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Zukunftsgespräch mit Bossen: Macht Lahm jetzt wirklich ernst?

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Von: Sven Westerschulze

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München - Noch in diesem Jahr soll es ein Gespräch mit Philipp Lahm, Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß geben, spätestens im Januar. Macht der Kapitän jetzt wirklich ernst?

Eigentlich läuft sein Vertrag noch bis zum 30. Juni 2018. Doch seit Philipp Lahm offen über ein Karriereende im kommenden Sommer nachgedacht hat, reißen die Spekulationen nicht ab. Immer wieder wird sein Name mit dem vakanten Sportdirektor-Posten beim FC Bayern in Verbindung gebracht, die Bayern-Bosse können sich die Besetzung mit dem 33-Jährigen auch vorstellen. Das Problem: Sie wollen die Position zum 1. Juli 2017 wieder besetzten, ihren Kapitän aber noch bis 2018 auf dem Rasen sehen. Lahm selbst hat bereits signalisiert, dass er „dem Verein gerne verbunden bleiben“ möchte. Wie der Kicker berichtet, soll es deshalb noch in diesem Jahr ein Gespräch zwischen den Klub-Oberen Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß und dem Kapitän geben, spätestens im Januar. Macht Lahm jetzt wirklich ernst?

Seit der Trennung von Matthias Sammer im Juli fehlt dem Rekordmeister ein Verantwortlicher speziell für den sportlichen Bereich. Das gab es beim FCB in den letzten 50 Jahren noch nie. Dabei ist die Liste der Bayern-Manager nicht lang. Geprägt hat sie Hoeneß, der von 1979 bis 2009 stolze 30 Jahre lang für die sportlichen Geschicke hauptverantwortlich war. Auf den Bayern-Patron folgte Christian Nerlinger, der im Sommer 2012 von Sammer abgelöst wurde. Lahm ist sein potenzieller Nachfolger – doch ist er für den Job schon gerüstet?

Aufgabenfeld des Bayern-Sportdirektors ist riesig

Das Aufgabenfeld des Sportdirektors beim FCB ist riesig. Er muss nicht nur als Bindeglied zwischen Mannschaft und Trainer sowie Vorstand fungieren und sich um Transfers kümmern. Dazu fallen auch das Scouting und die Nachwuchsarbeit in seine Verantwortung – gerade in letzterem Bereich wollen die Roten wie von Rummenigge unlängst angekündigt bekanntlich „Vollgas geben“. Der Austausch mit dem Vorstand, die Absprache mit der medizinischen Abteilung, die interne Planung sportlicher Abläufe: der Sportdirektor-Posten ist ein Vollzeitjob. Zwar ist Lahm ein Weltklasse-Spieler und kennt den Verein nach über 20 Jahren in- und auswendig. Doch was ihm fehlt, ist die Erfahrung. Ex-Bayern-Keeper Oliver Kahn hatte sich deshalb zuletzt skeptisch über den direkten Sprung vom Angestellten zum Verantwortlichen geäußert. Der Titan fürchtet, dass „die Gefahr des Scheiterns bei einem Verein wie dem FC Bayern ohne weitere Managementerfahrung nicht unerheblich ist. Heute kann sich kaum ein Fußballunternehmen in exponierten Positionen ein Learning by Doing mehr leisten“, warnte Kahn in der Sport Bild.

Ähnlich erging es Nerlinger, der 2008 – zweieinhalb Jahre nach seinem Karriereende – sein Studium aufgab, den neu geschaffenen Posten des Teammanagers übernahm und ein Jahr lang an der Seite von Hoeneß zum Sportdirektor aufgebaut wurde. Diesen übernahm er dann 2009, hielt sich aber nur drei Jahre im Amt. Auch die anfängliche Unterstützung von Manager-Koryphäe Hoeneß half ihm am Ende nicht. Mit Sammer folgte ein gestandener Fachmann, der als Bundesliga-Trainer und DFB-Sportdirektor eine Menge Erfahrung mitbrachte, ebenso wie seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Karsten Schumann. In der Diskussion um Lahm gibt es weder einen geplanten Mentor, noch einen erfahrenen Mitarbeiter. Ob der ehemalige Nationalspieler tatsächlich weiß, was auf ihn zukommen könnte? Nach dem Gespräch mit Rummenigge und Hoeneß ist er vielleicht schlauer. 

sw

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