Der Check nach dem CL-Aus

Fragen und Antworten: Wie geht's bei Bayern weiter? Ist Ancelotti der Richtige?

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Pep Guardiola (l.) übergibt im Sommer das Zepter an Carlo Ancelotti.

München - Ist Pep Guardiola gescheitert? Ist Carlo Ancelotti jetzt der Richtige? Wie geht es nun weiter? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen nach dem Bayern-Aus in der Champions League.

Leere. Nichts als Leere war das, was den Spielern und Bossen nach dem bitteren Halbfinal-K.o. gegen Atlético Madrid blieb. Zum dritten Mal in Folge scheitert der FC Bayern an der letzten Hürde vor dem großen Finale, zum dritten Mal in Folge war gegen eine spanische Mannschaft Schluss. 2014 Real, ein Jahr später Barça und diesmal nun Atlético. „Ich weiß nicht, ob es eine Steigerung von bitter, bitter gibt“, so Thomas Müller nach Schlusspfiff. Aber woran lag’s? Am Schiedsrichter? War es die mangelnde Chancenverwertung, fehlte der letzte Biss? Und ist Pep Guardiola gescheitert? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen zum K.o.:

Ist Pep gescheitert?

Daran besteht kein Zweifel. Vor drei Jahren übernahm der Barça-Messias den zu diesem Zeitpunkt besten Verein der Welt – an die Erfolge von Jupp Heynckes konnte der Spanier allerdings nicht anschließen. Ein Trainer seines Kalibers und ein Klub wie die Bayern definieren sich über Titel, und zwar nicht die Meisterschale und den Pokal, sondern über den Henkelpott. Den hat Pep Guardiola (ingesamt sieben Halbfinals, danach nur zwei siegreiche Finals) jedoch nicht gewonnen. „Ich habe mein Bestes getan“, sagte er selbst nach der Pleite. „Ich habe mein Leben für die Mannschaft gegeben.“ Und sollte das auch weiterhin tun, schließlich kann der BVB ihm die Suppe beim Pokalfinale komplett versalzen. Der Druck wächst, ein Sieg im Pokalfinale ist nun Peps letzte Pflicht in München.

So sehen unsere User die Frage "Ist Pep gescheitert?"

Wie geht es jetzt weiter?

Die Weichen sind gestellt. Säulen wie Müller, Neuer oder Alaba wurden mit langfristigen Verträgen ausgestattet, Carlo Ancelotti kann auf Peps Erbe aufbauen und Spieler wie Mats Hummels sollen den Klub weiter verstärken. Der Borusse meinte, es sei „nichts entschieden“, wunderte sich aber über die Dortmunder Ad-hoc-Mitteilung zu seinem möglichen Wechsel, die er als „Drecksmitteilung“ bezeichnete. Darauf BVB-Boss Hans-Joachim Watzke: „Mats ist kein Jurist, er muss auch gar nicht wissen, wieso wir eine Ad-hoc-Mitteilung versenden mussten.“ Über die Zukunft des FCB braucht man sich keine Sorgen zu machen, zumal die Historie des Klubs gezeigt hat, dass die größten Triumphe wie 2001 oder 2013 unmittelbar nach bitteren Rückschlägen stattfanden.

Ist Ancelotti nun der Richtige?

Es deutet alles darauf hin. Im Gegenteil zu Pep Guardiola, der alles seiner Philosophie unterordnet, legt der Italiener mehr Wert auf das Zwischenmenschliche und setzt viel mehr auf die individuellen Stärken seiner Spieler. Dass auch er Titel holen muss, steht außer Frage, immerhin startet „Carletto“ aber nicht direkt mit der Bürde eines Triples. Und die Geschichte hat bewiesen, dass ruhige Genossen wie Hitzfeld, Heynckes oder demnächst Ancelotti beim FCB die größten Erfolge verbuchen. „Bayern hat eine große Zukunft“, so Guardiola selbst. „Ich hoffe, Carlo kann das Finale erreichen.“

Woran lag’s?

Theorien gibt es nicht wenige. Geht es nach Karl-Heinz Rummenigge, lag’s am Schiri. „Wir fühlen uns betrogen“, so der Bayern-Boss. Sein Vorwurf: Der Elfmeter für Atlético (Torres verschoss) sei außerhalb gewesen, Griezmann beim Tor im Abseits gestanden. Dass es jedoch unfair wäre, die Niederlage an Cüneyt Çakir festzumachen, wusste Thomas Müller sofort. „Wir brauchen jetzt nicht über den Schiedsrichter zu sprechen“, sagte er und kehrte vor der eigenen Haustüre. „Wir haben zwei Fehler gemacht: einen Elfer verschossen und beim Gegentor ein kleines Fehlverhalten gezeigt. Dass es deswegen nicht reicht, ist extrem bitter.“

Wieviel Geld verliert Bayern?

Als Trostpflaster bleiben den Bayern in der Königsklasse immerhin Einnahmen in Höhe von rund 93 Millionen Euro, die 100-Millionen-Marke verfehlte der Rekordmeister jedoch. Hätten die Bayern das Finale am 28. Mai in Mailand erreicht, wären mindestens weitere 10,5 Millionen Euro fällig gewesen.

José Carlos Menzel Lopez

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