Bayern-Star vor Comeback

Costa hat den Erfolg als Namensgeber

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Gleicher Name, beide erfolgreich: Maicon Douglas Sisenando (r) und Bayerns Douglas Costa (l).

München - AS-Rom-Star Maicon hat, was Douglas Costa noch nicht hat. Der Bayern-Star brennt auf seine Rückkehr, womöglich schon Freitag.

Ein Modell wie Rafinha zu verwirklichen, das kann Douglas Costa sich im Moment nicht vorstellen. „Rafa ist Deutscher, ich bin Brasilianer“, sagte der Offensivspieler des FC Bayern dieser Tage dem „kicker“. Sein Landsmann hat sich im vergangenen Jahr sehr darum bemüht, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen, für Rafinha steht fest, dass er nach seinem Karriereende in München bleiben wird. Auch Costa fühlt sich wohl in Deutschland, er sagt, er könne sich „nicht mehr vorstellen, irgendwo anders zu spielen“. Aber sein Herz hängt nach wie vor stark an Brasilien. Seiner Heimat.

In Novo Hamburgo hat der heute 25-Jährige seine fußballerischen Wurzeln, beim ortsansässigen EC (übersetzt SC), den deutsche Auswanderer im Jahr 1927 gegründet haben. Ein bisschen Deutschland also hat Costa schon früh kennengelernt, lange bevor er daran denken konnte, irgendwann einmal für den FC Bayern zu spielen. Den Traum aber, den Sprung nach Europa zu schaffen, hatte er schon damals, er war ihm in die Wiege gelegt worden. Denn dass der Bursche Douglas genannt wurde, war kein Zufall.

In Novo Hamburgo nämlich lernte auch ein anderer Großer den Umgang mit dem Ball: Maicon Douglas Sisenando, genannt Maicon. Außenverteidiger, derzeit angestellt beim AS Rom – und 2010 Champions League-Sieger mit Inter Mailand. Costas Vater imponierte dieser Mann. Deshalb trägt sein Sohn nun gewissermaßen den Erfolg im Namen.

Costa hat die Erwartungen übertroffen

Costa ist in seine zweite Spielzeit mit dem FC Bayern gestartet. Er hat im Vorjahr – vor allem in der Hinrunde – alle Erwartungen übertroffen, darf sich Deutscher Meister und Pokalsieger nennen, verwandelte im Pokalfinale gegen Dortmund sogar den entscheidenden Elfmeter. Aber er sagt: „In der Kabine bei uns sitzen Weltmeister und Champions League-Gewinner. Mit so einer Mannschaft sind hohe Ambitionen normal.“ Zwar könne auch er nicht vorhersagen, wer die Königsklasse gewinne. Er weiß aber, dass er mit den Bayern eine gute Rolle spielen will.

Es heißt ja, dass Carlo Ancelotti seinen Fokus bei bisher allen Stationen in Europa auf die Champions League gelegt hat. Die Liga sei dem Italiener wichtig, so sagt man, die europäische Bühne aber deutlich wichtiger. Costa deutet die ersten Wochen unter dem neuen Coach als gutes Omen für den möglichen großen Coup: „Dass seine Handschrift schon so schnell und erfolgreich zu lesen ist, spricht für die Vielseitigkeit und das Potenzial der Mannschaft – und für den Trainer.“

Auf der Zielgeraden zum Comeback

Costa selbst war in den ersten Wochen unter Ancelotti zum Zuschauen verdammt, musste individuell für sein Comeback schuften. Im Moment aber sieht er sich nach seiner Oberschenkelverletzung „auf der Zielgeraden“. Das Trainingspensum steigert er dieser Tage Schritt für Schritt, gestern, beim ersten Training nach drei freien Tagen, wirkte er spritzig. Und er sagt, er werde „alles dafür geben“, dass die Partie am Freitagabend bei Schalke 04 „schon eine Option“ sei. Man merkt ihm an, dass er unbedingt zurück auf den Platz will. Denn die letzten Monate waren nicht einfach für ihn.

Das Aus für die Olympischen Spiele, der verpasste Titel mit der Selecao im eigenen Land nagt an Costa. „Das wäre ein einzigartiges Erlebnis gewesen“, sagt er, „diese Chance und die Goldmedaille, das kommt nie wieder“. Diese „Einmaligkeit“ mache die Sache noch etwas schmerzhafter. Wenn Costa so etwas ausspricht, schaut er immer besonders traurig.

Aber es hilft nichts. Der Brasilianer hat in seinem Leben gelernt, stets nach vorne zu blicken. Es ist kein Wunder, dass er schon jetzt davon spricht, in Russland in zwei Jahren den WM-Titel gewinnen zu wollen. Und bis dahin alles für die Bayern zu geben. Seine „Ambition und Denkweise“ seien es, zu sagen: „Bin ich fit, spiele ich auch.“ Auch das ist ein kleiner Unterschied zu Rafinha.

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