In Dortmund hatte er sich schon nicht im Griff

FCB-Trainer Ancelotti erteilt Ribery die nächste Rüge

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So geht’s nicht: Carlo Ancelotti musste Franck Ribery abermals in die Schranken weisen.

München - Der Neu-Münchner und FC Bayern-Trainer Carlo Ancelotti fordert erneut mehr Diszipin von seinem unbeherrschten Spieler Franck Ribery.

Serviert wurden Spiegeleier und Speck, was an sich schon ungewöhnlich gewesen wäre. Vollends kurios wurde die Geschichte, als plötzlich die Rauchmelder zu klingeln begannen. Mit sechs Einsatzfahrzeugen rückte die Jenaer Feuerwehr am Mittwoch an, um den vermeintlichen Brand zu löschen. Es war dann aber doch nur falscher Alarm beim Regionalligisten Carl Zeiss Jena.

Der DFB-Pokal, das weiß auch der Neu-Münchner Carlo Ancelotti, hat seine Besonderheiten. Eine war diesmal eben die, dass ein Viertligist zwei Tage vor dem Duell mit dem Branchenführer etwas kochte, das nicht dem Ideal von Sportlernahrung entsprach, und dass die Zubereitung auch noch direkt in der Kabine erfolgte.

Für die Thüringer ist das heutige Spiel (20.45 Uhr/live im TV und Live-Stream) das Ereignis des Jahres, während es beim Gegner eher eine weitere Etappe auf dem Weg zum Bundesligastart darstellt. Allzu leicht aber erwartet auch Ancelotti das Duell im Stadion mit dem schönen Namen Ernst-Abbe-Sportfeld nicht. „Es gibt viele Überraschungen“ in diesem Wettbewerb, das hat Deutschland mit seinen früheren Stationen in Italien, England, Frankreich oder Spanien gemeinsam. Und ein bisschen kann Ancelotti auch seine eigene Biographie heranziehen. Im Europapokal strauchelte er 1980 mit dem AS Rom nach 3:0-Hinspielsieg noch in Jena. Die Partie endete 4:0 für Carl Zeiss, „aber wir hätten auch 10:0 verlieren können“. Es war eine dieser Partien, die irgendwann eine Eigendynamik entwickeln, die nicht mehr aufzuhalten ist.

Allzu häufig kommt sowas aber auch nicht vor, und deshalb ist Ancelotti bei aller Wachsamkeit doch guter Dinge. Es beunruhigte ihn gestern nicht sehr, dass die personelle Lage sich zuletzt deutlich eingetrübt hat. Kingsley Coman meldete sich am Mittwoch mit einer Sprunggelenksverletzung ab und wird einige Wochen fehlen. Für heute Abend stehen auch Thiago und Xabi Alonso nicht zur Verfügung, die noch an kleineren Blessuren als Folge des Supercups in Dortmund laborieren. Bis zum Ligastart in einer Woche gegen Werder Bremen sollte das Duo aber genesen sein. Dann könnten, wenn es unbedingt nötig wäre, wohl auch Renato Sanches oder Douglas Costa verfügbar sein.

Bayern lassen beim Supercup die Muskeln spielen

Lieber aber würde Ancelotti auf das Duo noch ein Spiel länger verzichten. Die Länderspielpause nach dem Bundesliga-Auftakt wollen die Bayern nutzen, um all jene Profis wieder heranzuführen, deren Rückkehr absehbar ist. Auch Arjen Robben und Jerome Boateng gehören dazu, während Holger Badstuber noch etwas länger und individueller aufgebaut werden muss.

Ribery wurde in Dortmund ausgewechselt, weil er Nerven und Ellbogen nicht ganz im Griff hatte

Mit Coman, Costa und Robben fehlen aktuell drei von vier Flügelspielern, doch die Frage eines eventuellen weiteren Transfers (bislang kamen nur Sanches und Mats Hummels) stellt sich den Bayern nicht. Wenn alles nach Plan läuft, haben sie in wenigen Wochen wieder eine große Auswahl. Und schon beim Supercup am Sonntag war lange Zeit Franck Ribery der einzige gelernte Flankenläufer in der Bayern-Offensive.

Der Franzose wurde in Dortmund schließlich ausgewechselt, weil er seine Nerven – und seinen Ellbogen – nicht ganz im Griff hatte. Nicht nur bei Ancelotti ist er Wiederholungstäter. Schon in zwei großen Finals gegen den BVB (Champions League 2013, DFB-Pokal 2016) wurde er auffällig. Als Ribery neulich auf der USA-Reise im Testspiel gegen Inter Mailand abermals die Beherrschung verlor, wurde sein neuer Trainer erstmals deutlich („Ich mag keine Spieler, die sich so verhalten“). Nun ist es erneut so weit.

„Sowas kann gefährlich sein“, warnt Ancelotti, ob nun gegen Dortmund oder zum Beispiel Carl Zeiss Jena. Der Italiener hat zügig das Gespräch mit seinem Spieler gesucht, wie auch Kapitän Philipp Lahm. Zu vermuten ist, dass der nette Herr Ancelotti bei diesem Thema nicht mehr ganz so nett gewesen ist. Die Botschaft scheint zumindest angekommen zu sein. „Er hat es sehr gut verstanden“, konnte der Trainer gestern vermelden. Das hat Ribery bei früheren Vergehen allerdings auch behauptet.

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