„Ganze Generation von Spielern ausgefallen“

Stoiber sieht Hoeneß-Erbe beim FC Bayern in Gefahr

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Uli Hoeneß und Edmund Stoiber feierten gemeinsam bereits viele Erfolge des FC Bayern.

München - Edmund Stoiber hat sich über die Zukunft des FC Bayern geäußert. Dabei übt er Kritik an der Personal-Auswahl und spricht über die Haftzeit von Uli Hoeneß.

Update vom 25. November 2016: Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur Rückkehr von Uli Hoeneß beim FC Bayern. Außerdem bieten wir einen Live-Ticker zur JHV 2016. Und: Wir haben zusammengefasst, wie Sie die JHV 2016 des FC Bayern heute im Live-Stream und im TV sehen können.

Am Freitagabend soll Uli Hoeneß wieder offiziell Präsident des FC Bayern München werden. Auf der Jahreshauptversammlung der Bayern wird der 64-Jährige kandidieren und, aufgrund eines fehlenden Konkurrenten, auch gewählt werden. 

Edmund Stoiber, Mitglied im Aufsichtsrat des FCB, äußert sich nun positiv über die erneute Kandidatur seines Freundes. In einem Interview mit der ZEIT stellt er trotz dessen Verurteilung zu einer Haftstrafe von dreieinhalb Jahren fest: „Er hat einen schweren Fehler gemacht und trotzdem wie jeder andere Straftäter eine Chance zur Resozialisierung verdient. Das müssen Sie mir jetzt einfach glauben: Uli ist mehr mit sich ins Gericht gegangen als viele andere“, so der Ex-Ministerpräsident Bayerns.

„In der Welt zu Hause, in München und Bayern daheim“

Außerdem betont Stoiber die Bedeutung, die der Verein seinen Anhängern beimesse: „Bei uns haben die Mitglieder eine viel höhere Bedeutung als anderswo. Der Slogan ‚In der Welt zu Hause, in München und Bayern daheim‘ spielt bei der Rückkehr von Uli Hoeneß eine wichtige Rolle. 95 Prozent der Fans erwarten ihn freudig. Das wissen wir aus Umfragen“, so Stoiber.

Die große Bedeutung der Fans zeige sich auch noch an anderer Stelle. Es habe eine riesige Debatte um die Festlegung der Satzung des FC Bayern gegeben. „Da steht jetzt drin: Wenn wir den Anteil der Investoren an der Fußball-AG auf über 30 Prozent erhöhen wollten, dann brauchte man nicht nur die Mehrheitsentscheidung des Präsidiums, sondern auch die Zustimmung von drei Vierteln der Mitglieder. Zeigen Sie mir einen Klub, in dem diese ein solches Mitspracherecht haben.“

Stoiber geht außerdem davon aus, dass die Öffentlichkeit einen anderen Uli Hoeneß als noch zu alten Zeiten erleben werde: „Sicher geht eine Haftzeit von einem Jahr und acht Monaten an einem Menschen nicht spurlos vorbei. Die Begegnungen im Gefängnis haben ihm einen Einblick in fürchterliche Lebensläufe gegeben. Da steht dann plötzlich ein Kindermörder neben dir auf dem Gefängnishof“, erzählt der Ex-Ministerpräsident. Die anderen Gefangen zu erleben, sei eben doch eine besondere Erfahrung gewesen, das habe ihm Hoeneß erzählt, so Stoiber.

Hoeneß-Nachfolger? Ganze Generation von Erben ausgefallen

Doch nicht nur lobende Worte gehen dem ehemaligen Ministerpräsidenten über die Lippen. Vor allem im Bezug auf die Nachfolge von Klub-Granden wie Uli Hoeneß, Franz Beckenbauer oder Karl-Heinz Rummenigge gefällt dem 75-Jährigen die Personalpolitik der Bayern nicht: „Leider ist eine ganze Generation als Erben dieser großen Spieler im Verein ausgefallen. Zum Beispiel sind Oliver Kahn, Mehmet Scholl oder Thomas Helmer hervorragende Kommentatoren. In nicht allzu ferner Zukunft sollen auch wieder Spieler ran und den Verein in der Führung prägen“, fordert Stoiber.

Arm hoch: BVB-Fans bieten im Web Bastel-Neuer an

An wen er dabei denke? „An Menschen, die mit dem Herzen Bayern sind, Lahm, Müller oder Neuer, den ich immer als gelernten Bayern bezeichne. Philipp Lahm könnte als Erster ein Enkel von Hoeneß, Rummenigge und Beckenbauer werden“, meint der 75-Jährige. Philipp Lahm gilt beim FC Bayern schon länger als geeigneter Kandidat, eine führende Rolle im Verein zu übernehmen.

Verfolgen Sie hier die Jahreshauptversammlung des FC Bayern in unserem Live-Ticker. 

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