Münchner lassen den Kopf nur kurz hängen

Bayern nach Niederlage trotzig: "Stein in unserem Weg"

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Nach der Niederlage im Hinspiel gegen Atlético rappelten sich die Bayern schnell wieder auf.

München - Nach der Hinspielniederlage bei Atlético Madrid rappelten sich die Verantwortlichen beim FC Bayern schnell wieder auf. Spieler wie Bosse zeigten sich trotzig.

Während die Atlético-Anhänger nach dem Abpfiff noch auf den Rängen standen und das Finale besangen, waren die Stars des FC Bayern längst in den Katakomben des Estadio Vicente Calderón verschwunden. Mit der Gewissheit einer 0:1-Niederlage, aber einigermaßen unsicher, wie sie dieses Ergebnis nun einordnen sollten. Nur in einem Punkt waren sich alle einig: Ein Wunschergebnis hätte anders ausgesehen.

Für Manuel Neuer war die Niederlage „schade, weil wir mindestens ein 1:1 verdient gehabt hätten“. Philipp Lahm bezeichnete das Ergebnis als „bitter, weil wir die Möglichkeiten hatten, ein Auswärtstor zu erzielen“. Und für Karl-Heinz Rummenigge war das 0:1 gegen den Tabellenzweiten der Primera Division „ein Stein, der uns in den Weg gelegt wurde“. Doch der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern gab sich auf dem Bankett am späten Abend zugleich optimistisch und fügte hinzu: „Am Dienstag gibt es in München eine gute Gelegenheit, diesen Stein aus dem Weg zu räumen und unseren Traum weiterzuleben.“

Sicher war allerdings auch, dass die Münchner im Calderón auf eine unheimlich aggressive Atlético-Elf treffen würden, entgegensetzen konnten sie dieser zu Beginn des Spiels dennoch nichts – was von Saul prompt bestraft wurde (11.). „In der zweiten Halbzeit waren wir aggressiv und mutig. Das haben wir in der ersten Hälfte vermissen lassen“, gestand Neuer. Erst nach dem Seitenwechsel waren die Münchner besser im Spiel und kamen durch Alaba (54.), Martinez (56.) und Vidal (74.) zu guten Chancen. Chancen, die für das Rückspiel am Dienstag Hoffnungen wecken. „Normalerweise bekommt man gegen diesen Gegner nicht so viele Gelegenheiten wie wir. Das macht uns Mut fürs Rückspiel“, meinte Lahm. Auch Thomas Müller, der überraschend nicht in der Startelf stand, trauerte dem verpassten Auswärtstor hinterher: „Mit einem 1:1 wäre alles gut gewesen.“ Doch ein Treffer gelang den Bayern trotz Überlegenheit im zweiten Durchgang nicht mehr. „Das ist kein tolles Ergebnis“, räumte auch Pep Guardiola ein, der trotzdem 75 Prozent des Spiels seiner Mannschaft für toll befand.

"0:1-Pleite: SAULcooles Solo schockt Bayern"

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Die Ausgangsposition könnte sicher besser sein, dennoch haben die Roten noch alle Chancen auf das Finale. „Wir machen einen Fehler, wenn wir mit dem Ergebnis hadern“, so Rummenigge. Der FCB-Boss lobte „Qualität und Charakter“ der Mannschaft. Auch wenn diese Dinge erst in den zweiten 45 Minuten zum Tragen kamen, ließ sich der 60-Jährige nicht von seinem Wunsch abbringen: „Ich möchte nach Mailand.“ Am 28. Mai steigt dort das Endspiel, nach einer 0:1-Hinspielniederlage sind die Münchner allerdings erst einmal weitergekommen. „Die Gefahr ist da“, meinte Manuel Neuer, angesprochen auf ein Aus, doch der Keeper verkörperte den Willen, mit dem die Bayern das Ding nächste Woche noch drehen wollen: „Wir wollen alles investieren und Atlético schlagen, um ins Finale zu kommen.“

Sven Westerschulze

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