tz-Reporter Sven Westerschulze

Hey, Leute, ich bin doch gar kein Star!

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Sven Westerschulze.

Peking - tz-Reporter Sven Westerschulze  berichtet vor Ort von der Chinareise des FC Bayern. Für einen Tag konnte er sich dort neben den gefeierten Kickern auch ein wenig als Star fühlen.

Es dauerte keine zwei Minuten, da war das erste Selfie hochgeladen. Von – natürlich – Mario Götze. Die Bayern hatten am Donnerstagabend gerade erst den Flieger betreten, schon grüßte der 23-Jährige mit Jerome Boateng aus der Business Class der Boeing 747. Auf dem Weg zum Gate zeigte sich auch Thomas Müller gut aufgelegt. Einem Fan, der unbedingt ein Foto mit ihm machen wollte, verschlug es die Sprache. Der Spaßvogel im Team der Münchner nahm es mit Humor. „Hallo, ich bin Thomas Müller“, sagte er und reichte seiner Verehrerin die Hand. Auch andere Spieler waren gut drauf, lachten viel. Und das, obwohl sie vor neun anstrengenden Tagen standen. Denn neben vier Flügen und drei Testspielen warten auch viele Trainingseinheiten und Marketingtermine. Und jederzeit Fans, die immer und überall auf das Selfie ihres Lebens lauern. Meistens in Scharen. Das kann dann schon mal dauern. Doch schlechte Laune? Fehlanzeige – bislang zumindest.

Auch wenn sich der sportliche Mehrwert der Reise in Grenzen hält, dürften die Bayern seit gestern Gefallen an China gefunden haben. Dieser unglaubliche Empfang hat die Spieler beeindruckt. Hier wollen alle ein Stück von ihnen abhaben – selbst die Ordnungshüter. Ehe Pep Guardiola am Flughafen in Peking durch die Passkontrolle ging, stand ein Selfie-Marathon mit chinesischen Polizisten auf dem Programm. Gut, mit so einem Hype um die Stars war zu rechnen. Doch dass die Chinesen sogar noch weiter gehen, damit hatte ich nicht gerechnet. Einen Kollegen hatte ich vor der Reise noch milde belächelt. Er sagte mir, dass auch ich als Gejagter auf der Hut sein müsse. Seit gestern weiß ich – er hatte recht. Als ich mich mit den anderen mitgereisten Journalisten auf den Weg zum Bus machte, liefen plötzlich zwei Einheimische hinter uns her. Und fragten tatsächlich nach einem Foto. „Wieso denn mit mir? Ich bin doch gar kein Star“, waren meine ersten Gedanken. Das haben wir auch versucht, ihnen zu erklären. Doch das war egal. Dazu waren sie so freundlich, wir konnten gar nicht Nein sagen. In China durfte ich mich also auch zum ersten Mal als Star fühlen, wenn auch nur einen Tag. Aber die Reise hat ja gerade erst begonnen…

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