„Uns reicht ein Punkt“

Hoeneß-Attacke auf RB: Hasenhüttl stichelt zurück

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Ralph Hasenhüttl feierte mit seiner Mannschaft einen 4:1-Auswärtserfolg beim Sportclub aus Freiburg.

Leipzig - Den verbalen Angriff von Uli Hoeneß nimmt das neue Bayern-Ärgernis RB Leipzig ganz einfach als Kompliment. Trainer Hasenhüttl stichelt im „Aktuellen Sportstudio“ gekonnt zurück.

RB Leipzig steht weiter mit drei Punkten Vorsprung an der Tabellenspitze. Dementsprechend gelassen gehen die „Roten Bullen“ mit den verbalen Pfeilen um, die Uli Hoeneß zuletzt aus München abgeschossen hatte. „Wenn eine Persönlichkeit wie Uli Hoeneß das über uns und unsere Mannschaft sagt, freuen wir uns darüber, dass man so wahrgenommen wird, dass man für Bayern eine kleine Konkurrenz sein kann“, sagte Doppel-Torschütze Timo Werner nach dem 4:1 des erstaunlichen Tabellenführers der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg. 

Damit hatten die Leipziger auch einen Uralt-Rekord der Münchner egalisiert: Sieben gewonnene Spiele als Aufsteiger nacheinander hatten nur die Bayern 1965 geschafft.

Hasenhüttl: „Wenn jemand gegen uns gewinnen will, muss er sehr viel richtig machen“

Kein Wunder, dass Hoeneß bei seiner Rückkehr an die Spitze des Rekordmeisters den Emporkömmling aus dem Osten ins Visier nahm. „Leipzig hat 4:1 gewonnen. Wir haben neben Dortmund einen zweiten Feind, den wir jetzt endlich wieder attackieren können“, rief Hoeneß in der Comeback-Emotion den Bayern-Mitgliedern zu. Später bedauerte er seine Ausdrucksweise: „In meiner Euphorie habe ich natürlich ein völlig falsches Wort gesagt. Das gilt sowohl für Leipzig als auch für Dortmund. Im Fußball gibt es keine Feinde, die gibt es im Krieg.“ Der Kern seiner Botschaft aber blieb: Der FC Bayern nimmt den noch unbezwungenen Spitzenreiter sportlich ernster denn je.

Pikant: Hoeneß' Neffe Sebastian, 34 Jahre alter Sohn von Dieter Hoeneß, arbeitet seit zwei Jahren als U17-Trainer in Leipzig. RB-Coach Ralph Hasenhüttl spielte selbst beim FC Bayern und betonte: „Ich weiß, dass Uli Hoeneß unsere Arbeit sehr schätzt.“ Im ZDF-„Sportstudio“ behauptete er, dass er sich mit seinem Team derzeit nicht als Gejagter fühlt. Der Österreicher schickte eine kleine Kampfansage an die Konkurrenz. „Wir wissen auch, dass wir nicht unschlagbar sind. Aber ich glaube, wenn jemand gegen uns gewinnen will, muss er sehr viel sehr richtig machen und wir auf die Probleme, die uns gestellt werden, keine Lösungen finden.“

Hasenhüttl: Gegen Bayern reicht uns dann auch mal ein Punkt

Doch damit nicht genug. Mit Blick auf das baldige Aufeinandertreffen von Aufsteiger RB Leipzig und Rekordmeister Bayern München, stichelte Hasenhüttl: „Bis zum 21. Dezember ist noch Zeit. Dann sind wir ja Gastklub, uns reicht dann auch mal ein Punkt.“

„Da werden wir uns nochmal speziell auf sie vorbereiten“, meinte Willi Orban zu dem voraussichtlichen Gipfeltreffen. Der Abwehrchef sieht die Bayern-Attacke gelassen. „Dass wir nach zwölf Spielen jetzt Thema bei den ganz großen Vereinen sind, das ist schon eine Riesenwertschätzung. Das ist aber nicht unsere Thematik, wir konzentrieren uns auf das Sportliche, auf unser Spiel, versuchen es Woche für Woche zu verbessern“, betonte Orban.

Rangnick: Mich interessiert das nicht besonders

Auch Sportdirektor Ralf Rangnick, der Kopf hinter dem anhaltenden RB-Aufschwung, will sich auf keine PR-Scharmützel mit den Branchengrößen aus München und Dortmund einlassen. „Ich bekomme vieles nur am Rande mit, und es interessiert uns auch nicht besonders“, sagte Rangnick der „Welt am Sonntag“ nach den provokanten Worten von Hoeneß und BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der RB als Marketingmaßnahme von Geldgeber Red Bull bezeichnet und gesagt hatte: „Wir brauchen diesen Tabellenführer nicht.“

Für die Leipziger indes liegt zunächst der Fokus auf der nächsten Partie gegen Schalke 04 mit Trainer Markus Weinzierl, der nach der Vorsaison ein Angebot aus Leipzig ausschlug. Die Absage des einstigen Wunschtrainers verlief damals auf beiden Seiten nicht geräuschlos.

Das wissen auch die Spieler, die weiter hoch motiviert sind. „Wir wissen auch, wenn wir nachlassen oder nur ein Prozent weniger Arbeit in die Sache reinstecken, dass wir dann unsere Spiele wahrscheinlich nicht gewinnen werden. Genau das haben wir auch in den Hinterköpfen“, betonte Stürmer Werner.

dpa

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