Münchner Politiker verstimmt wegen TV-Zoff

"Rathaus und Marienplatz gehören nicht dem FC Bayern"

München - Die Double-Feier des FC Bayern und die abgeblasene TV-Übertragung des BR - das Thema zieht weiter seine Kreise. Nun haben sich Politiker der Stadt München zu Wort gemeldet.

Die Double-Feier des FC Bayern München auf dem Rathausbalkon ist nun einige Tage her, die Profis verabschieden sich nach und nach in Richtung Trainingslager ihrer Nationalmannschaften oder in ihren wohlverdienten Urlaub. Doch der entbrannte Streit zwischen dem FCB und dem Bayerischen Rundfunk (BR) um die TV-Übertragung der Feierlichkeiten auf dem Marienplatz wirkt noch nach.

Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender hatte die Feier am vergangenen Sonntag überraschend nicht übertragen. Wie sich später herausstellte, forderte der FC Bayern vom BR, sich mit 150.000 Euro an den Kosten zu beteiligen. Der Sender lehnte jedoch ab und so strahlte Sport1 die Live-Bilder vom Rathausbalkon in Ausschnitten während des Spiels um Platz drei der Eishockey-WM aus.

Hintergrund der Forderung war, dass der Rekordmeister ausnahmsweise 300.000 Euro an die Stadt München, dem Veranstalter, abgeben musste. Normalerweise stehen dem Verein nämlich sowohl die Räumlichkeiten im Rathaus, als auch der Balkon kostenfrei zur Verfügung. Doch mit dem Geld sollte die private Sicherheitsfirma bezahlt werden, die aufgrund der kurzfristigen Planung einen Aufschlag verlangte. Um nicht auf den kompletten Kosten sitzen zu bleiben, bat der Pokalsieger den BR im Vorfeld die Hälfte des Betrags zu übernehmen.

Bilder: So wild feierten die Bayern auf dem Marienplatz

Einige Münchner Politiker haben nun mit Unverständnis auf die Aktion des Ligaprimus reagiert. SPD-Fraktionschef Alexander Reissl stellte gegenüber der Süddeutschen Zeitung klar: "Das Rathaus und der Marienplatz gehören definitiv nicht dem FC Bayern." Für die TV-Übertragung habe die Stadt München in der Vergangenheit kein Geld verlangt. Deshalb sei die Forderung, für Fernsehberichte 150.000 Euro zu verlangen, laut Reissl "nicht in Ordnung". Zukünftig wolle der SPD-Politiker rechtzeitig mit dem FC Bayern sprechen, um erneute Konflikte auszuschließen.

Auch Grünen-Fraktionschef Florian Roth schlägt in die gleiche Kerbe wie Reissl und kritisiert den Double-Sieger in der SZ sogar dafür, dass die Feier "als Pausenfüller ins Spartenfernsehen gewandert ist". Sport1 zeigte lediglich Ausschnitte der Party im Rahmen der Übertragung der Eishockey-WM - und das überraschenderweise ohne auch nur einen einzigen Cent dafür zu bezahlen. Am Dienstag stellte Roth diesbezüglich eine Anfrage im Stadtrat, in der er zusammen mit Jutta Koller (Rosa Liste) fragte: "Wer zahlt und wer schafft an bei der Meisterfeier des FC Bayern?"

Fest steht nur, dass der Rekordmeister mit dieser Aktion den Unmut einiger Fans auf sich gezogen hat und der BR künftig individuell entscheiden wird, ob er die Feierlichkeiten auf dem Münchner Marienplatz überträgt oder nicht.

sk

Rubriklistenbild: © dpa

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