"Sie wollen mich treffen"

Pep über den Kabinenstreit und Maulwürfe

München - Am Ende kracht es dann doch noch. Pep Guardiola soll mit einem Physio aneinandergeraten sein. Der Kabinenstreit wurde nun öffentlich. Wie er darauf reagierte.

Es gibt schlechtere Arten der Frustbewältigung als eine historische Meisterschaft, doch kurz vor dem vierten Titel in Folge bestimmen beim FC Bayern das bittere CL-Aus und die Folgen die Schlagzeilen. Wie die Bild berichtete, ging Pep Guardiola unmittelbar nach dem wertlosen Sieg gegen Atlético Madrid – wieder einmal – auf die medizinische Abteilung des Rekordmeisters los. Der Spanier beschwerte sich, dass er lange auf die Rückkehr seiner verletzten Stars warten müsse, während Atléticos Diego Godin nach nur einer Woche wieder fit war.

Daraufhin attackierte ein Physio den Bayern-Coach verbal, es kam zum Eklat. Guardiola bemühte sich am Freitag auf der Pressekonferenz auch nicht, die Geschichte ins Reich der Fabeln zu verweisen, sondern zeigte sich enttäuscht über die verstimmte Atmosphäre innerhalb des Klubs. „Was in der Kabine passiert, bleibt normal in der Kabine“, meinte der Spanier und sagte zu den Vorwürfen: „Die Leute, die gesprochen haben, wollen mich treffen.“ Fast schon gelassen fügte er an: „Das ist viele Male passiert in meinen drei Jahren hier.“

Guardiola mit medizinischer Abteilung unzufrieden

Allerdings ist es in seiner Amtszeit auch nicht das erste Mal, dass der eigenwillige Trainer mit der medizinischen Abteilung aneinander geriet. Der langjährige Mannschaftsarzt, Kult-Doc Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, trat im April 2015 zurück, Physio-Evergreen Fredi Binder wurde vergangenen Sommer abgeschoben. Auch mit Mulls Nachfolger, Dr. Volker Braun, war Pep sich nicht immer einig. Franck Ribéry verletzte sich im Dezember nach achtmonatiger Verletzungspause in seinem zweiten Spiel erneut und Jerome Boateng war beim Rückrundenauftakt nicht vollständig fit, als er sich einen Muskelriss in den Adduktoren zuzog.

Pünktlich zum Hinspiel gegen Atlético meldete sich der Weltmeister wieder fit, doch Pep ließ ihn im Vicente Calderon nur auf der Tribüne hocken. War Guardiola verärgert, weil Boateng sich drei Tage zuvor im Ligaspiel gegen Berlin noch nicht bereit für sein Comeback fühlte? Gestern beim Abschlusstraining fehlte der 27-Jährige, ein Einsatz in Ingolstadt ist unwahrscheinlich.

Es ist nicht das erste Mal, dass in Peps Amtszeit Kabinen-Interna nach außen gelangen. Doch mit der Suche nach dem Maulwurf will sich der 45-Jährige nicht mehr beschäftigen. „Das ist mir egal. Ich habe keine Zeit, diese Person zu finden“, will sich der Katalane voll auf die beiden verbleibenden Titelchancen konzentrieren und gab den anonymen Informanten zu bedenken: „Sie wollen mich treffen, aber sie merken nicht, dass sie die Mannschaft und den Verein damit treffen. Ich bin im nächsten Jahr nicht mehr hier.“

Die Pep-PK im Live-Ticker zum Nachlesen.

Rubriklistenbild: © Christina Pahnke / sampics

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