Verschossener Elfer gegen Atlético

Fehlschütze Müller leidet: "Es tut richtig weh"

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Thomas Müller war nach dem Schlusspfiff verständlicherweise schwer enttäuscht.

München - Dieser Fehlschuss wird Bayern-Liebling Thomas Müller noch lange begleiten. Statt in die schon oft zelebrierte Hauptrolle des Torhelden zu schlüpfen, verließ der Weltmeister als traurigste Figur die Halbfinal-Bühne.

„Es tut richtig weh. Der Fußball ist manchmal extrem“, sagte der 26-Jährige. „Aber Fußball ist, wie er ist. Es gewinnt nicht immer die bessere Mannschaft.“

Sein zehnter Strafstoß in der Königsklasse hätte das womöglich vorentscheidende 2:0 im Rückspiel gegen Atlético bringen können. Es kam der dritte verschossene Elfer heraus. „Einer muss antreten und Verantwortung übernehmen“, sagte Karl-Heinz Rummenigge. „Wir sind nicht ausgeschieden wegen des Elfmeters“, meinte Pep Guardiola, der wegen der späten Einwechslung Müllers im Hinspiel kritisiert wurde.

Aber nicht nur danach wurde über Müller debattiert. Seine Rolle in den Halbfinals 2014 und 2015, als er nicht über die volle Distanz ran durfte, war ebenfalls heiß diskutiert worden. Besonders seit dem verlorenen „Finale dahoam“ im Jahr 2012, als Müller beim Stand von 1:0 für Bayern das Feld verließ, gilt der 26-Jährige als ein Mann für die entscheidenden Minuten. Eindrucksvoll schoss er die Bayern jüngst ins Pokalfinale, rettete sie auch gegen Juventus in der Königsklasse. Umso schmerzhafter war nun dieser für Müller so untypische Moment.

Die gesammelten Antworten Müllers aus der Mixed Zone nach dem Spiel:

Frage: "Thomas Müller, wie groß ist die Enttäuschung nach dem erneuten Aus im Halbfinale der Champions League?"

Thomas Müller: "Das tut richtig weh. Atlético hat nicht stattgefunden, aber das ist eben manchmal bitter, welche Art von Fußball sich durchsetzt."

Frage: "Kann man der Mannschaft einen Vorwurf machen?"

Müller: "Es gibt nicht viel, was man uns vorwerfen kann, außer zwei Situationen: Den Elfer muss ich natürlich verwandeln. Das war eine Riesenmöglichkeit. Und beim Gegentor haben wir nicht ganz so gut ausgesehen. Aber ansonsten haben wir ein Wahnsinnsspiel gemacht. Wir haben als Mannschaft super funktioniert, hatten auch individuell gute Aktionen."

Frage: "Im Gegensatz zu Atlético..."

Müller: "Wir waren die deutlich bessere Mannschaft mit allem, was man im Fußball braucht. Wir haben nicht nur ein gutes Passspiel und Positionsspiel gehabt. Wir hatten auch Intensität, Leidenschaft, wir hatten tolle Fans, eine Wahnsinns-Bank, die uns unterstützt hat. Trotzdem hat es nicht gereicht."

Bayern-Aus in der Champions League: Ein Einser, drei Zweier

Frage: "Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hat dem Schiedsrichter eine Mitschuld am Aus gegeben. Wie sehen Sie das?"

Müller: "Wir brauchen jetzt nicht über den Schiedsrichter sprechen. Ein bisschen mehr Glück oder ein bisschen weniger Pech - und wir kommen weiter."

Frage: "Der FC Bayern ist zum dritten Mal in Serie im Halbfinale an einem spanischen Team gescheitert. Kann man von einem Trauma sprechen?"

Müller: "Jeder hat gesehen, was los war. Wir müssen uns nicht schämen, aber draußen sind wir trotzdem, das ist der Drops, den wir lutschen müssen."

Frage: "Es gibt noch zwei Titel zu gewinnen..."

Müller: "Das ist jetzt nicht das Thema."

sid/dpa

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