Bayern-Präsident nimmt Stellung

Hopfner: "Werde nicht gegen Uli Hoeneß antreten"

Karl Hopfner
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Karl Hopfner, Präsident des FC Bayern München.

München - FC-Bayern-Präsident Karl Hopfner hat sich in einem großen Zeitungsinterview unter anderem zu Uli Hoeneß' Rückkehr, den Verbindungen des Klubs zu Katar und zu den Zielen des deutschen Rekordmeisters geäußert.

In einem Interview mit der der „Süddeutschen Zeitung“ (Freitag) hat sich Bayern-Präsident und -Aufsichtsrat Karl Hopfner ausführlich zur Rückkehr seines Vorgängers Uli Hoeneß geäußert. Hoeneß sitzt derzeit in der JVA Landsberg eine Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung ab, wird aber im Januar aller Voraussicht nach als Freigänger wieder an die Säbener Straße zurückkehren, wenn die Justizbehörden zustimmen. "Er wird Mitarbeiter im Junior Team, er wird sich dort um Aufgaben kümmern, die noch klarer definiert werden. Das war so sein Wunsch.. der Vertrag ist aufgesetzt - und jetzt hoffen wir, dass er [Uli Hoeneß] ab Januar hier anfangen kann", sagt Hopfner.

"Erst muss Uli Hoeneß ja mal sagen: Was will er?"

Die sich ergebende Brisanz aus der Tatsache, dass die ehemalige Galionsfigur des Vereins nun in der Klub-Hierarchie zunächst mal weiter unten anfängt, ist auch dem ehemaligen Finanzvorstand bewusst: "Sicher ist es was Spezielles: Uli Hoeneß, der Macher, der Manager, der Präsident. Das muss sich einleben."

Hoeneß könne ab Januar aber nicht unbedingt tun, was er wolle, erläuterte Hopfner. "Die Tätigkeit wird protokolliert, das muss auch vorgelegt werden", das sei auch "keine Alibigeschichte, es gibt Anwesenheitspflichten und so weiter". Klar sei aber: "Uli wird sicher eng mit Matthias Sammer zusammenarbeiten, der im Vorstand für den Jugendbereich zuständig ist."

Hopfner, der noch bis 2016 gewählter Bayern-Präsident ist, stünde einer Rückkehr von Hoeneß in dieses Amt nicht im Weg. Er sei zwar gerne Präsident des FC Bayern, doch was nach 2016 komme, "das werden die Mitglieder entscheiden". Viel wichtiger, so Hopfner sei jedoch: "Erst muss Uli Hoeneß ja mal sagen: Was will er? (...) Er muss sagen, ich möchte diese Position, ich möchte beide Positionen (Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender; Anmerk. d. Red.), ich möchte dieses oder jenes im Klub noch mal erreichen - oder gerade nicht. Und dann gilt, was ich immer gesagt habe: Ich werde nicht gegen Uli Hoeneß antreten."

Hopfner: FC Bayern soll werthaltigster Verein der Welt werden

Klar ist, dass Hoeneß ein bestelltes Feld vorfinden würde, sollte er tatsächlich nochmal an die Spitze des Vereins rücken. "Es ist doch einmalig, was hier im sportlichen Bereich wie auf der wirtschaftlichen Seite passiert ist", findet Hopfner, und verweist auf die vorzeitig abbezahlte Arena: "Ziel muss es sein, das alles zu erhalten und weiterzuführen." Der 62-Jährige möchte, dass der FC Bayern in den kommenden Jahren der "werthaltigste Verein der Welt sein" wird.

Den Neid der Konkurrenz sieht Hopfner dabei als unvermeidliches Übel. "Erfolg bringt Neid, und wenn man über 40 Jahre die Liga immer mit dominiert, bleiben die Neider nicht aus." Vielleicht spielt ja auch die Örtlichkeit eine Rolle: München, Bayern, das polarisiert ja auch."

Noch keine Entscheidung wegen Winter-Trainingslager in Katar

In Sachen WM 2022 in Katar nimmt Hopfner das Exekutivkomitee des Fußball-Weltverbandes in die Pflicht. "Es wäre gut, wenn der Untersuchungsbericht zu diesen Vorwürfen jetzt öffentlich gemacht würde. Und wenn es Beweise gibt, dass dieses Turnier auf eine fragwürdige Art vergeben wurde, dann müsste die FIFA-Exekutive beschließen: Dann können wir hier keine WM spielen“, sagte Hopfner.

Was das Winter-Trainingslager der Roten in Katar angeht, sei noch keine Entscheidung gefallen, so Hopfner. "Wir haben dreimal eine Wintervorbereitung dort gemacht, wir hatten dreimal perfekte Bedingungen, wir hatten in diesen drei Jahren danach großen Erfolg. Und drei Jahre hat das niemand kritisiert."

Vom europäischen Dachverband forderte der Präsident des FC Bayern München mehr Präsenz und Einigkeit. „Aber dass sich die UEFA stärker positionieren muss, ist überfällig. Die Europäer täten gut daran, einen Kandidaten als Präsident der FIFA zu unterstützen.“ Zuletzt wurde der jordanische Verbandschef Prinz Ali bin Al-Hussein als möglicher Herausforderer für Amtsinhaber Joseph Blatter genannt.

dh/dpa

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