Schwere Vorwürfe

Watzke bezichtigt FC Bayern der Lüge bei Götze-Transfer

München - Mario Götze ist zurück in Dortmund. Nun stichelt BVB-Boss Watzke gegen den FC Bayern und wirft diesem vor, beim Transfer 2013 gelogen zu haben.

Mario Götze ist ein Fußballer, der polarisiert. Einst von den BVB-Anhängern als Judas beschimpft, wechselte das kolportierte Jahrhunderttalent an die Säbener Straße, fasste dort unter Pep Guardiola aber nie so richtig Fuß. Nach drei Jahren, in denen sich der persönliche Erfolg für den Nationalspieler nicht einstellte, kehrte der 24-Jährige nun zurück in den Ruhrpott. 

Unlängst hatte BVB-Boss Hans-Joachim Watzke gestichelt, Götze habe in München offensichtlich das menschliche Miteinander gefehlt. Götze selbst hatte sich indes auf Facebook ebenfalls angriffslustig gegeben: "Ich möchte versuchen, alle Menschen - gerade auch die, die mich nicht mit offenen Armen empfangen haben - durch Leistung zu überzeugen. Es ist mein Ziel, wieder meinen besten Fußball zu spielen."

Watzke: "Irgendjemand hat Mario die Unwahrheit gesagt"

Doch woran lag es wirklich, dass der einst so flinke und quirlige Götze, der die Gegenspieler reihenweise vernascht hatte, in München nie so recht zum Stammspieler wurde? Das fragen sich wohl auch viele Bayern-Fans. BVB-Boss Watzke hat dafür eine ganz eigene Erklärung. 

In einem Zeit-Interview erhob Watzke nun schwere Vorwürfe gegenüber dem FC Bayern. Er antwortete auf die Frage, warum es zum Missverständnis zwischen Götze und Guardiola gekommen sei: "Irgendjemand hat Mario die Unwahrheit gesagt."

Der Vorwurf der Lüge! Was er meinen könnte: Wurden Götze falsche Versprechungen gemacht? Obwohl er gar nicht Guardiolas Wunschspieler war?

Sammer? "Werde keine Namen nennen. Aber so war es"

Aber damit nicht genug. Auf die Nachfrage, ob Bayerns Ex-Sportchef Matthias Sammer gemeint sei, erklärte Watzke vielsagend: "Ich werde keinen Namen nennen. Aber so war es."

Damit dürfte wieder ordentlich Öl ins Feuer gegossen sein. Eigentlich waren die verbalen Duelle, die sich Watzke zunächst mit Hoeneß und später dann mit Rummenigge geliefert hatte, in der letzten Zeit etwas abgeebbt.

"Wir arbeiten wie Sisyphos"

Angst, dass die neuen Talente (wie Mor, Dembéle, Merino), die sich der BVB zur neuen Saison gesichert hat, bereits den nächsten, größeren Verein im Kopf haben, hat Watzke derweil nicht: "Ich werde immer akzeptieren, wenn ein Spieler von uns zu Real Madrid wechselt. Dann gibt es dafür aber auch entsprechendes Geld. Wir arbeiten wie Sisyphos: Wir müssen den Stein immer wieder nach oben rollen", beschrieb Watzke die mühsame Arbeit des BVB. 

Erst kürzlich war der langjährige BVB-Verteidiger Mats Hummels, wie einst Mario Götze, an die Säbener Straße gewechselt. Auf die Frage, wie sich dieser Wechsel angefühlt habe, antwortete Watzke: "Das war für mich schwer. Und für ihn auch."

"Habe um Mats gekämpft wie um keinen anderen Spieler"

Dennoch äußerte der BVB-Boss Verständnis für den Wechsel des Nationalspielers, wenngleich er hartnäckige Überzeugungsarbeit für einen Verbleib des Innenverteidigers geleistet hatte: "Ich habe um Mats gekämpft wie um keinen anderen Spieler. Wir haben zigmal telefoniert, uns oft privat getroffen. Aber ich bin nicht sauer, dass er gegangen ist." Mats habe seine eigene Geschichte mit den Bayern: "Er hat dort gespielt. München ist seine Heimat (...). und er hat das Gefühl, bei den Bayern früher nicht die Wertschätzung erfahren zu haben. Das nagt noch immer an ihm", teilte Watzke der Zeit mit.

Aufeinandertreffen am Sonntag

Nichtsdestotrotz, vor der Partie der beiden besten deutschen Mannschaften am Sonntag im Supercup, ist wieder ordentlich Feuer im Spiel. In der Ära Guardiola musste der FC Bayern in drei Jahren drei Niederlagen im Supercup hinnehmen, Trainer Ancelotti stellte indes bereits klar, dass man das Spiel ernst nehmen werde. BVB-Coach Thomas Tuchel freut sich dagegen nicht unbedingt auf die Partie: "Auf den Supercup könnte ich auch verzichten", meinte er nach der 0:1-Testspiel-Niederlage gegen Athletic Bilbao

Bitte lächeln! Die Bayern posieren fürs Mannschaftsfoto

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sdm

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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