"Ich höre auf"

Franck Ribéry tritt aus Nationalmannschaft zurück

Franck Ribéry
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Franck Ribéry wird nicht mehr für die französische Nationalmannschaft auflaufen.

München - Franck Ribéry will nicht mehr für Frankreich spielen. Mit 31 Jahren und ohne einen Titel mit der Nationalmannschaft tritt er zurück.

Adieu Équipe Tricolore: Franck Ribéry hat zwei Jahre vor der Heim-EM seinen Rücktritt aus der französischen Fußball-Nationalmannschaft erklärt. "Ich höre auf", sagte Ribéry dem "Kicker". "Ich habe für mich festgestellt, dass dieser Moment nun gekommen ist", zitierte das Fachmagazin den 31 Jahre alten "Fußballer Europas" am Mittwoch auf seiner Homepage. Nach 81 Länderspielen, in denen Ribéry 16 Tore erzielte, ist Schluss. "Man muss wissen, wann man aufhören soll." Sein letztes Match bestritt er im Nationaltrikot am 5. März dieses Jahres beim 2:0-Sieg über die Niederlande.

Die EM in Frankreich wird er also nur noch als Zuschauer erleben, ein Titel mit der Nationalmannschaft bleibt dem Ausnahmespieler verwehrt. Ribéry will den jüngeren Spielern Platz machen, die schon bei der WM in Brasilien ohne ihn hatten auskommen müssen. Dort war das Team von Trainer Didier Deschamps im Viertelfinale knapp mit 0:1 am späteren Weltmeister Deutschland gescheitert.

"Es ist nun Zeit, dass andere nach vorne rücken und man hat bei der WM gesehen, dass man sich über die Zukunft Frankreichs keine Sorgen machen muss", betonte Ribéry. Er selbst wolle sich mehr seiner Familie widmen, erklärte der verheiratete Vater von zwei Töchtern und einem Sohn. Ribéry will sich zudem "ganz auf die Aufgaben beim FC Bayern konzentrieren". Bei den Münchnern spielt Ribéry bereits seit 2007, sein Vertrag läuft bis 2017. Beim Supercup-Spiel am Mittwoch in Dortmund musste er wegen Patellasehnenproblemen allerdings passen.

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So wie er auch bei der WM in Brasilien verletzungsbedingt nicht hatte spielen können: Ribéry litt an Rückenbeschwerden. Nur zu gern hätte er mitgeholfen, die sportliche Schmach und vor allem die Negativschlagzeilen um Streik und Rebellion vergessen zu machen, für die er und die Mannschaft 2010 in Südafrika gesorgt hatten. Die Affäre mit einer minderjährigen Prostituierten noch vor der WM vor vier Jahren hatte sein Ansehen in Frankreich zudem merklich getrübt.

Als seine Landsleute in Brasilien zunächst Siege und das Weiterkommen feierten, tauchten dann auch noch Paparazzi-Bilder von Ribéry beim Sonnenbaden auf Ibiza auf. Dass Ribéry ein deutsches Medium für die Bekanntgabe seines Rücktritts wählte, mag auch einiges über sein Verhältnis zu seiner Wertschätzung in Frankreich aussagen.

Während er mit den Bayern Meistertitel, Pokalehren und schließlich auch Champions-League-Würden einheimste und zum besten Fußballer auf dem Kontinent gekürt wurde, bleiben in seiner Nationalmannschaftskarriere neben der Finalteilnahme 2006 das EM-Vorrunden-Aus 2008 und das Scheitern im Viertelfinale bei der EM 2012 stehen. "Ich habe so viel erlebt", sagte Ribéry dennoch. Im Mai 2006 hatte er bei einem Testspiel kurz vor der WM in Deutschland sein Auswahldebüt gefeiert.

dpa

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