tz-Kolumne

Heinrich heute: Heimtore müssen endlich doppelt zählen

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Der FC Bayern ist raus.

München - tz-Kolumnist Jörg Heinrich betrachtet in der Rubrik "Heinrich heute" die Sportwelt. Diesmal schreibt er über die Europapokal-Arithmetik.

Das ist bitter für den FC Bayern! Der größte aller Titel bleibt Pep versagt. Und alles nur wegen dieser blöden Auswärtstoreregel. 1965 hatte jemand die mathematisch zweifelhafte Idee, dass Auswärtstore doppelt zählen – höchstwahrscheinlich war’s der Blattersepp, man traut ihm alles zu. Damals passte die Regel zum Zeitgefühl: Die Frau blieb daheim bei Kindern und Küche, der Mann ging schuften. Er musste vor allem auswärts zeigen, was er kann, in der Fabrik, auf dem Bau. Und so entstand die Regel, die Leistungen auswärts besonders belohnte. Doch heute leben wir in einer völlig anderen Welt. Heute muss der Mann vor allem daheim seinen Mann stehen, in der Elternzeit, beim Windelwechseln, beim veganen Kochen oder beim Männer-Yoga mit den Kumpels. Deshalb wird’s Zeit, dass Heimtore doppelt zählen. Gern auch nachträglich fürs „Halbfinale dahoam“.

Jörg Heinrich

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