Auswärtserfolg in Eindhoven

Achtelfinale! Lewy-Show rettet die Bayern

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Robert Lewandowski (M.) erzielte beide Bayern-Tore.

Eindhoven - Dank Lewandowski steht der FC Bayern im Achtelfinale der Champions League. Der Pole ist mit zwei Toren und drei Aluminium-Treffern der überragende Mann. Arjen Robbens Rückkehr nach Eindhoven verläuft dagegen weniger glanzvoll.

Was war das bloß für ein Spiel. Fehlentscheidungen, ein Elfmeter, dazu noch eine Aufholjagd und Nervenkitzel nonstop – eben alles, was man an einem CL-Abend so braucht. Der Sieger: Einmal mehr Robert Lewandowski, der den FCB mit seinem nächsten Doppelpack nach frühem Rückstand rettete und für den 2:1-Triumph in Eindhoven sorgte, der die Bayern ins Achtelfinale hievt und im Kampf mit Atlético um Platz eins am Leben hält. Carlo Ancelotti: „Der Gruppensieg ist wichtig, aber am wichtigsten war es natürlich sich zu qualifizieren.“

Carlo Ancelotti hatte sich seinen Nerven-Kaugummi noch gar nicht in den Mund gesteckt, da ging es im ausverkauften Philips-Stadion schon rund. Keine fünf Minuten war die Partie alt, da setzte Lewandowski einen Kopfballlupfer an die Latte und den zweiten Kopfball drüber. Auf einmal war PSV wach. Und demonstrierte das auch. Zunächst durch einen Bodycheck von Moreno, der Lewy kurzerhand Flügel verlieh. Und gleich darauf mit einem Blitzkonter, der – ungerechtfertigterweise – das 1:0 der Hausherren zur Folge hatte (14.). Pröpper nickte eine Ramselaar-Flanke aufs Tor, Arias stand im Moment des Kopfballs im Abseits und verwandelte den Nachschuss, den Schiri Rocchi aus Italien warum auch immer zählen ließ.

Nur ein Einser: Bilder und Noten zum Arbeitssieg der Bayern

Doch dabei blieb es nicht. Die Roten wurden böse. Und PSV bekam es zu spüren. Erst ließ Alonso einen Strahl raus, den Pasveer erst im Nachfassen entschärfen konnte (21.). Eindhoven reagierte mit Nickligkeiten, Guardado schubste aus einer Laune heraus Lewy um. Kindergarten. Dann wurde es aber dreist. Nach einem gefährlichen Robben-Kopfball kam es zur Ecke für rot, bei der sich Moreno im besten Stile eines „Ateles“ (zu dt.: Klammeraffe) an Lewy hing und den Polen beim Kopfball hinderte, der daraufhin am Pfosten landete. Bitter. Die Roten ließen es an Rocchi aus, Ancelotti an seinem Kaugummi – doch der Unparteiische blieb eiskalt. Und lag bei seiner nächsten Entscheidung ausnahmsweise richtig. Im Sechzehner bekam Guardado die Kugel an die Hand, Robben & Co. beschwerten sich, und Rocchi zeigte auf den Punkt. Erleichterung. Vor allem nachdem Lewy das Ding locker versenkte (34.). 1:1.

Lewandowski scheitert drei Mal am Aluminium

Der Druck aber blieb. Bayern brauchte den Dreier, um weiterhin Chancen auf den Gruppensieg zu haben – doch Pasveer war da. Immerzu. Wer jedoch das Zepter in der Hand hielt, war jedem klar: Die Bayern. Allein Lewy hatte in Hälfte eins fünfmal auf Pasveers Kiste geschossen, soviel wie ganz PSV zusammen. Aber es nützte nichts. Das Zweite musste her. Irgendwie. Und zwar schnell. So wie in der 62. Minute: Sensationspass von Hummels auf Vidal, der sich dreht und draufhält, doch Pasveer ist erneut zur Stelle. Müllers Nachschuss muss im Tor landen, Morenos Bauch lenkt das Ding aber noch um den Pfosten.

Irgendwann hatte dann auch Ancelotti genug vom Kaugummi und reagierte. Er brachte Coman für Kimmich und Costa für den nicht ganz so erfreuten Robben, der sich die letzten 25. Minuten in seiner ehemaligen Heimat von der Ersatzbank ansehen durfte. Er bekam nur eines zu sehen: Einbahnstraßenfußball. Müller per Kopf (72.) – daneben. Aber der Fußball ist ja (in der Regel) fair. Costa-Tänzchen, Pass auf Alaba, Flanke, Lewandowski mit der Innenseite und rein ins Glück (73.). Ganz sanft. 2:1. Am Dreierpack und am Tor des Jahres schrammte der Pole in der 85. aber vorbei. Schuld war das Alluminum. Zum dritten Mal. Was soll’s? Sein Doppelpack davor hat ja schließlich auch gereicht.

Das Spiel im Ticker nachlesen

José Carlos Menzel López

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