Mehrere Weltmeister fallen in der Rangliste

"Kicker" watscht Bayern-Stars ab - Völlig zurecht!

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Blick Richtung "Weltklasse"? Laut dem Kicker haben Bastian Schweinsteiger (l.) und Philipp Lahm in solchen Sphären aktuell nichts zu suchen.

München - In der Sommerausgabe der Rangliste des deutschen Fußballs des Fachmagazins "Kicker" werden die Spieler des FC Bayern abgewatscht. Die Gründe dafür sind gerechtfertigt.

Die "Rangliste des deutschen Fußballs" des "Kicker"-Magazins zählt zu den Bewertungs-Institutionen im deutschen Fußball. Die Bundesliga-Spieler werden halbjährlich bewertet und anhand ihrer Leistungen von oben nach unten in die Kategorien "Weltklasse", "Internationale Klasse", "Im weiteren Kreis" und "Blickfeld" eingeordnet. Besonders die Abwertung vieler Bayern-Stars wird kontrovers diskutiert - auch bei uns in der Redaktion. Nachdem in der vergangenen Ausgabe bereits Manuel Neuer und Jérôme Boateng auf schier unerklärliche Weise von der Kategorie "Weltklasse" eine Stufe abgesenkt wurden, trifft es jetzt besonders ein Mittelfeld-Duo knüppeldick. Aber das völlig zurecht!

"Kicker" watscht Bayern-Stars ab - Warum eigentlich?

- Philipp Lahm und Xabi Alonso waren nach der Hinrunde für die Position Mittelfeld defensiv noch die einzigen beiden Spieler der Kategorie "Weltklasse". Mit Abschluss der Rückrunde ist der Spanier in der kompletten Auflistung des "Kicker" nicht mehr zu finden, während der Bayern-Kapitän nur in der dritten Kategorie "Im erweiterten Kreis" gelandet ist. Die Degradierung von Lahm ist auf seine viermonatige Verletzungspause nach Knöchelbruch zurückzuführen, nach der der 31-Jährige nicht mehr so richtig in Tritt gekommen ist. Daher sollte die Abwertung nicht überbewertet werden - im wahrsten Sinne des Wortes.

Was ist mit dem starken Alonso aus der Vorrunde passiert?

- Die Frage, was mit dem starken Xabi Alonso aus der Vorrunde passiert ist, kann man zurecht stellen. In der zweiten Saisonhälfte war der 33-Jährige nur noch ein Schatten seiner selbst. Anstelle von sicherem Kurzpassspiel und zielgerichteten langen Bällen, fiel der Spanier durch Ballverluste, langsames Umschaltspiel sowie fehlende Geschwindigkeit und mangelhafte Zweikampfstärke auf. Besonders in den endscheidenden Spielen in der Champions League ging Alonso komplett unter. Dass er nach diesen Rückrunden-Auftritten sogar aus dem "Blickfeld" verschwindet, ist daher nachvollziehbar.

Vermeintliche Weltklasse im Krankenstand

- Nach einjähriger Verletzungspause aufgrund dreier Innenbandrisse im rechten Knie kehrte Thiago erst Mitte der Rückrunde auf das Spielfeld zurück. Seine Extraklasse ließ der Spanier immer wieder aufblitzen und war seit seinem Comeback der Dreh- und Angelpunkt im Offensivspiel der Münchner. Dadurch, dass der 24-Jährige im Champions-League-Halbfinale gegen den FC Barcelona dem Bayern-Spiel seinen Stempel nicht aufdrücken konnte, ist die Einordnung "Im erweiterten Kreis" verständlich. Es ist zu hoffen, dass er seine Verletzungsmisere überwunden hat, denn dann wird "Thiago oder nix" (in Anlehnung an Pep Guardiolas Forderung im Sommer 2013, seinen Landsmann unbedingt verpflichten zu wollen) in der nächsten Saison mit Sicherheit mindestens unter "Internationaler Klasse" zu finden sein.

- Ein weiterer Spieler, der aufgrund einer Verletzung nicht an seine Glanzzeit anknüpfen konnte, ist Weltmeister Bastian Schweinsteiger. Den Kapitän der Nationalmannschaft setzte eine hartnäckige Patellasehnenreizung fast die komplette Vorrunde außer Gefecht. Zudem steht Deutschlands Finalheld bei der WM in Brasilien bei Trainer Pep Guardiola allem Anschein nach nicht allzu hoch im Kurs. Daher durfte er selten auf seiner geliebten Position vor der Abwehr auflaufen, sondern wurde des Öfteren im Mittelfeld verschoben. Umso beachtlicher ist seine Leistung von fünf Toren und vier Vorlagen bei nur 20 Bundesligaspielen. Wie bei Thiago gilt auch für das Bayern-Urgestein, dass von ihm im Halbfinale der Königsklasse die entscheidenden Impulse fehlten. Daher ist die Einstufung "Im erweiterten Kreis" ebenfalls berechtigt. Doch auch Schweinsteiger hat, sollte er beim FC Bayern bleiben, Luft, um im Ranking nach oben zu kommen.

Problemfall Mario Götze

- Mario Götze schien in der Hinrunde der Durchbruch bei den Bayern gelungen zu sein. Zwölf Tore und vier Vorlagen in den Pflichtspielen der Vorrunde zeigen, dass der Siegtorschütze des WM-Finals das Selbstvertrauen aus der Nationalmannschaft mit zum FC Bayern gebracht hatte. Doch ein Leistungsabfall und dadurch fehlendes Vertrauen vom Trainer sorgten für einen Leistungseinbruch in der zweiten Saisonhälfte. Somit kam der 23-Jährige in den wichtigen Spielen meist nur von der Bank. So ist es wenig verwunderlich, dass Götze von "Internationaler Klasse" in die Kategorie "Im weiteren Kreis" zurückfiel.

Nach der überragenden Vorrunde ist es nicht überraschend, dass einige Spieler des FC Bayern ihre hohe Einstufung im Ranking des "Kicker" nicht halten konnten. Zumal mit Arjen Robben und Franck Ribery die Leistungsträger und vor allem Anspielstationen für die Mittelfeldspieler in der entscheidenden Saisonphase verletzungsbedingt gefehlt haben und so "nur" die deutsche Meisterschaft gefeiert werden konnte.

Darüberhinaus muss sich jeder Spieler bewusst sein, dass seit dem Gewinn des Triples in der Saison 2012/13 die Erwartungen der Öffentlichkeit an die Aktiven des FC Bayern nochmal stark gestiegen sind.

Insgesamt gilt es zu bedenken, dass die Einstufung des "Kicker" nicht als das wegweisende Leistungskriterium zu beachten ist.

deu

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