2015/2016

Pechvogel, Abschied und Co.: Das bleibt nach der FCB-Saison

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Zwei Verletzte: Holger Badstuber und Arjen Robben.

München - Der FC Bayern hat sich heuer die 26. Meisterschaft gesichert. Welche Personen aus diversen Gründen nach der Saison im Gedächtnis bleiben werden:

Ersatzspieler der Saison: Mario Götze

Je länger diese Saison dauerte, desto offensichtlich wurde es: In der Welt von Trainer Pep Guardiola kommt Mario Götze nur als Ersatzspieler vor. Wobei: Genau genommen war der Weltmeister im Verlauf dieser Saison nicht mal mehr das. Er spielte nur noch, wenn wirklich kein anderer mehr da war. Bis zum achten Spieltag durfte Götze noch hoffen - er kam zum Einsatz, und immerhin vier mal von Beginn an. Dann verletzte er sich. Am 22. Spieltag kam er wieder - und musste die Hoffnung fahren lassen, ein wichtiger Spieler für den FC Bayern zu sein. Er bekam Einsätze, ja, aber nur, wenn es um nichts ging. So wie am letzten Spieltag: Gegen Absteiger Hannover 96 traf Götze beim 3:1 doppelt und durfte sogar durchspielen. Wie es um Götze in dieser Saison stand, zeigt seine Bilanz in der Champions League. Kein Minute gespielt gegen Juventus Turin. Insgesamt sechs gegen Benfica Lissabon. Und keine gegen Atlético Madrid. Da durfte er sich nicht mal mehr warmlaufen. Als es für den FC Bayern um alles ging, war Götze ein Nichts. Jetzt stehen die Zeichen auf Abschied. Auch Carlo Ancelotti kann mit dem Weltmeister nichts anfangen.

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Pechvogel der Saison: Holger Badstuber

Er hat bereits den WM-Triumph verpasst, und auch in diesem Sommer wird Holger Badstuber bei einem möglichen EM-Titel in Frankreich nicht dabei sein. Aber nicht, weil der 27-Jährige nicht das Zeug dazu hat: Bundestrainer Joachim Löw ist bekennender Fan des Innenverteidigers. Doch der Körper lässt Badstuber immer wieder im Stich. Die Leiden Badstubers, die 2012 mit einem Kreuzbandriss begonnen hatten, nehmen bisher kein Ende: Kreuzband-Reruptur, Sehnenriss, Muskelriss - und nach dem Comeback am 7. November 2015 schon im Februar eine Sprunggelenkfraktur im Training. Insgesamt war Badstuber in den vergangenen vier Jahren zweieinhalb Jahre verletzt. Die Unzuverlässigkeit seines Körpers ist natürlich auch dem FC Bayern aufgefallen: Viele Münchner Leistungsträger haben Langzeitverträge bekommen, Badstuber nicht. Dessen Vertrag läuft 2017 aus - und mit Mats Hummels kommt ein Weltmeister für Badstubers Position.

Abschied der Saison: Pep Guardiola

Es ist ja häufig so, dass man einen Menschen und dessen Arbeit erst zu würdigen weiß, wenn er nicht mehr da ist. Pep Guardiola wird nach drei Jahren in München nun weiterziehen zu Manchester City, und wenn nicht alles täuscht, sind darüber nun weder der FC Bayern, noch der scheidende Trainer unglücklich. Sie haben sich auseinandergelebt. Weil sie sich auch nie so recht verstanden haben. Der FC Bayern hält sich ja für unfehlbar und mochte sich daher auch vom weltweltweltbesten Trainer nichts vorschreiben lassen. Weil der Perfektionist Guardiola es anders gewohnt ist, war er nun verbraucht. In München. Es ist Guardiola nicht gelungen, mit dem FC Bayern den Titel in der Champions League zu holen. Daran werden sie ihn messen - in München. Sollen sie. Den Fußball in Deutschland hat dieser Trainer jedenfalls maßgeblich beeinflusst. Wer das nicht sieht, muss wohl erst warten, bis er nicht mehr da ist.

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Spieler der Saison: Thomas Müller

Wenn von Trainer Louis van Gaal neben dessen zahlreichen, nun ja, Schrulligkeiten etwas hängengeblieben ist in München, dann dieser Satz: "Thomas Müller spielt immer." Warum? Naja, weil er einzigartig ist, dieser Thomas Müller. Wenn es ihn nicht schon gäbe, man müsste ihn schleunigst erfinden. Der Trainer Pep Guardiola hat diesen Thomas Müller tatsächlich ein paar Mal nicht spielen lassen. Und sich prompt korrigieren müssen. Selbst einer wie der Super-Super-Super-Tüftler Guardiola kann diesen Thomas Müller nicht begreifen, und wohl noch weniger begreift er, warum man mit ihm Erfolg hat. Mal abgesehen von den 20 Toren und 7 Torvorlagen, die Thomas Müller in dieser Saison abgeliefert hat: Die ganze Bundesliga wäre ohne ihn arm dran. Dieser Thomas Müller ist vor allem auch das wahre Gesicht des deutschen Fußballs: Weil er sich stets so wohltuend abhebt von dessen antiseptischem Hochglanz.

Torjäger der Saison: Robert Lewandowski

Tore hat Robert Lewandowski ja schon viele geschossen, aber so schnell und so viele wie in dieser Saison dann auch noch nicht. Das mag unter anderem daran gelegen haben, dass nicht nur der FC Bayern in Borussia Dortmund einen Antreiber hatte, sondern auch Lewandowski im Dortmunder Pierre-Emerick Aubameyang. Was Lewandowski auszeichnet, ist die erstaunliche Vielseitigkeit beim Torschuss - zu bestaunen am 22. September 2015. Nach seiner Einwechslung zur 2. Halbzeit gelangen ihm von der 51. bis zur 60. Minute fünf Treffer: drei in 3:22 Minuten, vier in 5:42, fünf in 8:59 Minuten - alles für sich ein Weltrekord. Am Samstag erzielte Lewandowski gegen Hannover 96 mal eben noch schnell seinen 30. Treffer in dieser Bundesliga-Saison. Er ist damit der erste Torjäger seit Dieter Müller (1. FC Köln) vor 39 Jahren und erst der fünfte überhaupt, der 30 oder mehr Tore in einer Saison erzielt hat. Es müllert in München.

Das Spiel FC Bayern gegen Hannover 96 im Ticker zum Nachlesen

sid

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