Der neue FC-Bayern-Trainer

Carlo Ancelotti: Daher hat er seinen Ordnungsfimmel

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Carlo Ancelotti sah erst mit 15 Jahren zum ersten Mal das Meer.

München - Erste Lektionen lernte der neue Bayern-Trainer Carlo Ancelotti auf dem Bauernhof. Er wuchs in armen Verhältnissen auf - gelacht wurde dennoch viel. Und er erklärt, woher er seinen Ordnungsfimmel hat.

Schon sehr früh, berichtet Carlo Ancelotti in seinem Buch „Quiet Leadership“, habe er erste Lektionen in Machtfragen erfahren. Er wurde auf einem Bauernhof geboren, sein Papa führte den Hof, es wurde hart gearbeitet, auch der „Carletto“ half bereits in jungen Jahren mit. Als er sehr klein war, erinnert er sich, musste man dem Landbesitzer 50 Prozent der Erträge abliefern. „Am Anfang war ich aufgebracht, weil ich das nicht verstand. Wir rackerten uns auf den Feldern ab, hatten einen Riesenhaufen Getreide vor dem Haus, dann erschien der Landbesitzer mit einem Stück Holz, steckte es in die Mitte des Haufens und sagte: ,Das ist meins.’ Ich hasste diesen Menschen.“

Sein Vater aber sei niemals wütend geworden, wirklich niemals – und sein Sohn erkannte bald: „So waren die Regeln.“ Rückblickend sagt er: „Wir hatten kein Geld, aber ich erinnere mich an diese Zeit als eine wirklich glückliche Periode in meinem Leben, in der viel gelacht wurde.“ Und bis heute steckt in Carlo Ancelotti viel von dem jungen „Carletto“, sagen seine Weggefährten der letzten Jahre: Auf dem elterlichen Hof begann er, in einem Geflecht aus Regeln, Macht und Genügsamkeit seinen eigenen Lebensentwurf zu gestalten.

Erst mit 15 zum ersten Mal am Meer

„Ich wurde in eine sehr arme Familie geboren“, schreibt Ancelotti. Schon sein Großvater arbeitete einst auf dem Feld, und man lebte in erster Linie von der Käseproduktion. Wein bauten die Ancelottis auch an, wobei die Reben nur den Eigenbedarf deckten. Verreisen in den Ferien? Kein Gedanke. Erst mit 15 sah er das erste Mal das Meer, in der raren Freizeit war das höchste der Gefühle bis dato, die 50 Kilometer bis nach Parma auf sich zu nehmen. Da war man mit öffentlichen Verkehrsmitteln einen Tag unterwegs, „eine kleine Weltreise“, so Ancelotti, „wie heute von London nach Vancouver“. Carletto ist weit gekommen, pendelt nun ganz selbstverständlich zwischen seinen Wahlheimaten England und Kanada.

Mit 14 ging er auf die Fußballakademie des AC Parma, ein Jahr später zog er in ein religiöses Kolleg in der Nähe des Klubs. „Echt hart, ich hatte ein kleines Zimmer, aber ich lernte, mich zu organisieren“, erinnert er sich. Seit damals, glaubt er, „habe ich einen Ordnungsfimmel – ich weiß genau, wo meine weißen und wo meine blauen Hemden sind.“ Der künftige Cheftrainer des FC Bayern scheint ein gut sortierter Typ zu sein.  

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