Bundesliga-Start am Freitag

Werder-Kapitän: Gegen Bayern ist für uns alles möglich

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Am Freitag gibt es für Clemens Fritz ein Wiedersehen mit Arturo Vidal.

München - Werder muss nach dem peinlichen Pokal-Aus in Lotte zum Bundesliga-Auftakt beim großen FC Bayern ran. Für Kapitän Fritz ist die Blamage ein gutes Beispiel dafür, dass für Bremen auch gegen den Favoriten aus München alles möglich ist, wie er im tz-Interview verrät.

Herr Fritz, in der Vorbereitung haben alle Werder-Profis stets betont, dass sie sich auf den schweren Saisonauftakt in München freuen – weil die halbe Welt zuschaut. Hat sich das nach dem Lotte-Spiel geändert?

Clemens Fritz: Die Freude dürfen wir uns durch das Spiel in Lotte nicht nehmen lassen. Ja, das Ausscheiden tat weh, aber jetzt müssen wir nach vorne schauen – und zwar positiv.

Wie sehr schmerzt das Pokal-Aus noch?

Fritz: Das nagt natürlich an einem. Man hat eine lange Vorbereitung hinter sich, geht hoch motiviert in die Saison, will sich zeigen – und dann versagen wir als Mannschaft. Das Trainerteam hat uns gut eingestellt. Wir haben drei Tage über Standardsituationen gesprochen – und sehen dann dabei immer wieder so schlecht aus und kriegen nach einer Ecke das erste Tor. Es waren viel zu viele Punkte, die nicht gepasst haben, um zu gewinnen. So verlierst du jedes Spiel.

Nach dem Spiel stand sofort wieder der Trainer in der Kritik, es gab Skripnik-raus-Rufe. Fühlt man sich als Spieler dafür mitverantwortlich?

Fritz: Natürlich! Wir sind doch diejenigen, die auf dem Platz die Leistung abrufen müssen. Er kann uns nur Dinge an die Hand geben, die wir umsetzen sollen. Das haben wir schlecht gemacht. Ich kann mich nur wiederholen: Wir haben als Mannschaft versagt, das darf uns nicht wieder passieren.

Die Werder-Fans haben Angst, weil es jetzt zum großen FC Bayern geht und befürchten ein Debakel. Wie ist die Mannschaft gestimmt?

Fritz: Ich will aus jedem Spiel das Optimum herausholen. Es ist der falsche Weg zu sagen: Jetzt bloß nicht in München die Hütte vollkriegen! Wir sollten dahinfahren und über unsere Leistungsgrenze hinausgehen. Man hat doch gesehen, was für einen Drittligisten möglich ist. Für uns ist auch alles möglich.

Ist es auch die Chance, dem Trainer Rückendeckung zu geben und ihn damit aus der Schusslinie zu nehmen?

Fritz: Definitiv, das kommt natürlich auch noch dazu. Es liegt an uns, das wieder zu ändern.

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Die Stimmung in Bremen war bis zum Pokalspiel bestens – vor allem nach der Verpflichtung von Max Kruse.

Fritz: Das ist doch der Punkt. Es wird eine Verpflichtung getätigt, und schon heißt es hier wieder: Alles schön, alles gut, es läuft von alleine. Das ist es aber nicht, das haben wir in Lotte gesehen. Ich habe schon im Vorfeld gesagt, man darf jetzt nicht alles an Max festmachen und ihm diese Verantwortung auf seine Schultern legen. Wir müssen die Verantwortung innerhalb der Mannschaft verteilen.

Die Verletzung von Kruse fühlt sich wie der nächste Niederschlag für Werder an ...

Fritz: Wir müssen uns von emotionalen Schwankungen im Umfeld freimachen. Auf einmal ist alles super und kurz darauf bricht alles wieder zusammen – diese Denkweise können wir uns als Team nicht erlauben.

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Interview: Björn Knips

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