Aus gegen Atlético

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Bayerns Halbfinal-K.o.

+
Nach dem Schlusspfiff war die Enttäuschung bei den Bayern-Spielern groß.

München - Der FC Bayern hat zum fünften Mal in Folge das Halbfinale der Champions League erreicht. Nun ist das Team zum dritten Mal in Folge ausgeschieden. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Nach dem Ausscheiden gegen Atlético Madrid stellen sich für Fans und Verantwortliche beim FC Bayern einige Fragen. Die wichtigsten sollen an dieser Stelle beantwortet werden.

Warum ist der FC Bayern ausgeschieden?

2014 gegen Real Madrid war es im entscheidenden Rückspiel (0:4) die falsche Taktik. 2015 gegen den FC Barcelona kam im Hinspiel (0:3) auch Verletzungspech dazu. Und diesmal? Eine fragwürdige Aufstellung und einmal nicht aufgepasst im Hinspiel (0:1) - einmal nicht aufgepasst im Rückspiel (2:1). Dazu: Drei Minuten nach der Führung einen Foulelfmeter verschossen durch Thomas Müller, der schon zuvor nicht mehr der sicherste Schütze gewesen war; und vor allem auch sonst viel zu viele Chancen vergeben.

Ist Pep Guardiola gescheitert?

Gemessen am Anspruch des FC Bayern: ja. Mit Guardiola als Trainer versprachen sich die Münchner den Aufstieg zu Europas Nummer eins. Und selbstverständlich war es auch das Ziel von Guardiola, die Champions League zu gewinnen. Das ist ihm nicht gelungen. Stattdessen ist der deutsche Rekordmeister dreimal nacheinander bereits im Halbfinale ausgeschieden. Rein am Ergebnis gemessen ist der Trainer gescheitert. Und nicht zuletzt auch ein bisschen an sich selbst.

Was bleibt von Guardiola?

Eine ganze Menge, vor allem die Erkenntnis, dass auch eine deutsche Mannschaft begeisternden Fußball spielen kann. Aber auch die Erkenntnis, das dies alleine nicht ausreicht, um die Champions League zu gewinnen. Guardiola ist ein Ideologe, der seine Spielphilosophie über alles stellt, er hat versucht, den FC Bayern danach auszurichten. Dabei blieb der Pragmatismus auf der Strecke. Guardiola hat versucht, die Bayern an sich anzupassen. Und zu selten, sich den Bayern anzupassen.

Wie geht es beim FC Bayern weiter?

Mit Carlo Ancelotti kommt ein neuer Trainer, der in ersten Linie pragmatisch denkt. Arjen Robben, Franck Ribéry, Mario Götze, Xabi Alonso und Holger Badstuber haben nur noch Vertrag bis 2017, Kingsley Coman ist bis 2017 ausgeliehen, Philipp Lahm hört 2018 auf. Ansonsten sind wichtige Spieler wie Robert Lewandowski oder Arturo Vidal bis 2019 gebunden, immerhin fünf (Thomas Müller, Manuel Neuer, Jerome Boateng, David Alaba, Javi Martínez) bis 2021. Mats Hummels kommt womöglich von Borussia Dortmund, und Uli Hoeneß kehrt eventuell als Präsident zurück.

Was ist von Carlo Ancelotti zu erwarten?

Der Italiener ist lange nicht so "verkopft" wie Guardiola. Er folgt auch mal seinem Instinkt und gilt als Spieler-Versteher. Die Bayern könnten davon profitieren, dass nicht immer alles nach einem exakt vorgegebenen Plan ablaufen muss. Ancelotti wirkt gelassener als Guardiola, was im aufgeregten München durchaus ein Vorteil ist. Dass der 56-Jährige in den kommenden drei Jahren Titel holen muss, versteht sich bei den Bayern von selbst. Zumindest startet Ancelotti nicht gleich mit der Bürde eines Triples wie Guardiola bei seinem Amtsantritt 2013 als Nachfolger von Jupp Heynckes.

Um was geht es jetzt noch?

Am Samstag beim FC Ingolstadt kann der FC Bayern die historische vierte Meisterschaft nacheinander perfekt machen. Am 21. Mai folgt noch das Pokalfinale gegen Borussia Dortmund in Berlin. Den historischen Meistertitel haben die Münchner vor der Saison zum wichtigsten Saisonziel erklärt, doch das wird vom Aus in der Champions League überschattet werden, zu sehr hängt das Selbstverständnis des Klubs davon ab. Und ohne den Pokalsieg wäre die Saison wohl am Ende misslungen.

SID

auch interessant

Meistgelesen

Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Arjen Robben gesteht: „Ich war froh, dass er drin war“
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Nach Gala in Mainz: Das sagt Robben zu seiner Zukunft
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
Doppelpacker Lewandowski schreibt in Mainz Bundesliga-Geschichte
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei
FCB ohne Chef-Stratege nach Mainz - Vidal dabei

Kommentare