Noch viel Arbeit bis zum HSV-Spiel

Bayern nach Testpleite wach und gewarnt: "Eine Lektion"

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Pep Guardiola.

München - Eine "gewisse Gefahr" sah Matthias Sammer im Test-Schmalspurprogramm der Bayern - und dann ging das einzige Spiel gegen einen Zweitligisten auch noch verloren. Auch wenn es nur ein Test war: Defensivlücken und ein harmloser Angriff bringen Arbeit mit sich.

Von Titel- oder gar Tripleform ist beim FC Bayern noch keine Spur. Das 1:2 gegen den Zweitliga-Neunten Karlsruher SC war eine Woche vor dem Bundesliga-Rückrundenstart gegen den Hamburger SV für die Münchner zwar ernüchternd, aber auch noch kein Grund zur Sorge. "Wir haben verloren, okay, es war eine Lektion für uns, aber wir haben noch sechs Tage bis zum Hamburg-Spiel", erklärte Trainer Pep Guardiola kurz vor seinem 45. Geburtstag am Montag.

Bilder vom Bayern-Test in Karlsruhe

Zum Start seiner Abschiedstournee mit den Münchnern verlor der spanische Starcoach nicht nur den einzigen Test, sondern auch einen weiteren Spieler: Rafinha erlitt eine schwere Prellung am rechten Knie und muss erst einmal pausieren. Wie lange er ausfällt, ist offen.

"Jetzt sind wir auf jeden Fall wach und vorbereitet", erklärte Manuel Neuer nach dem 1:2, bei dem er trotz guter Paraden die Niederlage nicht verhindern konnte. Arturo Vidal (21. Minute) sorgte bei zwei Gegentreffern von Boubacar Barry (16.) und Dimitrij Nazarov (73./Foulelfmeter) für das Bayern-Tor. "Wir haben fast jeden Zweikampf verloren und dann kannst du auch kein Spiel gewinnen", sagte Jérôme Boateng, der vor dem 1:2 die Rote Karte wegen einer Notbremse sah. "Man muss kritisch sein, dass wir noch nicht bereit sind. Ich hoffe, dass sich das in den nächsten Tagen ändert."

Nach einem Training im Münchner Schneetreiben am Sonntag hat der Herbstmeister nach dem freien Montag noch drei Tage Vorbereitungszeit, ehe für ihn am Freitag die Bundesliga-Rückrunde mit der Partie beim Hamburger SV beginnt. "Wir werden sicher am Freitag eine andere Mannschaft sehen. Wir werden aggressiver spielen und besser in die Zweikämpfe kommen", versicherte Kapitän Philipp Lahm in Sat.1.

Natürlich darf einem Test kurz nach einem Trainingslager keine zu große Bedeutung zugemessen werden. Aber Niederlagen, schon gar nicht gegen einen Zweitligisten, passen nicht zum Selbstverständnis des FC Bayern. Zudem agierte er im Angriff harmlos und ließ sich in der Defensive wiederholt übertölpeln. Und das, obwohl um die Rückkehrer David Alaba und Douglas Costa eine topbesetzte Mannschaft auf dem Rasen stand.

Man müsse "schnellstmöglich in den Spielrhythmus, in den Wettkampfmodus kommen", hatte Matthias Sammer schon vor dem Anpfiff betont. Bei nur einem Testspiel bestehe auch eine "gewisse Gefahr", räumte der Sportvorstand ein. "Wir wollten einfach etwas mehr trainieren als spielen." Unter "normalen Umständen" erwartet Sammer die verletzten Mario Götze, Medhi Benatia, Juan Bernat und Franck Ribéry alle "Richtung Anfang Februar" zurück.

Wie vor zwei Jahren beim 0:3 in Salzburg - damals übrigens an Guardiolas Geburtstag - gab es wieder einen Dämpfer bei der Generalprobe. Vor einem Jahr wachten die Münchner erst nach einem 1:4 in der Liga beim VfL Wolfsburg richtig auf. "Das müsste nicht nötig sein, jetzt ist es wieder passiert", haderte Boateng. "Jetzt wollen wir uns auf den Bundesliga-Start konzentrieren. Es ist wichtig, dass wir da von Anfang an loslegen, die anderen schlafen nicht."

dpa

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