Bayern-Verteidiger lässt tief blicken

Boateng gesteht: Ich war im Kopf kaputt

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Alles eine Frage des Kopfes: Auch bei Jerome Boateng.

München - Der Abwehrmann ist eines der Gesichter der aktuellen Bayern-Generation und nun zum vierten Mal in Folge Deutscher Meister. In einer Kolumne blickt Jerome Boateng zurück auf seine Saison.

Es war Anfang Dezember des vergangenen Jahres. Jerome Boateng und der FC Bayern hatten bis dahin alle Bundesligaspiele gewonnen, mit einer Ausnahme: dem 0:0 in Frankfurt. Dann ging es nach Mönchengladbach. Eine Mannschaft, die den Münchnern in den vergangenen Jahren schon nicht lag. Jetzt hatten die Borussen unter Neu-Trainer Andre Schubert einen grandiosen Siegeszug hinter sich. Die Bayern verloren an diesem Tag mit 1:3. Die erste Bundesliga-Niederlage der Saison. Im Kicker verrät Boateng rückblickend: "Ich selbst spürte in jenem Spiel auch eine gewisse Erschöpfung, wollte schnell weg vom Fleck, kam aber nicht weg. Damals war ich vom Kopf her kaputt."

Generation um Boateng, Lahm, Müller, Neuer und Alaba heiß auf maximalen Erfolg

Leere also nach der besten Bayern-Hinrunde aller Zeiten und dem Startrekord von zehn Siegen am Stück. Viele erwarteten damals, dass Bayern diese Spielzeit ohne Niederlage übersteht. Boateng gesteht: "Mit dieser Diskussion setzt man sich auch als Spieler auseinander. Aber es ist verdammt schwierig." 

Vier Meistertitel in fünf Jahren an der Isar: Der 27-Jährige ist in München zum Weltklasse-Innenverteidiger gereift. Doch die Meisterschaft in dieser Saison ist "für mich kein Trost für das erneute Aus in der Champions League". Boateng gehört der Generation um Philipp Lahm, Manuel Neuer, David Alaba und Thomas Müller an. Der Generation also, die 2012 das dramatische "Finale Dahoam" gegen Chelsea verlor und 2013 das Triple einsackte. Mit der Meisterschale allein gibt sich dieses Team nicht mehr zufrieden, auch wenn Boateng sagt: "Routine ist das längst nicht. Dortmund war ein hartnäckiger Verfolger."

So lange laufen die Verträge der Bayern-Stars

Boateng ist ehrgeizig. Statt auf der Meistersause am vergangenen Samstag abzufeiern, bereitete er sich auf das individuelle Training am Sonntag vor. "Wir haben noch das Pokalfinale, da will ich zu hundert Prozent da sein", sagt er. Und da ist noch die Europameisterschaft im Juni, die Boateng nun nicht ganz selbstverständlich spielen wird. Denn Ende Januar zog er sich noch einen Muskelbündelriss im Adduktorenbereich zu. Boateng schob Frust: "Die ersten Wochen waren schrecklich. Ich bin ein ungeduldiger Patient, meine Stimmung war mies, weil ich meine Energie nicht rauslassen konnte."

Doch nun ist Boateng fit und für die EM im Kopf vielleicht frischer denn je.

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mke

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