Star-Coach trieb ihn zur Weltklasse

Boateng: So hart kritisierte mich Guardiola

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Ex-Bayer-Trainer Pep Guardiola hat offenbar großen Anteil an der Entwicklung von Jerome Boateng.

München - Anders als Kollege Franck Ribery schwärmt der neue Fußballer des Jahres vom Ex-Coach. Boateng spricht auch über seinen Bruder als Vorbild und das Kapitänsamt beim DFB. 

Seit Jürgen Kohler 1997 hat es kein Verteidiger mehr zu Deutschlands Fußballer des Jahres geschafft. 19 Jahre später erhält nun Jerome Boateng die Auszeichnung. Der Bayern-Star landete mit großem Vorsprung vor seinen Teamkollegen Thomas Müller und Robert Lewandowski auf Rang eins. Im Kicker erklärt er nun seinen Weg zur Weltklasse. Ganz entscheidend war offenbar sein Bruder Kevin-Prince, der auf dem Bolzplatz die meisten Tricks drauf hatte. Jerome eiferte ihm nach, bis er sie auch konnte.

Boateng mochte Guardiolas Philosophie

Mindestens genauso wichtig für seine Entwicklung war aber auch Ex-Coach Pep Guardiola: "Er hat viel bei mir bewegt. Als ich ihn das zweite Mal sah, hat er mich in sein Büro geholt und mir Videos mit Zweikampfsequenzen gezeigt", so Boateng. "Er sagte: 'Das geht nicht, das nicht und das musst du auch besser machen.' Da war ich schon überrascht, denn das war eine Menge Kritik. Wir haben dann intensiv gearbeitet, taktisch, spielerisch, im Zweikampfverhalten. Es hat mir sehr geholfen."

Widersprochen habe er zwar auch, doch dann "hat er versucht mir seine Gedanken zu erklären. Und ich hatte daran nichts mehr auszusetzen". Ohnehin sei ihm das Spiel des Spaniers sehr entgegengekommen: "Ich mag es auch, so hoch zu stehen und zu pressen."

Doch auch unter Neu-Trainer Carlo Ancelotti wird die Chemie stimmen, ist sich der 27-Jährige im Interview mit dem Fußballmagazin sicher: "Ich finde es wichtig, dass man gut mit dem Trainer kann. Jeder Trainer ist anders. Was es ausmachen kann, wenn man eine gute Beziehung zum Trainer hat, sah man bei Heynckes. Er war der väterliche Typ, der viel Kontakt suchte." Guardiola sei anders gewesen, aber trotzdem "hatten die meisten Spieler ein gutes Verhältnis zu ihm. Manche brauchen mehr Nähe, andere weniger. Ich komme mit beidem klar."

DFB-Kapitän? "Das wäre schon aussagekräftig."

Noch fehlt Boateng verletzt. Doch er freut sich schon jetzt auf seinen Innenverteidiger-Partner Mats Hummels: "Er war Kapitän in Dortmund, ist dort immer vorangegangen. Beim DFB hat das Zusammenspiel sehr gut geklappt, und ich hoffe, das wird auch hier so sein. Er ist auf jeden Fall ein Gewinn für den FC Bayern."

Bayern lassen beim Supercup die Muskeln spielen

Boateng scheint für viele der beste auf seiner Position zu sein. Was fehlt, ist vielleicht ein Amt. Zu vergeben ist das des Kapitäns der Nationalmannschaft nach dem Rücktritt von Bastian Schweinsteiger. Boateng: "Ich habe mehrmals gesagt, dass es eine riesige Ehre wäre und dass ich bereit bin. Aber es gibt auch andere tolle Spieler, die das machen können." Auch gesellschaftlich hätte die Binde für "Nachbar" Boateng eine Signalwirkung: "Es wäre eine großen Ehre, als erster Farbiger in Deutschland so ein Amt zu bekleiden. Das wäre schon aussagekräftig."

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mke

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