Überblick über Lazarett des Rekordmeisters

FC Bayern: Welcher verletzte Spieler kommt wann zurück?

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Die Bayern-Fans machten dem erneut verletzten Holger Badstuber in Augsburg Mut.

München - Verletzungs-Pech beim FC Bayern: Ganze neun Spieler fehlen aktuell. Hier finden Sie den Lazarett-Überblick: Welcher verletzte Bayern-Star kommt wann zurück?

Der FC Bayern hat in diesem Jahr wahrlich die Seuche erwischt. Ein Spieler nach dem anderen fällt beim Rekordmeister mit einer schweren Verletzung aus. Viele Fans und Experten vermuten, dass es an der falschen Trainingssteuerung von Trainer Pep Guardiola liegt. Doch auch die medizinische Betreuung ist nicht mehr die selbe, wie unter „Wunderheiler“ Dr. Müller-Wohlfahrt. Oder ist es einfach unglaubliches Pech?

Inzwischen fehlen den Münchnern bereits acht Spieler, darunter vier Innenverteidiger. Zudem hat der Neuzugang im Defensiv-Zentrum Serdar Tasci noch gehörigen Trainingsrückstand. Wir haben alle Verletzten auf einen Blick:

Medhi Benatia, Innenverteidigung

Seit seiner Verpflichtung im Sommer 2014 laboriert der Marokkaner an der siebten Verletzung, fünf davon waren muskelbedingt. Beim letzten Gruppenspiel der Champions League in Zagreb am 9. Dezember 2015 verletzte sich Benatia zuletzt. In der Halbzeit wurde er mit einem Muskelbündelriss ausgewechselt. Mal wieder eine Muskelverletzung im Oberschenkel. Er fehlte bereits zwei Monate in dieser Saison aufgrund Probleme im selben Bereich. Inzwischen befindet sich der Kapitän der marokkanischen Nationalmannschaft wieder im Mannschaftstraining, hat allerdings noch Trainingsrückstand. Ein Kurzeinsatz gegen Darmstadt ist möglich, aber eher unwahrscheinlich. 

Mario Götze, offensives Mittelfeld

Wegen eines Muskelfaserriss im Adduktorenbereich hat Mario Götze mehr als die halbe Hinrunde verpasst. Am 8. Oktober des vergangenen Jahres zog er sich die Verletzung beim EM-Qualifikationsspiel gegen Irland zu. Seit zwei Wochen trainiert Götze aber wieder mit der Mannschaft und arbeitet daran, seinen Fitnessrückstand aufzuholen. Am Sonntag gegen Augsburg blieb der 23-Jährige noch zuhause, gegen Darmstadt sollte aber auch er wieder im Kader stehen. 

Franck Ribéry, Linksaußen

Stand gegen den FC Augsburg nach langer Leidenszeit wieder im Kader: Franck Ribéry.

Das Jahr 2015 war für ihn das wohl schlimmste seiner Karriere. Der geniale Franzose brachte es in der bisherigen Saison gerade einmal auf zwei Spiele. Nach einer hartnäckigen Sprunggelenksverletzung, die er sich im März 2015 zuzog und daraufhin ganze neun Monate ausfiel, gab er am 5. Dezember sein Comeback bei der einzigen Saisonniederlage der Bayern in Mönchengladbach. In den 15 Minuten, in denen er wirbeln durfte, erzielte er den 1:3-Ehrentreffer der Münchner. Vier Tage später beim Champions-League-Spiel in Zagreb durfte Ribéry gleich von Beginn an ran. Doch nach einer Halbzeit war wieder Schluss, am nächsten Tag die Diagnose: Muskelbündelriss. Erneute Zwangspause von zwei Monaten. Gegen Augsburg stand er wieder im Kader, gegen Darmstadt ist eine Einwechslung des Franzosen durchaus zu erwarten, hoffentlich hält der Muskel diesmal.

Sven Ulreich, Torwart

Der Ersatzmann für Manuel Neuer bringt es in dieser Saison auf zwei Einsätze, in denen er den Welttorhüter entlasten durfte. Doch in nächster Zeit werden keine weiteren dazukommen. Ulreich hat mit einer Überdehnung des Syndesmosebandes zu kämpfen, die er sich am 14. Januar im Training zuzog. Wann er zurückkehrt ist noch unklar. 

Jerome Boateng, Innenverteidigung

Jerome Boateng (r.) verletzte sich beim Rückrundenauftakt gegen den HSV.

Der Abwehrchef des FC Bayern ist wohl der bitterste Ausfall der Saison. Boateng ist einer der Unersetzbaren im Luxuskader der Münchner und fällt rund drei Monate aus. Zum Rückrundenauftakt gegen den Hamburger SV zog er sich einen Muskelbündel- und einen Sehnenriss im Adduktorenbereich zu. Eine Rückkehr bei einem optimalen Heilungsverlauf ist Ende April zu erwarten. Damit wird er den Bayern in der entscheidenden Phase der Saison wohl nicht zur Verfügung stehen. Sollte etwas schiefgehen, ist wohl sogar die Europameisterschaft in Frankreich in Gefahr, die Mitte Juni beginnt. 

Arturo Vidal, zentrales Mittelfeld

Im Sonntagsspiel gegen den FC Augsburg holte sich der Chilene bei einem Zusammenstoß eine dicke Beule über der rechten Augenbraue ab und musste ausgewechselt werden. Zudem klagte er über Unwohlsein. Eine genaue Diagnose steht noch aus, die Verletzung dürfte aber nicht allzu schwer sein. 

Javi Martinez, Innenverteidigung

Mit dem Spanier fehlt eine weitere Stütze in der arg verletzungsgebeutelten Defensive. In der letzten Januar-Woche dieses Jahres klagte Martinez über Schmerzen in dem Knie, in welchem er bereits 2014 einen Kreuzbandriss erlitten hatte. Nach einer Computertomographie wurde ein Meniskusschaden festgestellt. Ausfallzeit: etwa zwei bis drei Monate. Seine Rückkehr wird auf Mitte März taxiert.

Holger Badstuber, Innenverteidigung

Schon wieder schwer verletzt: Holger Badstuber.

Der absolute Pechvogel ist und bleibt leider Holger Badstuber. Seit 2012 hat er am Samstag im Training die fünfte schwerwiegende Verletzung erlitten. In diesem Zeitraum hat der 26-jährige fast 200 (!) Spiele verpasst. Die erste Verletzung seiner Profi-Karriere war eine Schambeinentzündung, die er sich am 1. November 2010 zuzog und ihn zu einer zweimonatigen Pause zwang. Doch die richtige Leidenszeit begann am 3. Dezember 2012 mit einem Kreuzbandriss im Knie. Im Spiel gegen Borussia Dortmund blieb er bei einem Zweikampf mit Mario Götze im Rasen hängen. Damit aber noch nicht genug. Während der halbjährigen Pause riss das selbe Kreuzband im Aufbautraining erneut und Badstuber verpasst das Champions-League-Finale 2013 gegen den BVB. Auch die komplette Saison 2013/14 konnte Badstuber kein Spiel bestreiten. Erst im Mai 2014 war er wieder spielbereit, doch die Weltmeisterschaft kam noch zu früh. So konnte sich Badstuber in aller Ruhe auf die neue Spielzeit vorbereiten. In den ersten Spielen zeigte der Verteidiger seine Klasse. Aber dann der nächste Schock: In der Begegnung gegen den VfB Stuttgart riss eine Muskelsehne im linken Oberschenkel. Wieder über vier Monate Zwangspause. Er kam zurück, doch die Saison war wieder vorzeitig beendet. Im April 2015 kommt ein Oberschenkelmuskelriss dazu. Erst im November des vergangenen Jahres kehrte Badstuber wieder auf den Platz zurück. Bis zum 13. Februar zeigte er erneut starke Leistungen. Dann schlug das Schicksal wieder zu: Beim Training blieb der Pechvogel bei einer Grätsche im Rasen hängen und brach sich das Sprunggelenk - die Folge: erneute Operation und Pause bis Mitte Mai 2016. Damit wird Badstuber auch diese Saison wohl kein Spiel mehr bestreiten.

Tobias Roth

Tobias Roth

E-Mail:info@merkur.de

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