayern München ist im Rahmen der USA-Reise auf Stippvisite an der Wall Street. Klubboss Rummenigge schließt einen Gang an die Börse aber aus.

Auf diesem Podium haben schon Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika die berühmte Glocke geläutet, auch VIPs wie die Hollywood-Stars Michael Douglas und Jessica Simpson, der Olympiagewinner Michael Phelps oder die Sängerin Ashanti. Gestern eröffnete nun Karl-Heinz Rummenigge den Börsenhandel auf dem gesamten Globus, er betätigte an der New Yorker Wall Street den grünen Knopf, der die Spekulationsgeschäfte täglich einleitet.

Zehn Sekunden lang unter anhaltendem Applaus der Szene klingelte die Glocke, dann war der historische Akt vollbracht. Ihm sei im Vorfeld alles gut erklärt worden, erzählte der Vorstandschef des FC Bayern, als die fünf Minuten auf dem Podium vorüber waren. „Dieser Balkon ist schon ein bisschen berühmter als der bei uns am Marienplatz“, sagte Rummenigge, „das war vielleicht ein schönes Zeichen, dass wir eine gute Saison spielen werden.“

Rummenigge: Börsengang  mit den Fans des FC Bayern nicht zu machen

Der Bayern-Boss, der wie seine Vorstandskollegen und die Delegation der Gastgeber einen rot-weißen Klubschal trug, stellte bei der Gelegenheit auch klar, dass es sich bei der Aktion lediglich um einen symbolischen Akt gehandelt habe. Der Chef der New Yorker Börse hatte ihn darauf angesprochen, ob der deutsche Rekordmeister nicht doch auch endlich mal an die Börse gehen wolle, er erhielt aber eine Absage: Das sei mit den Fans nicht zu machen, erklärte ihm Rummenigge, „das ist nicht möglich. Das war hier heute ein schönes Erlebnis, aber das bedeutet nicht, dass wir jetzt börsengelistet werden müssen.“

Es war aber schon spektakulär, einmal das Pulsieren der weltweiten Finanzmärkte mitzuerleben. In der großen Halle, die überfrachtet ist mit Monitoren, Anzeigetafeln und Steuerungsdesks, herrscht auf fast groteske Art, recht unverhohlen, die Atmosphäre eines Spielcasinos. Über dem Podium, auf dem Rummenigge die Glocke betätigte, hängt überdimensional die US-Flagge, gestern leuchtete gleich auf dem Bildschirm darunter das Bayern-Klubwappen. Ein Ereignis, das man nicht alle Tage und wohl nie wieder erlebt, war der Besuch der Wall Street auch für Jerome Boateng, der am „Big Apple“ früher als die anderen EM-Teilnehmer zu seinen Kollegen gestoßen ist.

„Das war mal ein anderes Erlebnis, sehr aufregend – aber auf einem Balkon fühlt sich der FC Bayern ja immer wohl“, scherzte der Innenverteidiger, der draußen vor dem Denkmal von Ex-Präsident George Washington für einige Fotos mit Fans noch zahlreiche Stopps einlegen musste.

Die Bayern werden immer bekannter in den Staaten, tags zuvor hatten sie mit dem US-Computerspiele-Giganten EA Sports eine Partnerschaft abgeschlossen, die ihr Übriges beitragen wird. Dennoch dürfte es noch eine Weile dauern, bis die Popularität höchste Stufen erreicht. Nach dem Besuch der Börse spazierte Rummenigge jedenfalls ein paar Minuten völlig unbehelligt zur Gedenkstätte der Anschläge vom 11. September 2001. Wo einst der Südturm des World Trade Centers gestanden hatte und heute Wassermassen in einen Brunnen fließen, legte er nach einer Rede in Gedenken an die Opfer einen rot-weißen Blumenstrauß nieder.

Auch das war ein Moment, den der FC Bayern so schnell nicht wieder erleben wird. Und sicherlich sogar noch bedeutender war als das Läuten der Wallstreet-Glocke – auch wenn es sich natürlich gut liest, in einer Reihe zu stehen mit Präsidenten, Hollywood-Stars und Olympia-Helden.

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