Mainz-Pleite abgehakt

Vor dem Knüller: Das steht gegen den BVB auf dem Spiel

München - Es liegt wieder Spannung in der Luft. Der FC Bayern könnte bei einer Pleite in Dortmund seine gute Ausgangslage einbüßen. Der Druck auf den FCB steigt.

Vor dem Spiel sprachen alle nur über Uli Hoeneß, nach dem Abpfiff plötzlich wieder über den Titelkampf der Bundesliga. In nur 90 Minuten hatte der FC Bayern den Trubel um seinen aus der Haft entlassenen Ex-Präsidenten zur Nebensache werden und das Fieber auf den Klassiker gegen Borussia Dortmund am Samstag (18.30 Uhr, Sky) schlagartig steigen lassen. Die Münchner hätten sich für die neu erzeugte Spannung aber sicher ein anderes Stilmittel als die 1:2-Niederlage gegen den FSV Mainz 05 gewünscht.

„Bei uns ist einiges schiefgelaufen“, stellte Karl-Heinz Rummenigge nach der ersten Heimpleite der laufenden Saison am Mittwochabend ernüchtert fest. Deutlich wird das vor allem mit Blick auf die Tabelle, der Punktevorsprung auf den BVB ist nach dessen 2:0-Erfolg in Darmstadt geschrumpft – jetzt sind es nur noch fünf!

„Heute konnten wir merken, dass wir noch viel arbeiten müssen, um unseren Titel zu verteidigen“, sagte Pep Guardiola unmittelbar nach der überraschenden Niederlage, die Jhon Cordoba mit seinem späten Treffer in der 86. Minute perfekt gemacht hatte. Zuvor hatte Arjen Robben (64.) die Gästeführung durch Jairo Samperio (26.) ausgeglichen. „Nach dem 1:1 haben wir gehofft, dass wir noch ein Tor erzielen, aber wir haben einfach keinen guten Tag gehabt und zu wenig dafür getan, um so ein Spiel zu drehen“, analysierte Rummenigge.

Rummenigge: In Dortmund dürfen wir nicht verlieren

Dramatisieren wollte der FCB-Boss die Pleite nicht, dachte aber gleich schon an den Samstag und das Gipfeltreffen beim BVB. „So wird es jetzt in Dortmund ein Spiel, das wir sicherlich nicht verlieren dürfen“, sagte er mit Blick auf den zusammengeschmolzenen Vorsprung. Zum ersten Mal kommt in dieser Saison, die die Roten bislang so dominiert hatten, das Gefühl von Spannung um die Schale auf. Zwar hatte Guardiola stets betont, dass die Meisterschaft kein Selbstläufer werde – doch angesichts der spielerischen Klasse und der unbändigen Torgier, mit der die Bayern während der Hinrunde Woche für Woche brillierten, schien der historische vierte Meistertitel in Folge nur eine Frage der Zeit für den Rekordmeister.

Jetzt werden die Karten wieder neu gemischt. Eine Niederlage im Signal-Iduna-Park und die Schwarz-Gelben wären in direkter Schlagdistanz zum FCB. „Es ist ein sehr wichtiges Spiel beim BVB“, sagte Robert Lewandowski vor dem Duell mit seinem Ex-Klub: „Ich hoffe, dass es mindestens bei fünf Punkten Vorsprung bleibt.“ Während sich der Spitzenreiter über die nicht eingeplante Pleite ärgerte, schöpfen die Westfalen wieder Hoffnung. „Jetzt ist die Ausgangslage für uns natürlich besser. Es liegt jetzt bei uns, den nächsten Schritt zu machen“, meinte BVB-Coach Thomas Tuchel, während Mats Hummels klar formulierte: „Wir wollen es jetzt noch einmal spannend machen.“

Robben klagt, Lewandowski gibt Versprechen ab

Ob das wirklich gelingt, hängt aber auch von den Bayern ab. Die werden am Samstagabend garantiert anders auftreten als am Mittwoch. „Ich weiß, dass wir am Samstag besser spielen werden – und effektiver. Die Fehler, die wir gemacht haben, machen wir dann nicht mehr“, kündigte Lewandowski an. Die erste Pflichtspielniederlage in diesem Jahr war auch eher als Ausrutscher denn als Anzeichen einer Krise einzuordnen. „Das ist allen großen Mannschaften schon mal passiert“, meinte Bundestrainer Jogi Löw, während Arjen Robben beklagte, nicht rigoros genug gewesen zu sein. „Wir reden immer über das Gleiche. Diese Konter dürfen uns nicht passieren“, nahm der Holländer seine Teamkollegen ins Gebet.

Panik kam bei den Bayern aber keineswegs auf, warum auch. Schließlich haben auch sie das Hinspiel gegen den BVB noch in bester Erinnerung. 5:1 hieß es am 4. Oktober, als die Münchner das Tuchel-Team demontierten und mit 75.000 Zuschauern ein rauschendes Fußballfest feierten. Die Voraussetzungen morgen sind anders, aber genau wie beim Hinspiel wird Uli Hoeneß nicht live dabei sein. „Ich glaube nicht“, antwortete Rummenigge auf die Frage, ob Hoeneß auch mit nach Dortmund reisen werde.

Am Samstag gibt es ohnehin einige deutlich spannendere Themen...

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José Carlos Menzel López

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