Nach dem Sieg über Hertha

Ribery, Robben, Lewandowski: "Mit allen verlängern"

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Umjubelter Rückkehrer: Arjen Robben (2.v.l.) zwischen seinen Bayern-Kameraden Vidal (l.), Thiago und Lahm.

München - Nach dem 3:0 über Hertha feiern die Bayern die Rückkehr einer alten Attraktion. Was die Verlängerungen von Ribery, Robben und Lewandowski angeht, plädiert Manuel Neuer: "Mit allen verlängern."

Mit dem Humor ist es so eine Sache. Während ein folkloristischer Frechdachs wie Thomas Müller an guten Tagen das Zeug zum Kabarettisten hätte, schießen andere auch mal vorbei. Am Mittwochabend brach Müller ein Interview ab, „des wird zu albern“, sagte er, nachdem er mehrfach mit Analogien zwischen dem 3:0 über Hertha und dem Oktoberfest gequält worden war. Aber ein Bonmot hatte er sich zuvor doch entlocken lassen. Ob die Berliner nach einem Abend mit Franck Ribery wie nach einer langen Nacht im Karussell nach Hause torkeln würden? Ja, so Müller, die Herthaner hätten ja sicher keine Zeit für einen Besuch auf der Wiesn, da habe ihnen Ribery wenigstens ein leises Gefühl vermitteln wollen, wie es ist, gründlich durcheinandergewirbelt zu werden. Wie fürsorglich.

Doch der Franzose war am Mittwoch nicht der einzige Bayern-Profi, der zum Führer über die Wiesn getaugt hätte. Auch Arjen Robben empfahl sich für den Nebenjob. Zwar ließ er seine Gegner nicht so reihenweise auf dem Hosenboden landen wie Ribery, sein Comeback feierten die Bayern aber trotzdem mit viel Applaus. Man hat nun wieder eine alte Attraktion zu bieten, die die Branche einst „Robbery“ taufte. Bleibt Ribery so in Schuss und erleidet der Niederländer nicht schon bald wieder einen seiner gefürchteten Rückschläge, werden sich die Karussellfahrzeiten der Gegner deutlich erhöhen.

Robben wollte sich "herzlich bedanken"

Er habe „Gänsehaut“ gehabt, als ihn die Fans bei seiner Einwechslung lautstark gefeiert hatten, sagte Robben, dafür wolle er sich „herzlich bedanken“. In so einem Moment, wenn man nach langer Zeit wieder aufs Spielfeld zurückkehrt – er stand das letzte Mal exakt 200 Tage zuvor beim 0:0 in Dortmund auf dem Platz –, ginge einem stets viel durch den Kopf. Die harte Reha. Die viele Arbeit. Die Wochen voller Untätigkeit. Das lange Warten. Arjen Robben hat das schon oft erlebt, viel zu oft, doch stets schaffte er nach der Leidenszeit ein furioses Comeback. „Ich weiß nicht, ob es dazu eine Statistik gibt – aber gefühlt macht er bei jedem Comeback ein Tor“, sagte Manuel Neuer.

Der Torwart hatte mal wieder sichtlich Spaß, das Treiben seiner Offensive zu verfolgen. Robben fand er „bewundernswert“, und über Ribery sagte er, er habe „alle stehen lassen bei seinem 1:0, das macht so schnell kein anderer“. Beide Routiniers spielen um Anschlussverträge, und auf die Frage, ob mit ihnen verlängert werden sollte, sagte Neuer: „Es spricht alles dafür, dass wir mit Franck verlängern wollen.“ Nachgehakt: Und mit Robben nicht? Nein, nein, wiegelte der Torwart ab, er habe es nur akustisch nicht voll mitbekommen: „Natürlich mit beiden!“ Nochmal wurde nachgehakt: Und mit Robert Lewandowski auch? Neuer grinste: „Mit allen!“

Costa und Coman haben noch nicht das Format von Ribery und Robben

Die Bosse werden sich dennoch alles noch eine Weile anschauen. Zu früh wäre der Zeitpunkt, zu fragil ist die Verlässlichkeit, was die Körper von Ribery und Robben betrifft. Wobei immer wieder klar wird, dass Douglas Costa und Kingsley Coman noch lange nicht das Format der beiden haben, die sie mal ersetzen sollen. Robben versicherte, er habe „mit vielen intelligenten Menschen“ seine Reha analysiert. Es wurde einiges verbessert und optimiert, aktuell fühle er sich gut, sei sich aber auch im Klaren, „dass ich jetzt nicht zu schnell alles wollen darf“. Es geht nur Schritt für Schritt.

In eher schnellen Etappen nähert sich unterdessen Ribery seinem Förderer Uli Hoeneß in Bayerns ewigen Bestenlisten. 108 Pflichtspieltore hat er nun erzielt, Paul Breitner (110) und der designierte Präsident (111) sind in Reichweite. „Gebt Franck noch zwei bis drei gute Jahre, dann schnappt er sich Hoeneß“, sagte Müller. Das war freilich ein Spaß: „So wie er drauf ist, hat er ihn bald.“ Das Karussell Robbery nimmt Fahrt auf. Und mit dem Humor ist es bis auf Weiteres so, dass der Konkurrenz wohl immer mehr das Lachen vergeht.

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