FCB-Vorstandsboss spricht über Transfers

Rummenigge: BL-Spieler geben uns keine zusätzliche Qualität

München - Karl-Heinz Rummenigge erklärt in einem Interview, warum der FC Bayern sich bei Spielern wohl nur noch selten in der Bundesliga bedient. Anders sehe die Sache bei Trainern aus.

Mit Mats Hummels hat sich der FC Bayern noch einmal ordentlich verstärkt. Der Nationalspieler kommt vom großen Liga-Konkurrenten Borussia Dortmund und wird die Defensive des Rekordmeisters noch einmal ordentlich festigen. Transfers wie diese sind aber seltener geworden in München. Mit Renato Sanches kommt ein Talent von Benfica Lissabon. Vorbei sind offenbar die Zeiten, in denen die Roten sich in der eigenen Liga bedienen. Aus einem ganz simplen Grund. "Es gibt in der Bundesliga nicht viele Spieler, die dem FC Bayern noch zusätzliche Qualität geben können", sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Vor einem Jahr war das noch anders. Da hatte der Rekordmeister die Möglichkeit, Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg an die Säbener Straße zu holen. "Wir hatten das Angebot, De Bruyne im Jahr 2015 für das Jahr 2016 zu kaufen", bestätigte Rummenigge. "Bei der Größenordnung, um die es ging, Ablöse plus Gehalt in der Summe weit über 100 Millionen Euro, war uns das Risiko zu hoch. In einem Jahr kann viel passieren, zum Beispiel eine schwere Verletzung. Und wir wussten vor einem Jahr nicht: Brauchen wir 2016 einen wie De Bruyne?" Stattdessen wechselte der Belgier direkt zu Manchester City.

"Ich finde Thomas Tuchel spannend"

Die Sache mit der Qualität aus der Bundesliga gelte allerdings nur für Spieler. "Bei Trainern sehe ich das mittlerweile wieder anders", so der Klub-Boss: "Da gibt es einige, die heranwachsen. Ich finde Thomas Tuchel spannend, ohne dass das jetzt heißt, dass er der nächste Bayern-Trainer wird. Aber ich finde seine Entwicklung, seine Fußballphilosophie sehr gut, und es überrascht mich nicht, dass Borussia Dortmund mit ihm eine Wende geschafft hat. Oder auch Julian Nagelsmann in Hoffenheim - es gibt jetzt ein paar junge Trainer in Deutschland, die etwas von der Spielidee Pep Guardiolas haben: Weg vom alten Eisen, vom Medizinball, hin zu einer moderneren Trainingslehre. Diese jungen neuen Trainer kommen aus einer Generation, die ich sehr interessant finde."

Genau deswegen käme es nicht von ungefähr, dass Trainer aus der Bundesliga auch international begehrt sind. Wie Jürgen Klopp nun in Liverpool oder eben Guardiola. "Das wird spannend, ob es Pep in Manchester gelingt, den englischen Fußball zu revolutionieren. Denn sein Stil wird in England revolutionär sein", sagte Rummenigge: "Aber auch auf der zweiten Ebene verbessern sich die Engländer. Von uns gehen ein Fitnesstrainer und eine Ernährungsberaterin nach Liverpool. Ähnliches wird im Management stattfinden. Wenn sich in England die Erkenntnis durchsetzt, dass man Abschied nehmen muss vom allmächtigen 'Manager', der dort traditionell Trainer und Manager ist, was einer allein nicht mehr leisten kann, dann wird es auch kritisch für Deutschland und den Rest von Europa."

"Hätten einen Transferrekord für die Weltgeschichte erzielen können"

Ohnehin ist der Druck aus der Premier League groß für den deutschen Fußball - insbesondere wegen der TV-Milliarden für die Klubs. Daher glaubt Rummenigge: "Die Ablösesummen werden weiter steigen. Vor allem aber die Gehälter, das wird das viel größere Problem für die Bundesliga." Wie sehr die Summen steigen, wissen die Verantwortlichen an der Säbener Straße nur zu gut. Erst vor einem Jahr wollte Manchester United Müller für 100 Millionen Euro auf die Insel locken. "Als wir letztes Jahr ein Wahnsinnsangebot von Manchester United hatten, war das keine Sekunde ein Thema. Dabei hätten wir einen Transferrekord für die Weltgeschichte erzielen können", meinte der FCB-Boss.

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