Europäische Super-Liga

Lahm: "Es widerspricht meinem Verständnis von Fußball"

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26.08.2016, Fussball 1.Liga 2016/17, Bayern München - Bremen

München - Zuletzt hatte die UEFA-Reform der ECA für Wirbel gesorgt, eine europäische Elite-Liga war im Gespräch gewesen. Warum Philipp Lahm gegen eine solche ist, lesen Sie hier.

Die European Club Association (ECA) mit ihrem Vorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge hat jüngst eine Reform der Champions League verkündet. Die vier Topnationen des UEFA-Nationenrankings werden von der Saison 2018/19 an für zumindest drei Jahre jeweils vier Teams für die Gruppenphase stellen. Außerdem erhalten die Top-Klubs deutlich mehr Geld. Aus der Bundesliga hatten sich viele kritische Stimmen gegen diese Reform zu Wort gemeldet.

Von der Drohung einer Super-Liga, bestehend aus den besten Vereinen Europas, hatte die ECA zwar damit wieder Abstand genommen, im Raum steht diese Idee aber dennoch. Philipp Lahm äußert sich nun kritisch zu diesem Konzept.

"Das widerspricht meinem Verständnis von Fußball"

In einer Kolumne bei goal.com legt der Kapitän der Bayern seine Auffassung zur Königsklasse dar: "Die Attraktivität der Champions League wird nicht alleine dadurch bestimmt, dass die größten Klubs darin aufeinander treffen, sondern auch entscheidend dadurch, dass sich die kleinen Vereine mit einem FC Bayern, Barcelona, Real Madrid, Juventus Turin, Manchester City, Chelsea oder ManUnited messen können," erklärt Lahm.

Und weiter: "Es widerspricht meinem Verständnis von Fußball, eine elitäre Liga zu erschaffen, in der nur die Besten der Besten aufeinander treffen."

"Nur dann holen wir den russischen Nachwuchs-Fan ab"

Dabei stellt der 32-Jährige folgende Frage: "Bleibt es auch beim zehnten Mal Bayern gegen Madrid in einem Jahr noch gleich spannend?" Die derzeitige Champions League biete die Möglichkeit, dass sich die Sieger aus allen europäischen Ländern am Niveau der großen Mannschaften messen und orientieren könnten, so Lahm. 

Vor Rostow-Match: Fotos vom Abschlusstraining der Bayern

"Das funktioniert nur durch das unmittelbare Aufeinandertreffen. Und nur dann, davon bin ich auch überzeugt, holen wir auch den kleinen fußballbegeisterten russischen Nachwuchs-Fan ab," erklärt der Rechtsverteidiger. Man müsse alle mitnehmen und nicht bloß ein großes Fest mit denjenigen feiern, "die die Profiteure einer globalen Entwicklung sind."

"Nähe ist das entscheidende, um Identifikation zu schaffen"

Der gebürtige Münchner glaubt dabei, "dass die Nähe das entscheidende ist, um Identifikation zu schaffen." Noch würden Ländergrenzen innerhalb Europas Fußball eine Rolle spielen. Daher sei es wichtig, gerade jetzt dabei zu bleiben, und auch die kleineren Ligen mitzunehmen, "die nicht im selben Maß an dem Aufschwung teilhaben konnten," meint der 32-Jährige.

"Wenn wir von einer europäischen Fußball-Liga sprechen, gehört für mich auch die Reise nach Rostow am Don dazu, wenn sich die dortige Mannschaft sportlich für den Wettbewerb qualifiziert hat. Es geht darum, Fußball-Fans zu begeistern und unseren Sport europaweit zu entwickeln," so der Ex-Nationalspieler.

Das sind die CL-Gruppengegner des FC Bayern

Genau deshalb freue er sich auch auf den Start am Dienstag gegen FK Rostow. Über das Spiel des FC Bayern gegen den Verein aus der russischen Premier Liga berichten wir im Live-Ticker.

So könnte Bayerns Aufstellung gegen Rostow aussehen.

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sdm

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