Ehemaliger FCB-Präsident

Bescheidener als früher: Das neue Gesicht des Uli Hoeneß

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Uli Hoeneß.

München - Uli Hoeneß schlägt in seinen jüngsten Interviews ruhigere Töne an: Er lobt die Konkurrenz, erbittet sich von den Bayern, Maß zu halten und übt sich auch selbst in Bescheidenheit.

Die Zeiten scheinen vorbei, in denen Uli Hoeneß auf die Frage, wen er sich als Gegner für das Champions-League-Finale wünsche, meinte:  "For me, it's scheißegal." In den neuesten Interviews schlägt er einen deutlich ruhigeren Ton an. In einem Gespräch mit der Bild-Zeitung klingen seine Aussagen ganz anders: "Ich hoffe, dass unsere Spieler wissen, dass diese 5:0 und 6:0 nicht der Alltag sind. Jetzt kommen die schweren Spiele ja erst." Man sei gut beraten, wenn man sich die Tor-Festivals der vergangenen Wochen nicht zum Maßstab nehme.

Ein weiteres Beispiel: Im Bundesliga-Titelrennen erwarte er von Borussia Dortmund noch viel Gegenwehr - trotz der namhaften Abgänge. "Dortmund wird sich bis zum Ende der Saison sehr stark entwickeln. Ich habe sie gegen Warschau gesehen. Eine sehr junge Mannschaft, aber unheimlich entwicklungsfähig. Von Dortmund können wir einiges erwarten", sagte der designierte Präsident des FC Bayern München der Bild-Zeitung. Dagegen hatte er sich bei einem Fantreffen in Hamburg vor einigen Jahren noch über die Finanzwirtschaft des BVB mokiert: "Als sie (die Dortmunder, Anm. d. Red.) mal gar nicht mehr weiter wussten und Gehälter nicht mehr zahlen konnten, haben wir ihnen ohne Sicherheit zwei Millionen gegeben für einige Monate."

Der BVB musste in der vergangenen Sommerpause die Abgänge von Mats Hummels (FC Bayern), Ilkay Gündogan (Manchester City) und Henrich Mchitarjan (Manchester United) verkraften, dafür holten die Westfalen die beiden Weltmeister Mario Götze und André Schürrle, sowie eine Reihe junger, hoffnungsvoller Spieler. Hoeneß betonte nun, dass er sich auf die Duelle freue, "denn wir alle wollen auch eine spannende Bundesliga haben und ich glaube, die Spannung wird früher kommen, als wir gerade denken".

Im Gegensatz dazu meinte er im April auf die Frage, ob die Dominanz der Bayern die Bundesliga langweilig machen würde: "Ich finde, dass wir hier in Deutschland viel zu sehr die großen Leistungen des FC Bayern in den letzten Jahren herabwürdigen, indem man das immer so als selbstverständlich betrachtet. 'Ja schon wieder Meister'."

Auch, was die Triple-Träume angeht, nimmt sich Uli Hoeneß mittlerweile zurück: Anfang des Jahres hatte er den Druck auf Mannschaft und Trainer noch erhöht, indem er meinte, dass Guardiola alle drei Wettbewerbe "unbedingt gewinnen" wolle. Das Triple gelang nicht. Am Ende standen zwei Titel auf der Habenseite der Münchner. In der neuen Saison klingen die Wünsche des Ex-Präsidenten nun viel bescheidener. Im jüngsten Interview mit der tz meinte Hoeneß: "Wir wären super arrogant, wenn wir ständig davon reden, dass wir nur mit dem Triple ein Jahr als erfolgreich betrachten. So einen Druck hält keine Mannschaft der Welt aus."

Zur Präsidenten-Wahl wollte sich Hoeneß ebenso wenig wie zum Fall Beckenbauer äußern. Der Weltmeister von 1974 war bereits von 2009 bis 2014 Bayern-Präsident, ehe er das Amt wegen seiner Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung niedergelegt hatte.

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dpa/Patrick Steinke

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