Interview mit dem Doppelpass-Moderator

Helmer: "Ribéry und Robben sind wie Messi"

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Robben und Ribéry: Mit ihnen hat der FC Bayern das gewisse Etwas.

München - Thomas Helmer hält Ribéry und Robben beim FC Bayern für ähnlich wichtig wie Messi beim spanischen FCB. Das tz-Interview über den HSV, den FC Bayern und Ancelotti.

Herr Helmer, vergangenen Sonntag mussten Sie die Themen im Doppelpass umschmeißen, weil Werder-Coach Viktor Skripnik während der Sendung entlassen wurde. Diese Woche könnte so ein Szenario wieder eintreffen...

Thomas Helmer: Sie spielen sicher auf den HSV an. Der Druck auf Bruno Labbadia ist schon riesengroß. Ich halte diese Situation nicht für ausgeschlossen – vor allem, weil der HSV sportlich ja eigentlich keine Chance hat gegen den FC Bayern. Auf der anderen Seite erwartet jetzt auch keiner etwas. Ich glaube aber, dass es sehr, sehr schwer wird für den HSV. Und die Geduld der Fans scheint allmählich auch überstrapaziert.

Bei uns im Live-Ticker können Sie das Gastspiel des FC Bayern beim HSV mit verfolgen.

Dabei war Labbadia 2015 noch „Hamburger des Jahres“…

Zu Recht auch. Er hat die Mannschaft damals vor dem Abstieg gerettet, das darf man nicht vergessen. 2016 sind die Ergebnisse allerdings nicht so gut für ihn. Aber nicht nur die fehlen, auch die Weiterentwicklung würde man in Hamburg gerne schneller vorangehen sehen.

Eine ziemlich schnelle Entwicklung zeigt der BVB mit seiner neuen Truppe – überrascht Sie das?

Thomas Helmer.

Die Dortmunder haben drei Leistungsträger verloren, das ist ja kein Geheimnis mehr. Und den wichtigsten an den ärgsten Konkurrenten. Jetzt haben sie eine sehr junge Mannschaft, die ziemlich entwicklungsfähig ist. Gerade in der Offensive hat die Borussia ihr Potenzial ja schon unter Beweis gestellt. Die Frage für mich ist, ob sie die Stabilität in der Defensive finden. Oder besser gesagt, wie schnell sie die finden. Ich glaube, dass der BVB eine sehr gute Rolle spielen wird.

Kann der BVB schon die Konstanz des FC Bayern erreichen?

In der vergangenen Spielzeit hatte Dortmund eine super Punkteausbeute, die in vielen Jahren zur Meisterschaft gereicht hätte. Das zeigt die gute Arbeit von Thomas Tuchel. Und ich bin sicher, dass die Mannschaft in dieser Saison da anknüpfen wird. Dazu ist der Kader jetzt noch breiter besetzt als im Vorjahr und in den ersten Spielen hat man keinen großen Leistungsabfall gesehen, als die zweite Garde gespielt hat. Und ein Marco Reus fehlt immer noch.

Bei den Bayern sind jetzt wieder alle fit. Wie wichtig Ribéry und Robben immer noch sind, hat man gegen die Hertha gesehen.

Wenn die beiden irgendwann nicht mehr da sind, wird das den Bayern ganz schön wehtun. Im Dribbling, im Eins-gegen-Eins, da haben Robben und Ribéry einfach unglaubliche Qualitäten. So viele herausragende Spieler wie die beiden gibt es nicht. Mit einer Aktion können sie ein Spiel entscheiden.

Ihre Co-Produktion hat den FCB 2013 auch zum Champions-League-Sieger gemacht. Kann dieser Triumph nur wiederholt werden, wenn beide verletzungsfrei bleiben?

Zumindest ist er stark von ihnen abhängig. Man darf nicht vergessen, wie es bei anderen Vereinen ist. Wenn Barcelona ohne Lionel Messi antritt, hat man auch das Gefühl, dass da eher etwas möglich ist. Robben und Ribéry sind wie Messi. Sie haben international einen großen Namen und flößen dem Gegner Respekt ein. Vor allem wenn sie zusammen auf dem Platz stehen. Man kann ein ganzes Spiel lang nicht auf beiden Seiten so stark verteidigen, um beide komplett kaltzustellen.

Und in der Mitte wartet noch Robert Lewandowski.

Der hat für mich mit Manuel Neuer an den ersten Spieltagen den Unterschied zu den anderen Vereinen ausgemacht. Vor allem dank diesen beiden steht der FC Bayern jetzt mit vier Siegen aus vier Spielen da.

Wäre es für die Konkurrenz der endgültige K.o., wenn Lewandowski seinen Vertrag jetzt auch noch bis 2021 verlängert?

Es ist ja normal, dass die Bayern alles daransetzen, ihn über 2019 hinaus zu halten. Das würde ich nicht anders machen. Ganz nebenbei ist dieser Kerl nie verletzt, das ist phänomenal. Für die Konkurrenten wird es sicher nicht einfacher, wenn Lewandowski noch lange für die Bayern auf Torejagd geht.

Und wie lange dauert es noch, bis wir Carlo Ancelotti im Doppelpass sehen?

Das ist eine gute Frage (lacht). Persönlich habe ich ihn leider noch nicht kennengelernt, wir hatten noch keinen Kontakt. Aber wir arbeiten dran.

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