Kader für die neue Saison

Gnabry, Sánchez, Brandt und Co. im FCB-Transfer-Check

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Jung, torgefährlich, begehrt: Deutschlands Olympiaheld Serge Gnabry. 

München - Wie zu besten Guardiola-Zeiten: Nach der intensiven Vorbereitung fallen beim FC Bayern schon jetzt einige Spieler verletzt aus. Kommt jetzt doch noch ein Neuer?

Verletzungssorgen plagen den Rekordmeister: Schon jetzt fallen viele Spieler aus - obwohl die Saison noch gar nicht so richtig angefangen hat. Wird der FC Bayern jetzt doch noch mal auf dem Transfermarkt aktiv? 

Wir haben mal mögliche Kandidaten gecheckt - und deren Wechselwahrscheinlichkeit analysiert. Was meinen Sie - kommt doch noch Einer an die Säbener Straße?

Serge Gnabry (FC Arsenal, MW: 2,50 Millionen Euro):

Jung, torgefährlich, begehrt: Deutschlands Olympiaheld Serge Gnabry. 

Gnabry sorgt momentan bei der deutschen Olympia-Mannschaft für Furore, wirbelt auf der Außenbahn die gegnerischen Abwehrreihen durcheinander. Das Ergebnis: Der 21-Jährige führt mit sechs Treffern in fünf Spielen die Torjägerliste des Turniers (gemeinsam mit Teamkollege und Ex-Münchner Nils Petersen) klar an. Das weckt natürlich Begehrlichkeiten - auch in der Bundesliga. Hertha, Leipzig, Bremen und andere sollen ihre Fühler nach dem Edelreservisten des FC Arsenal ausgestreckt haben. Gnabry spielte in den Planungen von Trainer Arsène Wenger zuletzt keine Rolle, war in der vergangenen Saison nach West Bromwich verliehen. Seine Premier League-Bilanz fällt dürftig aus: elf Einsätze, ein Treffer - in vier Jahren. Gnabry trotzdem einer für Ancelotti? Der Schwabe mit ivorischen Wurzeln (Papa Jean-Hermann spielte für die Elfenbeinküste) gilt als Juwel. Das scheint jetzt auch Arsene Wenger aufzufallen. Der will Gnabrys 2017 auslaufenden Vertrag unbedingt verlängern. 

Wahrscheinlichkeit: Gnabry ist gut - keine Frage. Aber: Für Bayern reicht es (noch) nicht. Zudem scheint Arsène Wenger wirklich ernst zu machen und jetzt endlich auf Gnabry zu setzen. 

Alexis Sánchez (FC Arsenal, MW: 55 Millionen Euro):

Einer für die Bayern? Arsenals Alexis Sanchez.

Der Chilene wurde in der Vergangenheit immer mal wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht. Geklappt hat es bisher nie. Dennoch: Der Nationalmannschafts-Spezl von Arturo Vidal hat zweifelsohne Qualität. Und es scheint, als wäre er unglücklich beim FC Arsenal. In der Endphase der vergangenen Saison verließ er nach seiner Auswechslung gegen Norwich City wutentbrannt das Stadion und weigerte sich nach einem Remis gegen Manchester City zudem, zu den eigenen Fans zu gehen. Problem: Sánchez ist nicht nur gut, sondern auch begehrt. Inter Mailand soll gerade satte 80 Millionen für den 27-Jährigen geboten haben. Außerdem ist es unwahrscheinlich, dass einer von Sánchez' Schlag sich mittelfristig auf die Bank setzt - wenn die verletzten Schon-jetzt-Bayern wieder zurück sind.

Wahrscheinlichkeit: Interessanter Spieler, offenbar wechselwillig, aber international umworben - und zu gut für die Bayernbank.

Julian Brandt (Bayer Leverkusen, MW: 16 Millionen Euro):

Verzückt gerade in Rio die Fußballwelt: Leverkusens Juwel Julian Brandt.

Noch ein junger Wilder aus Deutschland: Julian Brandt mischt gerade - wie Kollege Serge Gnabry - das Olympische Turnier auf. Der 20-Jährige ist eine feste Größe in der Bundesligamannschaft von Bayer Leverkusen. Es gibt nicht viele Spieler in Brandts Alter, die auf 66 Einsätze im deutschen Oberhaus kommen. Auch die Ausbeute des gebürtigen Bremers ist beeindruckend: Er traf schon 15 mal und bereitete elf Tore vor. Natürlich entsteht da Interesse anderer Klubs - scheinbar auch vom FC Bayern. Leverkusens Manager Jonas Boldt sagte kürzlich, dass sein Vorgänger Michael Reschke (jetzt verantwortlich für den Bayern-Kader) Juwel Brandt gerne von Leverkusen mit nach München genommen hätte. Problem: Brandts Vertrag, der bis 2019 läuft. "Reschke hat einmal gesagt, er ärgere sich am meisten über Julians Vertrag, den er damals mit ihm gemacht hat", sagt Bayer-Manager Boldt. Zudem stellt Leverkusen seit Wochen klar, dass Brandt unverkäuflich ist. 

Wahrscheinlichkeit: Bayern hätte Brandt vermutlich gerne, ein Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt scheint allerdings ausgeschlossen. Für die kommende Saison könnte das aber komplett anders aussehen. 

James Rodriguez (Real Madrid, MW: 70 Millionen Euro):

Hatte zuletzt nur im Trikot der kolumbianischen Nationalmannschaft Grund zum Feiern: James Rodriguez.

Der Name James Rodriguez geistert seit Wochen immer wieder durch das Gelände an der Säbener Straße. Der Shootingstar der vergangenen Weltmeisterschaft in Brasilien spielt aktuell für Real Madrid - ist da aber nicht sonderlich glücklich. Der Grund: Auf James' Lieblingsposition, der falschen Neun, tummelt sich Weltklasse-Konkurrenz - und auch auf der Außenbahn wird es eng. Im Supercup-Finale vergangene Woche gegen Sevilla kam James deswegen erst zur 72. Minute - zu wenig für den Kolumbianer. Vor einigen Wochen signalisierte Real Gesprächsbereitschaft, wenn ein Klub bereit ist, die für James ausgerufene Ablösesumme von 75 Millionen Euro auf den Tisch zu legen. Real-Trainer Zinedine Zidane will James aber behalten. "James ist hier, ich bin mit seinen Leistungen in der Vorbereitung und seinem Spiel bislang zufrieden", so der 44-Jährige nach einem Testspiel am Mittwoch. 

Wahrscheinlichkeit: Wenn einer kommt, dann James. Dennoch: Wie bei Sanchez gilt: Einer wie James wechselt nicht von der Real-Bank auf die des FC Bayern. Trotzdem der wahrscheinlichste Wechsel, weil Gerüchte um Rodriguez sich nun doch schon länger hartnäckig halten. 

Fazit:

Momentan deutet nichts auf einen verspäteten Bayern-Neuzugang hin. Das bestätigte auch Coach Carlo Ancelotti am Donnerstag: "Ich bin glücklich mit dieser Mannschaft, wir brauchen keine neuen Spieler", so der 57-Jährige. "Die Verletzungen dauern vielleicht zwei, drei Wochen. Das kann man abwarten". Interessant: Auch in der vergangenen Saison schworen die Bayern-Verantwortlichen, dass kein Spieler mehr kommt - letztlich verloren sie die Nerven und holten Serdar Tasci.

Hier gibt's den Ticker zur Pressekonferenz von Carlo Ancelotti zum Nachlesen.

Alle Marktwerte laut transfermarkt.de.

Text: Markus Ehrlich

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