"Ich bin noch nicht tot"

Alle Augen auf Atlético: Wird Pep heute zum Partyschreck?

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Machen die Bayern am Samstag ihre vierte Schale in Serie perfekt oder schont Pep seine Stars für die Königsklasse?

München - Der FC Bayern kann am Samstag gegen Borussia Mönchengladbach die Meisterschaft klarmachen. Doch Trainer Pep Guardiola legt den Fokus auf Atlético Madrid.

Die Niederlage aus Madrid wirkt immer noch nach, doch ans Kapitulieren denkt Pep Guardiola noch lange nicht. „Ich bin noch nicht tot“, antwortete der Spanier auf die harsche Kritik, die nach dem Hinspiel gegen Atlético (0:1) auf ihn einprasselte. Dabei gab sich der Trainer des FC Bayern auf der Pressekonferenz am Freitag offen wie selten und erläuterte nochmals seine Beweggründe für die Nichtberücksichtigung von Weltmeister Thomas Müller. „Ich habe nicht mit zwei Stürmern gespielt, weil ich mehr Kontrolle wollte“, erklärte Guardiola, wollte sich aber fürs Rückspiel am Dienstag nicht in die Karten schauen lassen: „Vielleicht spiele ich dann mit vier Mittelstürmern – vielleicht aber auch mit keinem.“ Doch bevor die Madrilenen in der Allianz Arena antreten, ist am Samstag erstmal Borussia Mönchengladbach zu Gast.

Vorzeitig Meister waren die Bayern auch schon 2013. Damals aber noch mit Trainer Jupp Heynckes.

Heimspiel, Sonnenschein und Weißbier – besser könnten die Voraussetzung für die Meisterparty der Roten gar nicht sein. Gegen die Fohlen können sie 26. Meisterschaft unter Dach und Fach bringen – es wäre eine historische. Denn die Münchner wären damit der erste deutsche Verein, der die Schale zum vierten Mal in Folge holt. Dazu braucht es nichts weiter als einen Sieg gegen die in dieser Saison extrem auswärtsschwachen Gladbacher, die in fremden Stadien gerade einmal elf mickrige Zähler holten. Doch von Feierlaune ist an der Säbener Straße momentan nicht viel zu spüren, der Fokus ist auf das so wichtige Rückspiel im CL-Halbfinale gegen Atlético Madrid am Dienstag gerichtet. Für den Finaleinzug in der Königsklasse würde Guardiola wohl auch eine verspätete Meisterschaft in Kauf nehmen – wird Pep zum Party-Schreck?

Unter Pep Guardiola sicherten sich die Roten 2014 den Titel genauso vorzeitig...

Im Gegensatz zu Mittwoch, als Guardiola bei der 0:1-Niederlage in Madrid mit Thomas Müller und Franck Ribéry auf zwei Stützen in der Startelf verzichtete, wäre die ein oder andere Überraschung in der ersten Elf gegen Gladbach nicht verwunderlich. Und Pep kündigte bereits Änderungen an: „Natürlich werden nicht die gleichen Spieler wie in Madrid auflaufen. Ich werde neue Spieler bringen. Das Ziel ist es aber trotzdem zu gewinnen.“ Sein Comeback dürfte dabei Jerome Boateng feiern. „Wenn ich das Gefühl habe, dass Jerome bereit ist, wird er spielen“, kündigte der Katalane an.

Schon in der Vorwoche gegen Berlin experimentierte der Spanier, ließ mit Rafinha, Benatia, Tasci und Kimmich eine Viererkette auflaufen, die es so nie wieder beim FCB geben wird. Trotzdem gaben sich die Roten keine Blöße und siegten beim Tabellenvierten mit 2:0. Ein Ergebnis,

... wie auch 2014.

mit dem der Rekordmeister auch am Samstag zufrieden wäre. Viel wichtiger wird das Ergebnis jedoch am Dienstag, wenn Atlético in der Arena zu Gast ist. Trotz der Hinspielniederlage haben die Bayern noch alle Chancen auf den Einzug ins Endspiel. Dann darf Guardiola sich keine taktischen Fehleinschätzungen mehr erlauben, Philipp Lahm gab seinem Trainer am Mittwoch nach dem Spiel schonmal den dezenten Hinweis, nicht noch einmal auf Müller zu verzichten: „Dass Thomas ein wichtiger Spieler für uns ist, steht außer Frage. Ich bin mir sicher, dass er noch ein Tor im Halbfinale macht.“

 

Sven Westerschulze

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