FCI geht nicht auf die Wiesn 

Kauczinski im Interview: "Wir lassen uns nicht einschüchtern"

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Markus Kauczinski übernahm im Sommer den Posten als Trainer des FCI. 

München - Ingolstadts Trainer Markus Kauczinski spricht im tz-Interview über seinen Spielstil und erklärt, warum seine Mannschaft am Samstag nicht auf die Wiesn geht. 

Bei Markus Kauczinski folgt derzeit eine Premiere auf die nächste. Erst sein Bundesliga-Debüt in Hamburg, dann der Einstand daheim gegen Berlin. Am Samstag führt der Spielplan den FC Ingolstadt und seinen 46-jährigen Cheftrainer zum Wiesn-Start in die Münchner Allianz Arena (wir berichten im Live-Ticker). Die tz traf den gebürtigen Gelsenkirchener Kauczinski zum Interview.

Herr Kauczinski, liegen Ihre Lederhosen und die Haferlschuhe schon bereit?

Kauczinski (lacht): Die habe ich gar nicht. Wir hatten einen Wiesn-Besuch mit der Mannschaft ins Auge gefasst. Aber weil wir eine Englische Woche haben (am Dienstag gegen Frankfurt, am nächsten Samstag in Mönchengladbach, d. Red.), findet der nicht statt. Sonst hätte ich mir eine Lederhose gekauft. Das muss ich jetzt eben verschieben, unser Fokus liegt auf dem jeweils nächsten Spiel.

Was Menschen aus aller Welt neben dem Oktoberfest mit Bayern verbinden, ist der FC Bayern. Inwiefern haben Sie Ihr Team speziell auf das Spiel heute in München eingestellt?

Letzten Endes ist es nicht anders abgelaufen als bei jedem anderen Spiel auch. Wir beobachten immer die Fähigkeiten der Mannschaften und gucken dann, was wir dagegen tun können.

Sie haben die Champions-League-Partie der Bayern am Dienstag gegen Rostov (5:0) vor Ort gesehen. Was haben Sie da beobachtet?

Bayern musste anfangs schon auch etwas investieren, weil Rostov gut und eng gestanden ist. Der Elfmeter war der Knackpunkt. Trotzdem hatten die Bayern danach noch einen großen Torhunger, den wir diesmal versuchen müssen zu stillen. Bayern war am Dienstag sehr dominant, davon lassen wir uns aber nicht einschüchtern.

Voriges Jahr beim 0:2 in der Allianz Arena hat sich Ingolstadt wacker geschlagen und Lob von Pep Guardiola („die beste Mannschaft, die wir in dieser Saison getroffen haben“) bekommen. Wieso ist das oberbayerische Duell auch heuer keine gmahde Wiesn für die Münchner?

Weil wir ein gutes Herz haben und alles in dieses Spiel reinlegen wollen, was wir haben. Es ist ganz wichtig, mutig und engagiert zu sein, an sich zu glauben und im richtigen Moment mal zuzuschlagen. Natürlich brauchen wir aber außerdem einen wirklich guten Tag und auch noch ein bisschen Glück dazu.

Guardiola ist in München ebenso Geschichte wie Ralph Hasenhüttl in Ingolstadt. Wie schwer wiegt das Erbe, das Hasenhüttl hinterlassen hat?

Nicht schwer. Ich sehe das gar nicht als Erbe. Es ist eine neue Saison mit neuen Leuten und damit eine ganz andere Situation als letztes Jahr. Wir alle schauen nicht zurück, weder die Mannschaft noch ich, noch sonst irgendeiner. Es bringt auch nichts, Vergleiche zu ziehen. Wir stehen am Anfang eines neuen Weges.

Der FCI war unter Hasenhüttl oft mit Standards erfolgreich und für aggressives Pressing bekannt. Wie viel Hasenhüttl-Spielstil steckt in Ihnen?

In mir steckt kein bisschen Hasenhüttl. Ich bin Markus Kauczinski. Klar haben wir Phasen, in denen wir pressen, es gibt aber auch immer wieder Situationen, in denen man sich fallen lassen muss.

Wenn die Sensation in München tatsächlich gelingen sollte: Gönnen Sie sich dann ein kühles Bier?

Ich glaube auf jeden Fall, dass wir gefährlich sind und auch, dass wir uns unser Quäntchen Glück bisher noch aufgespart haben – vielleicht ja für die Bayern? Ich muss aber ehrlich sagen, dass ich im Moment sehr wenig Wein und schon gar kein Bier trinke. Das hat überhaupt nichts mit der bayerischen Kultur zu tun, ich mag einfach kein Bier.

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Interview: Sina Ojo

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