Schlager-Spiel gegen Juve

Pep vor Juve: "Ich hasse diese Situationen"

FC Bayern Champions League Juventus Turin Pep Guardiola
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Pep Guardiola und der FC Bayern können am Mittwoch gegen Juventus Turin mit dem Einzug ins Viertelfinale einen neuen Vereinsrekord aufstellen.

München -  Bayern München ist nach dem 2:2 im Hinspiel bei Juventus Turin Favorit. Doch die Mannschaft von Trainer Pep Guardiola ist gewarnt: Ein Aus hätte erhebliche Folgen.

Als Pep Guardiola mit schwarzem Rollkragen-Pullover und finsterer Miene die große Bühne betrat, war sich der Trainer des FC Bayern der Bedeutung des Achtelfinals gegen Juventus Turin durchaus bewusst. „Ich weiß, was passiert, wenn wir nicht gewinnen. Ich akzeptiere diese Rolle und diesen Druck. Ich weiß, dass das passieren kann“, sagte Guardiola auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr/ZDF und Sky) leicht genervt über ein mögliches Aus.

Zuletzt hatten die Bayern am 15. März 2011 im Achtelfinale der Königsklasse nach einem 1:0 bei Inter Mailand durch ein 2:3 in der Allianz Arena ein böses Erwachen erlebt. Fünf Jahre später soll sich die Geschichte für den deutschen Fußball-Rekordmeister nicht wiederholen.

Pep Guardiola: Auf dem Weg zur Vollendung?

Nach dem komfortablen 2:2 im Hinspiel bei Juventus Turin streben die Münchner zum fünften Mal in Serie das Viertelfinale der Königsklasse an - das wäre Vereinsrekord! Alles andere wäre fatal und würde in München ein sportliches Beben auslösen.

Guardiola, der im Sommer zu Manchester City wechselt, wäre trotz seiner nationalen Titel ein Unvollendeter. Selbst das mögliche Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal könnte die Saison kaum mehr retten. Doch daran mag bei den Bayern, die in den vergangenen vier Spielzeiten immer mindestens im Halbfinale gestanden hatten, auf dem Weg zum Endspiel nach Mailand am 28. Mai keiner denken.

Man sei „sehr, sehr positiv gestimmt“, betonte Kapitän Philipp Lahm, „nach einem Super-Ergebnis auswärts zählt für uns nur das Weiterkommen“. Er mache sich „keine Sorgen“. Weltmeister Thomas Müller ist vorsichtiger. Man müsse „aufpassen. Es wird ein heißer Tanz“. Weshalb Superstar Arjen Robben, dessen Einsatz wegen einer Erkältung fraglich ist, von seinen Kollegen „viel Herz und Leidenschaft“ forderte.

Robben hatte am Dienstag beim Abschlusstraining gefehlt. Ohnehin war die Vorbereitung wegen des Wintereinbruchs in München empfindlich gestört. „Wir konnten nicht richtig trainieren. Es war zu viel Schnee, zu gefährlich für die Spieler“, sagte Guardiola.

Vor Juve: Pep hat die Qual der Wahl

Am Mittwoch wird das Wetter keine Rolle spielen, es wird erneut ein Kampf der Systeme. Hier ein Team, das den Ballbesitzfußball a la Guardiola fast perfektioniert hat. Dort eine „typische italienische Mannschaft, die auf unsere Fehler lauern wird“, wie Lahm anmerkte. Deshalb müsse der FC Bayern „über 90 Minuten hellwach sein“.

In der Offensive hat Guardiola erstmals seit langem ein Luxusproblem. Vier prominenten Profis droht gegen Juve die Ersatzbank. „Ich liebe meinen Beruf, aber ich hasse diese Situationen“, sagte der Trainer über die harten Entscheidungen, die ihm bevorstehen. Gesetzt sind im vorderen Bereich nur Robert Lewandowski, Müller und Robben - wenn er fit ist. Bleiben zwei Plätze im offensiven Mittelfeld. Hier haben wohl Douglas Costa und Thiago gegenüber Mario Götze, Kingsley Coman und Franck Ribery leichte Vorteile. Vor der Abwehr dürfte Ex-Juve-Profi Arturo Vidal den Vorzug vor Xabi Alonso erhalten. Die Abwehr stellt sich nach Ausfällen von Jerome Boateng, Holger Badstuber und Javi Martinez von selbst auf.

Die Probleme bei Juve sind gravierender. Neben Giorgio Chiellini und Martin Caceres muss Trainer Massimiliano Allegri kurzfristig auf Claudio Marchisio und Stürmer Paulo Dybala (beide Muskelverletzungen) verzichten. Hinter Ex-Münchner Mario Mandzukic steht zumindest ein kleines Fragezeichen.

Für Guardiola ist das aber kein Vorteil, wie er unterstrich: „Es bleibt Juventus. Der Spirit ist der gleiche. Sie haben mit dieser Mentalität 1000 Millionen Titel gewonnen. Das ist eine gefährliche Mannschaft.“

Besondere Hoffnungen bei Juve ruhen auf Weltmeister Sami Khedira und auf Rückkehrer Mandzukic. Der war 2014 vor Guardiola aus München geflüchtet und hat noch eine Rechnung offen. „Er will Bayern weh tun“, sagte Kollege Patrice Evra. 

SID

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