Heynckes machte das besser

Magath: Peps Rotationen könnten zum Eigentor werden

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Für die tz analysiert Kolumnist Felix Magath immer montags die Lage im deutschen Fußball.

München - Felix Magath wirft in seiner Kolumne "Hart aber Felix" einen kritischen Blick auf das Saisonfinale der Bayern. Er gibt Pep Guardiola den Rat, sich an seinem Vorgänger zu orientieren.

Was ist da los? Erst die Hinspiel-Niederlage gegen Atlético Madrid im Champions-League-Halbfinale, nun das „Straucheln“ gegen Mönchengladbach. Geht den Bayern auf der Zielgerade etwa die Puste aus? Den Meistertitel holt sich der Rekordmeister trotz des Patzers gegen die Borussia. Aber um diesen Titel geht es auch gar nicht. Der Blick richtet sich ausschließlich auf das Rückspiel morgen gegen Atlético.

Eines vorweg: Die Bayern werden ins Endspiel Ende Mai in Mailand einziehen! Die Mannschaft von Pep Guardiola wird die Sache drehen. Die größere individuelle Klasse der Einzelspieler wird sich durchsetzen. Und die spricht klar zugunsten der Bayern. Sie waren fußballerisch schon im Hinspiel das bessere Team. Dennoch hieß es am Ende aus Münchener Sicht 0:1. Zum einen imponierte durchaus die beherzte Leistung von Atlético. Die Mannschaft hat zwar nicht die großen spielerischen Mittel wie der FC Bayern, glich dies jedoch mit Laufbereitschaft und Kampfkraft aus. Die Spieler hauten sich rein, grätschten, schauspielerten ein wenig. Das gehört in einem internationalen Topspiel dazu.

Magath: Müller auf der Bank war eine mutige Entscheidung

Zum anderen konnten die Spanier vor allem in der Anfangsphase den Deutschen Meister überraschen und mit ihrem aggressiven Stil den Umstand ausnutzen, dass die Bayern-Spieler nach vorgenommenen Aufstellungs- und Positionswechseln sich scheinbar erst finden mussten. So legte David Alaba, der in Madrid wieder als Innenverteidiger aufgeboten wurde, beim Slalom-Lauf von Saul Niguez vor dessen Tor ein unglückliches Zweikampfverhalten an den Tag. Auch signalisierte die Aufstellung der Bayern vielleicht unterschwellig, dass man gegen diesen Gegner nicht unbedingt die beste Mannschaft benötigt. Auf einen Thomas Müller in solch einem Spiel und dieser Phase der Saison zu verzichten, war ziemlich mutig von Guardiola. Müller ist schließlich der Spieler, der die wichtigen Tore macht – und ein absoluter Fixpunkt in diesem Team.

Gegen schwächere Teams wirken sich Rotationen im Ergebnis in der Regel nicht aus. In der Bundesliga oder auch in der Champions-League-Gruppenphase fallen Umstellungen und Wechsel kaum ins Gewicht und dadurch manchmal nicht einmal auf. Gegen gleichwertige Gegner aber kann es dann schon einmal eine Niederlage „setzen“. Und – viel wichtiger – es ist natürlich eine Frage der Philosophie, wie eine Mannschaft ein System verinnerlicht. Zu häufige Veränderungen hemmen diesen Prozess.

Bei Heynckes gab es einen festen Kern

Es ist durchaus möglich, eine Mannschaft so zu trainieren, dass sie über 50 Pflichtspiele in einer Saison bestreiten kann. Beim FC Bayern herrscht sowieso nicht in jeder Partie eine Belastung von 100 Prozent. Durch ständige Wechsel sind Qualität und Sicherheit gefährdet, die man in Topspielen braucht. Für die wichtigste Phase der Saison braucht es ein System, in dem jeder Spieler seine Aufgabe genau kennt. Bei einer Mannschaft können sich nur schwer Automatismen entwickeln, wenn das Team Woche für Woche auf zahlreichen und vor allem Schlüssel-Positionen gewechselt wird. Jupp Heynckes hat es in der Triple-Saison verstanden, einen klaren Mannschaftskern zu bilden, der dann die Erfolge eingefahren hat.

Felix Magath

FC Bayern München gegen Atlético Madrid: Champions League live im TV und Live-Stream

Gute Nachricht für Fußball-Fans: Das Champions-League-Halbfinale wird im Free-TV und im kostenlosen Live-Stream übertragen. Wir haben bereits zusammengefasst, wie Sie das Spiel FC Bayern München gegen Atlético Madrid live im TV und im Live-Stream sehen können.

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