Deshalb folgt ihm kein Bayern-Spieler nach Manchester

Bayern-Spieler für City? Pep, das kannst du dir abschminken

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Pep Guardiola (r.) wird ab Sommer mit anderen Spielern jubeln (müssen).

München - Pep Guardiola trainiert ab Sommer Manchester City. Müssen die Bayern-Fans jetzt befürchten, dass der eine oder andere Spieler dem Trainer nach Nordengland folgt?

Nun ist also offiziell, was bereits seit Wochen ein offenes Geheimnis war: Trainer Pep Guardiola wird ab Sommer Manchester City übernehmen und mit den "Skyblues" in den nächsten drei Jahren wahrscheinlich einen Erfolg nach dem anderen einfahren, wie schon zu seinen Zeiten beim FC Barcelona und beim FC Bayern. Pep soll dafür mit 25 Millionen Euro pro Jahr belohnt werden. Fünfundzwanzig Millionen Euro! Die mit Scheich-Millionen und TV-Milliarden zugeschütteten Engländer lassen sich nicht lumpen und werfen mit dem Geld nur so um sich, dass die biergetränkten Diskussionen der englischen Fans in den Pubs eine reine Freude sein müssen. Klar, dass im Sommer eine gnadenlose Transferoffensive der Citizens erwartet werden darf: Pep Guardiola wird sich seine Mannschaft so zusammenstellen dürfen, wie es ihm beliebt - Geld wird keine Rolle spielen. 

So ist es nicht verwunderlich, dass schon einen Tag nach Bekanntgabe seines Wechsels nach Manchester folgende Transfergerüchte in den englischen Medien die Runde machen: Josh Stones vom FC Everton (65 Millionen Euro) sei ein Thema, Paul Pogba (Juventus Turin, 105 Millionen Euro) sowieso. Die beiden Bayern-Stars Robert Lewandowski (98 Millionen Euro) und David Alaba (46 Millionen Euro) tauchen ebenfalls in der Liste auf und sollen zu den angegebenen Preisen nach Nordengland gelockt werden. 

Spieler des FC Bayern sollen also im Sommer Pep Guardiola nach Manchester folgen? Bei objektiver Betrachtung dieser Thematik von Außen kann sich der Noch-Bayern-Trainer derlei Gedanken komplett abschminken. Wir erklären, warum kein Spieler des FC Bayern, sei es auch für noch so viel Geld, in diesem Sommer zu Manchester City wechseln wird:

Ein Mann, ein Wort - Teil 1

Auf seiner Abschieds-Pressekonferenz im Dezember hatte Pep Guardiola im Spaß gesagt, er wolle "alle Bayern-Spieler mit nach England nehmen", auch wenn damals das Ziel Manchester City noch gar nicht offiziell bekannt war. Damals korrigierte sich Pep und sagte ernsthaft: "Nein, die Spieler müssen hierbleiben, bei Bayern." Auf dieses Wort sollte man sich verlassen können, wenngleich die Neuigkeit, dass es zwischen Guardiola und City bereits seit 2012 Kontakte gegeben haben soll, dem einen oder anderen Bayern-Fan ziemlich übel aufgestoßen hat und Zweifel an Guardiolas Loyalität hat aufkommen lassen. Ob sich Pep an seine Aussage halten wird?

Die Vergangenheit

Als Guardiola zu seinem Dienstbeginn in München im Jahr 2013 Thiago Alcantara vom FC Barcelona loseiste, hatte Guardiola zum einen ein Sabbatical-Jahr hinter sich und nahm somit den Spieler nicht direkt von seinem Ex- zu seinem neuen Klub mit. Außerdem handelte es sich bei Thiago damals um einen Edelreservisten, der im Starensemble der Katalanen nicht die Hauptrolle spielte. Guardiola nahm keinen Messi, keinen Iniesta, keinen Xavi und auch keinen Sergio Busquets mit, sondern "nur" einen Thiago. Der Furor der Bayern-Fans würde sich vermutlich in Grenzen halten, sollte Guardiola einen Sebastian Rode, einen Juan Bernat oder einen Joshua Kimmich mit nach England nehmen. Auch das wird aber vermutlich nicht passieren.

Der Charakter der Bayern-Spieler

 "Wir haben beide das Gefühl, dass wir noch einiges vorhaben und das gemeinsam bestreiten wollen." Mit diesen Worten erklärte Thomas Müller vor kurzem seine Unterschrift unter einen neuen Vertrag, der ihn bis 2021 an den FC Bayern bindet. Seine Vertragsverlängerung sowie die von Jerome Boateng und Javi Martínez seien "ein kleines Zeichen, dass man vom FC Bayern nicht weggeht, auch wenn in England viel Geld geboten wird. Wir zeigen, dass der FC Bayern dem Ganzen standhalten kann." 

Die Spieler verdienen auch beim FC Bayern gutes Geld. Die eine oder andere Million mehr wiegt daher nicht auf, was man an diesem Klub hat. Das stützt auch David Alabas Aussage von vergangener Woche:  "Jeder, der mal bei Bayern war, weiß, wie gut der Klub ist. Dass man sich hier wie in einer Familie fühlt. Jeder Spieler hier ist dankbar, für Bayern spielen zu dürfen. München ist ein sehr, sehr gutes Pflaster für mich."

Der Verein

Es gibt wenige Vereine in der Welt, die so gut strukturiert sind wie der FC Bayern München. Auch wenn der deutsche Rekordmeister, was das Renommee betrifft, vielleicht noch nicht ganz auf einer Stufe mit Real Madrid oder dem FC Barcelona steht, so steckt man Manchester City allemal in die Tasche. Und von der Organisation her sind die Bayern vielleicht jetzt schon die Nummer 1 auf der Welt. Im Vergleich zu anderen "Big Playern" haben die Roten nämlich nicht einen einzigen Cent Schulden. Ein Fakt, den man auf den ersten Blick nicht sieht, der aber maßgeblich ist.

Wenn schon weg, dann ...

Vermutlich schätzt sich jeder Spieler im Kader des FC Bayern stolz und glücklich, beim FC Bayern spielen zu dürfen. Natürlich hat der eine oder andere vielleicht auch den Kindheitstraum, mal in Spanien oder England zu spielen - legitim. Robert Lewandowski beispielsweise, dem nachgesagt wird, er wolle unbedingt früher oder später für Real Madrid spielen. Das mag man nun nachvollziehen oder nicht. Doch von einem Spieler, dessen ultimativer Wunsch es ist, für Manchester City zu spielen, ist nichts bekannt. 

Dass ein Leistungsträger den "Käuferverein" FC Bayern (O-Ton Karl-Heinz Rummenigge) verlässt, kommt ohnehin gefühlt nur einmal pro Jahrzehnt vor. Michael Ballack (2006 zu Chelsea) oder Toni Kroos (2014 zu Real Madrid) waren die einzigen Spieler in den vergangenen 15 Jahren, deren Weggang man gerne verhindert hätte. Selbst Bastian Schweinsteigers Abschied im vergangenen Sommer zu Manchester United konnte man - rein sportlich - verschmerzen. Die Bayern-Fans haben also so gut wie nichts zu befürchten.

Ein Mann, ein Wort - Teil 2

Auch wenn sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge nach der Verpflichtung von Serdar Tasci ein klitzekleines Glaubwürdigkeitsproblem einhandelte - Rummenigge dementierte am Wochenende einen Transfer mit den Worten "Es gibt in der Winterperiode keine guten Spieler, die von guten Vereinen abgegeben werden" - so dürfte folgende Aussage des Vorstandsvorsitzenden wesentlich schwerer wiegen. Auf die Frage, ob Pep Guardiola Spieler des FC Bayern zu seinem neuen Klub mitnehmen wird, sagte Rummenigge: "Das kann ich ausschließen." 

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