Meilen entfernt mit dem Herzen bei Bayern

Xabi Alonso lobt Fans in Chicago

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Let’s talk about soccer: Bei einem PR-Termin im Chicago City Center sind die Bayern Xabi Alonso (2.v.l.) und Holger Badstuber zu Gast. Zusammen mit Riccardo Montolivo (r.) vom AC Mailand, dem heutigen Testspiel-Gegner.

Chicago - Der FC Bayern besucht derzeit seine Fans in den USA. Xabi Alonso lobt die Nehmerqualitäten der Anhänger in der weiten Ferne.

Update vom 27. Juli 2016: Im ersten Testspiel in den USA treffen die Bayern auf die "Rossoneri". Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Spiel FC Bayern München gegen den AC Mailand live im TV und im Live-Stream sehen können.

Von Kopf bis Fuß auf die USA eingestellt: So haben sich die Stars des FC Bayern bisher in den Staaten präsentiert. Auf den meisten Köpfen leuchtete ein rotes Baseball-Cap mit den Stationen der diesjährigen US-Tour, auch extra Rucksäcke mit dem Logo hatten findige Marketing-Strategen in Auftrag gegeben. Perfekt im US-Style trug Nachwuchskraft Julian Green seine Schirmmütze: verkehrt herum. Er ist ja in den Staaten verwurzelt.

Ansonsten ist auch beim zweiten PR-Trip der Bayern in die neue Welt die Frage, inwieweit alles doch nur aufgesetzt ist. So richtig viel los war zu Beginn des Abenteuers in Chicago jedenfalls nicht. Als die Spieler am frühen Montagabend vor dem Teamhotel im Stadtzentrum ihre Sachen ins Gebäude brachten, nahmen keine 100 Fans Notiz davon. Kein Vergleich zu den Tumulten im vergangenen Jahr in China, als Philipp Lahm und Kollegen völlig euphorisierten Massen begegneten. Allerdings wird sich das noch bessern, so die interne Überzeugung. Die drei Spiele gegen Milan, Inter Mailand und Real Madrid seien bereits annähernd ausverkauft, und vor allem der Abschluss in New York gegen die Königlichen soll für Furore sorgen.

US-Sportarten haben keine eigenen Fan-Blöcke

Bei einem Sponsorentermin am Dienstagnachmittag im Chicago City Centre waren schon mal rund 20 Fans dabei. Sie lauschten andächtig den Ausführungen von Xabi Alonso und Holger Badstuber, und am Rande versicherten die Organisatoren, man hätte eigentlich 500 bis 700 Tickets verteilen können, allein schon für das öffentliche Training im Anschluss im „Soldier Field“. Bei den US-Sportarten kennt man übrigens keine eigenen Fan-Blöcke, extra für die Fußballgäste aus Europa hat man aber das „Soldier Field“ in Chicago aufgeteilt. Der Teil der Münchner Fans war in Kürze ausverkauft. Das ist ja schon mal eine Aussage.

„Wir freuen uns immer, wenn wir hören, dass das Interesse an der Bundesliga wächst“, sagte Badstuber, „aber wir wissen, dass wir hinter der Premier League sind – wir müssen das noch verbessern, wir haben viel zu tun. Das ist unter Ziel.“ Xabi Alonso erntete gestern einen kleinen Sonderapplaus, als er die Nehmerqualitäten der Fans in den USA anerkannte. In Chicago sitzen die Anhänger samstags früh in ihrer Stammkneipe, um die Spiele zu sehen. „Sie sind Meilen von uns entfernt und fiebern trotzdem mit, das ist großartig. Fußball wird in den USA immer größer.“ Es gibt Annäherungen der Kulturen. Rafinha und Thiago sah man mittags einen Burger auf ihren Tellern balancieren – nun ja, ob das für Sportler taugt?

Und den Abend ließen die Fans ihrerseits gestern mit einer großen Bier-Party in ihrer Stammkneipe ausklingen, es gab sogar einen extra Shuttle Service mit den Trolleys, den kleinen Golfcars, mit denen die Touristen am Lake Michigan herumgefahren werden können. So viele Menschen in Shirts des FC Bayern gab es in dieser Metropole noch nie zu sehen. Es wächst. Langsam. Doch es wird ein langer Weg, bis die US-Bürger von Kopf bis Fuß auf Fußball eingestellt sind.

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