Was ist da dran am Wechsel?

Gerüchte: Will Pep Thiago mit nach England nehmen?

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Wohin führt sein Weg? Mehrere Quellen sehen Guardiola schon in diesem Sommer in Manchester.

München - Am Montag vor genau zwei Jahren war noch alles gut beim FC Bayern. Doch jetzt steckt der Verein in der Krise -  Pleiten, Verletzte, Missmut, nichts ist mehr gut. Wechselt Pep Guardiola schon zur kommenden Saison nach England?

Rückblende. Am Montag vor genau zwei Jahren war alles noch gut. Der FCB schoss den FCA locker mit 3:0 aus der Arena und blickte voller Vorfreude auf zwei Endspiele, eines im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart und das in der Königsklasse gegen den BVB. Das Ende ist bekannt. Doch heute, ziemlich genau zwei Jahre nach dem Triple, ist nichts mehr gut. Dieses Mal gab’s keinen Dreierpack gegen den FCA, sondern eine 0:1-Pleite. Und zwar die insgesamt vierte hintereinander, eine Serie, die der Rekordmeister seit 1991 (!) nicht mehr zustande gebracht hatte. Hinzu kommen die unzähligen Verletzten, die Demontage im Camp Nou und die scheinbar nie endenden Wechselgerüchte um Pep Guardiola.

Was ist da nur los bei den Bayern? Die tz beantwortet die wichtigsten Fragen: Pleiten, Verletzte, Missmut - zwei Jahre nach dem Triple steckt der FCB in der Krise!

Pep: "Ich werde meinen Vertrag erfüllen"

Fakt ist: Der Spanier, der laut Sky-Experte Lothar Matthäus „den Glauben seiner Mannschaft“ verloren hat, steht bis 2016 unter Vertrag. Pep selbst sagte unlängst: „Ich werde meinen Vertrag erfüllen.“ Doch in den vergangenen Wochen wurde immer wieder über einen Wechsel Guardiolas zu Man City spekuliert - und zwar bereits diesen Sommer. Nach dem 0:1 gegen den FCA nahm das Thema noch mal Fahrt auf.

Der katarische TV-Sender beIN Sports twitterte: „Eilmeldung - beIN-Sports-Quellen: Manchester City gelingt ein Vorvertrag mit Bayern Münchens Trainer Pep Guardiola, um das Team kommende Saison zu trainieren.“ beIN-Korrespondent Tancredi Palmeri ergänzte: „Guardiola wurde vor zwei Monaten von Manchester City kontaktiert und lehnte ab. Vor zwei Wochen wurde er erneut kontaktiert: weder nahm er an noch lehnte er ab - noch in Gesprächen.“ Zu guter Letzt fügte Sky-Experte Didi Hamann hinzu: „Eine gut informierte Quelle hat mir gesagt, dass Man City Pep vor zwei Monaten schon mal angefragt hatte. Damals hatte er noch Nein gesagt. Mittlerweile sind sie in fortgeschrittenen Verhandlungen. Es ist wahrscheinlich oder sehr gut möglich, dass Guardiola nächste Saison bei Manchester City ist.“

Was ist dran an den Gerüchten?

Sowohl Guardiolas Biograf Martí Perarnau als auch spanische Journalisten wie Guillem Balagué (Sky Sports) taten die Gerüchte ab. Doch was ist wahr? Unabhängig davon erfuhr die tz aus England: Vor zwei bis drei Wochen soll City bei Peps Agenten für ein Engagement ab 2016 angefragt haben, erfuhr jedoch, dass der Trainer bereits 2015 zu haben sei. Der Grund: Angeblich Differenzen mit der Klubführung!

Bei City würde er dort mit zwei Spaniern zusammenarbeiten, die er noch von Barça kennt und die mit dem Versprechen antraten, irgendwann den Spanier zu City zu holen: Txiki Begiristain und Ferran Soriano. tz-Informationen zufolge sollen sie bereits einem deutschen Mittelfeldspieler, mit dem sie in fortgeschrittenen Verhandlungen steckten, kürzlich doch abgesagt haben. Die Begründung: Pep würde doch gerne Thiago (Vertrag bis 2017) zu City mitbringen.

Was ist noch drin im Barça-Spiel? Muss in diesem Sommer der Umbruch folgen?

Im aktuellen Kader stehen gleich sechs Schlüsselspieler, die 30 Jahre oder älter sind. Dazu gehören die Kapitäne Lahm und Schweinsteiger sowie die Einzelkönner Ribéry und Robben. Sommerzugang Xabi Alonso gliederte sich zwar nahtlos ein und wurde direkt zu einer Verstärkung, aufgrund seiner 33 Jahre gilt seine Verpflichtung allerdings nicht als Investition in die Zukunft. Die sportliche Führung muss rund um das Gerüst Neuer, Boateng, Alaba, Müller und Lewandowski so schnell wie möglich frische, hungrige Kräfte einbauen, die den chronisch erfolgsfordernden FCB sofort voranbringen. Derartige Kräfte sind allerdings teuer. Die von Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen als möglich bezeichnete 100-Millionen-Marke für frische Kräfte wird also ausgereizt werden müssen. Allerdings: Bei einer Großoffensive auf dem Transfermarkt sollte man auch einen Trainer auf der Bank haben, der dort längerfristig sitzen möchte.

Auf Personalebene waren die Verletzten das Kernproblem: Wie geht es mit der medizinischen Versorgung weiter?

Ungeklärt! Das Theater um den Rücktritt von Müller-Wohlfahrt kam zur Unzeit. Aber nach dem ersten Wirbel scheint auch eine Annäherung möglich. Rummenigge sagte zuletzt, man wolle sich nach der Saison noch einmal hinsetzen. Da noch immer viele Stars zu Mull gehen, könnte es eine Kompromisslösung mit der Bayern-Legende und einem weiteren, einem neuen Doc geben.

Was ist jetzt noch im Barcelona-Rückspiel drin?

Viele Spieler wollten nach der Augsburg-Partie gar keine Einschätzung abgeben, was nach dem 0:3 noch möglich ist. Matthias Sammer verabschiedete sich mit den Worten, er habe Halsschmerzen, aus der Arena. Andere sprachen davon, das Unmögliche wahr werden lassen zu wollen, so auch Bastian Schweinsteiger. „Im Fußball passieren manchmal unglaubliche Dinge und ich hoffe, dass wir am Dienstag vielleicht so einen Tag erwischen“, sagte der Co-Kapitän. Für ihn und die Kollegen galt allerdings, dass ihr Gesichtsausdruck dabei nicht ihre Worte widerspiegelte. Selbst Franz Beckenbauer, der Optimismus-Kaiser, blieb verhalten bei der Frage, wie man den Rückstand drehen kann. Er sagte: „Ich bin ja selber etwas ratlos. Aber man wird es versuchen.“

Was bedeutet ein Aus für die gesamte Saison?

Der Eindruck, dass man trotz einer erneut frühen Meisterschaft eine unzureichende Runde spielt, erhärtet sich immer mehr. Zuletzt musste Pep Guardiola sogar die Frage beantworten, ob er gescheitert sei. Dabei ist klar: Die Schale ist die wichtigste Trophäe, der „ehrlichste Titel“, wie man beim FC Bayern sagt. Demzufolge hat man sein Minimalziel erreicht und kann zufrieden sein. Allerdings wähnte man sich durch den Champions-League-Sieg von 2013 in der absoluten europäischen Spitze. Nach dem 0:1/0:4-Aus gegen Real im letzten Jahr und einem möglichen, ebenfalls deutlichen Scheitern gegen BarÇa müsste man in dieser Hinsicht wieder kleinere Brötchen backen.

lop, mic

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