Mehr als Muskelbündelriss - Saison-Aus droht

tz erfuhr: Boateng zog sich weitere Verletzung zu

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Bittere Nachricht für den FCB: Jerome Boateng fällt lange aus.

München - Die Hiobsbotschaften um Jerome Boateng reißen nicht ab: Nach tz-Informationen hat sich der Bayern-Verteidiger neben einem Muskelbündelriss noch eine weitere Verletzung zugezogen.

Wochenlang hatten sie auf den Rückrundenstart hingearbeitet, am Ende wurde es für die Bayern ein Abend zum Vergessen. Monatelang müssen sie nun auf Jerome Boateng verzichten – Muskelbündelriss und Adduktorenabriss lautet die Diagnose. Der Ausfall des Abwehrchefs ist mehr als nur ein Schock für den FC Bayern und ein riesiger Rückschlag im Kampf um Europas Thron. War’s das etwa schon mit dem Triple?

„Wir haben ein Problem“, hatte Pep Guardiola bereits am Freitagabend festgestellt, als eine genaue Diagnose bei Boateng noch ausstand. Die folgte am Samstag und war so ernüchternd, dass die Münchner sie am liebsten unter den Tisch gekehrt hätten. Die Rede war lediglich von „einer Muskelverletzung im linken Adduktorenbereich“, verbunden mit einer „längeren Pause“. Konkreter wurde am Abend die Sport Bild, die einen Muskelbündelriss enthüllte und die Ausfallzeit des Abwehrturms genauer definierte.

tz erfuhr: Boateng zog sich auch noch Adduktorenabriss zu

Am Sonntag erfuhr die tz, dass sich der 27-Jährige auch noch einen Adduktorenabriss zugezogen hat. Drei Monate Pause – mindestens. „Das ist ein herber Verlust für den FC Bayern. Boateng ist nicht Eins-zu-eins zu ersetzen“, sagt Lothar Matthäus der tz.

In der Tat hätte es die Roten nicht viel schlimmer treffen können, selten war die Bezeichnung eines teuer erkauften Sieges so passend wie nach dem 2:1 beim HSV. „Das ist bitter“, meinte Arjen Robben über die Verletzung seines Mitspielers und dachte dabei auch an die hohen Ziele beim FCB: „Wir brauchen jeden Spieler, um erfolgreich zu sein.“ Den einen mehr, den anderen weniger, doch Boateng ist eigentlich unverzichtbar. Der Weltmeister ist der unumstrittene Boss in der Bayern-Abwehr, mit über 70 Prozent gewonnenen Zweikämpfen auch der beste Verteidiger der Bundesliga.

Jetzt ist er aber das neueste Mitglied des inzwischen wieder beträchtlich angewachsenen Lazaretts der Bayern, das nächste mit einer Muskelverletzung . Mit seinem Ausfall klafft eine große Lücke in der FCB-Abwehr. Und das nicht nur in den nächsten Liga­partien und im Pokal-Viertelfinale in Bochum, sondern auch im CL-Achtelfinale gegen Juventus Turin. Und auf europäischer Ebene kommt Boatengs Ausfall einer Katastrophe gleich. „Gegen Juve kann das ein großes Problem werden“, glaubt auch Matthäus, „denn er strahlte die meiste Sicherheit in der Abwehr aus“. War in der vergangenen Saison das Fehlen von Robben und Ribéry nicht zu kompensieren, ist es nun die Verletzung von Boateng. Der 27-Jährige ist derzeit wohl der beste Innenverteidiger der Welt, mithalten können da vielleicht noch Sergio Ramos (Real Madrid) und Gerard Pique (FC Barcelona). Danach kommt erst mal keiner.

Bei den Bayern kommt dann Holger Badstuber, der in Hamburg den Vorzug vor Javi Martinez erhielt. Laut Pep ist sein Landsmann „noch nicht ganz gesund“, ran muss er jetzt trotzdem. Das Problem: Martinez ist ebenso wie Badstuber sehr verletzungsanfällig – ganz zu schweigen von Benatia. Der Innenverteidiger Nummer vier, derzeit ebenfalls mit einem Müskelbündelriss außer Gefecht, ist Dauerpatient bei Teamarzt Volker Braun.

Dass die Münchner noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden, ist entgegen des Berichts von Sky Sport News HD unwahrscheinlich. „Wenn, dann müsste eine Verstärkung und keine Ergänzung her“, meint Matthäus. Spieler in Boatengs Güteklasse sind aber nicht auf dem – völlig überteuerten – Markt. Wahrscheinlicher ist, dass Guardiola bei Bedarf wieder David Alaba ins Abwehrzentrum schiebt. So hatte der Spanier es bereits in der Vorsaison praktiziert.

Sven Westerschulze

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Sven Westerschulze

Sven Westerschulze

E-Mail:Sven.Westerschulze@tz.de

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