Hoeneß vor neuer Amtszeit als FCB-Präsident

Ottmar Hitzfeld: „Habe mich riesig gefreut, dass er zurückkommt“

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Uli Hoeneß (l.) und Ottmar Hitzfeld zu Beginn dessen zweiter Amtszeit als Bayern-Trainer im Februar 2007. 

München - Am Freitag wird Uli Hoeneß höchstwahrscheinlich zum Bayern-Präsidenten gewählt. Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld hat eine klare Meinung zu einem erneuten Engagement seines Freundes. 

Seit Längerem ist bekannt, dass Bayern-Macher Uli Hoeneß seine Rückkehr in die Führungsriege des deutschen Rekordmeisters plant. Seine Kandidatur hat der 64-Jährige bereits bekanntgegeben, auf der Jahreshauptversammlung des FC Bayern am 25. November wird er aller Voraussicht nach zum Präsidenten gewählt werden - sehr zur Freude eines ehemaligen Weggefährten Hoeneß‘. 

Im Interview mit spox.com spricht sich Ottmar Hitzfeld für eine Wiederwahl seines Freundes aus: „Ich habe mich riesig gefreut, dass er zurückkommt. Er bereichert dadurch nicht nur den FC Bayern, sondern die gesamte Bundesliga.“ 

Hoeneß‘ Werdegang habe er schon während seiner ersten Trainerstation beim Schweizer Klub FC Zug verfolgt. „Der Umsatz des FC Bayern betrug zwölf Millionen Mark, als Uli übernahm - bei sieben Millionen Mark Schulden. Das wissen heute die wenigsten. Er hat daraus Gigantisches entstehen lassen.“ 

Die beiden kennen sich bereits seit den Olympischen Spielen 1972, im Jahr 1998 verpflichtete Uli Hoeneß den heute 67-Jährigen als Bayern-Trainer. Eine Erfolgsgeschichte. Reibereien habe es aber trotzdem immer mal wieder gegeben. „Uli besitzt eben die Ehrlichkeit, auch mal Kritik anzubringen - manchmal auf seine emotionale Art und Weise, die knallhart sein kann. Viele Führungspersönlichkeiten besitzen gar nicht den Mut dazu, bei ihnen liest man es nur zwischen den Zeilen.“

Bei spox.com spricht Hitzfeld auch über Hoeneß‘ Zeit hinter Gittern. „Das war für ihn eine schwere Zeit. Mit dem Dasein in der JVA hat er auch mal gehadert, was aber jeder Mensch nachvollziehen kann. Wenn man plötzlich hinter Gitter muss, verändert man sich auch. Uli wurde nachdenklicher. Die Verurteilung hat ihn ins Herz getroffen. So eine Situation muss man erst einmal verarbeiten. Ich war aber immer überzeugt, dass er dort wieder gestärkt herauskommt. Er ist eine Kämpfernatur und lässt sich nicht unterkriegen. Ich habe das Gefühl, er ist jetzt schon wieder der Alte.“

Da Hoeneß‘ Rückkehr direkt auf die schmerzliche Niederlage gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende folgt, hält Hitzfeld eine „Signalwirkung“ für die Mannschaft für möglich. „Er wird mit alter Stärke noch einmal die Zielsetzung verkünden. Uli wird das bayerische Selbstbewusstsein aufrecht erhalten.“ 

Seinen Vorsatz, „nicht sieben Tage die Woche 24 Stunden lang“ an der Säbener Straße zu verbringen, den Hoeneß im kicker verkündet hatte, traut Hitzfeld seinem Freund durchaus zu. „Ich glaube, dass er für sich das richtige Maß findet. Er wird sich auch mal zurückziehen, schließlich ist es eine seiner Stärken, zu delegieren. Er bringt seinen Mitarbeitern viel Vertrauen entgegen und kann Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen.“

hb

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