Vor dem DFB-Pokal-Spiel

Jansen: "Kopf oben halten gegen Bayern"

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„Für das Spiel gegen Bayern ist es jetzt wichtig, dass wir den Kopf oben behalten und den Kampf annehmen“, sagt Marcell Jansen (l).

Berlin - Und jetzt kommen auch noch die Bayern. Der kurze Hoffnungsstreifen für den HSV ist schon wieder verschwunden. In Berlin war für den taumelnden Dino und Rückkehrer Lasogga nichts zu holen.

Der Hoffnungsträger für neue, bessere HSV-Zeiten bemühte sich sofort nach dem Rückschlag von Berlin um möglichst geräuschlose Schadensbegrenzung. Nur keine Zweifel wieder, nur keine neuen aufreibenden Diskussionen um den Weg aus der Dauerkrise beim weiter taumelnden Bundesliga-Dino. „Wir müssen das Konzept weiterfahren. Es hat allen gestern noch gefallen“, sagte Hamburgs Coach Joe Zinnbauer, der das deutliche 0:3 bei Hertha BSC als Betriebsunfall noch ohne größeren Schaden einstufte. „Wir müssen das durchziehen und den Spielern Vertrauen geben. Auch wenn die beiden Gegner, die jetzt kommen, ganz schwer werden“, sagte Zinnbauer.

Dass ausgerechnet vor dem Pokalspiel am Mittwoch gegen den derzeit unschlagbar wirkenden FC Bayern sowie die nächste Liga-Partie gegen ambitionierte Leverkusener und Wolfsburger die Mini-Hoffnungs-Serie von zwei Spielen ohne Niederlage schon wieder zu Ende ist, traf die Hamburger dennoch hart. „Wir müssen schnell runterkommen und sehen, dass wir die Richtigen finden gegen Bayern“, formulierte Zinnbauer, der am 9. Spieltag der Fußball-Bundesliga Neuzugang Lewis Holtby zunächst auf der Bank gelassen hatte und dafür erneut auf Rafael van der Vaart als Spielmacher setzte - mit ernüchternder Bilanz.

Fünfte Saison-Niederlage, dritte Pleite gegen Hertha ohne eigenen Torerfolg nacheinander, sechstes Liga-Spiel in der neuen Spielzeit ohne Treffer: „Für das Spiel gegen Bayern ist es jetzt wichtig, dass wir den Kopf oben behalten und den Kampf annehmen“, bemerkte Marcell Jansen. Der quasi Ex-Nationalspieler stand vor 58 768 Zuschauern im Berliner Olympiastadion, unter ihnen auch Bundestrainer Joachim Löw, als Symbol für die HSV-Qualen. Nach 59 Minuten scheiterte der in die Startelf gerückte Jansen, freigespielt von van der Vaart, an Hertha-Keeper Thomas Kraft - Hamburgs einzige echte Chance.

Nur Sekunden später nahm das neue Unglück für die Norddeutschen seinen Lauf. Mit dem ersten seiner zwei Tore (59. und 85. Minute) belohnte der frühere Hamburger Änis Ben-Hatira das größere Engagement der Gastgeber, für die zudem der Niederländer John Heitinga (65.) mit seinem ersten Bundesligator überhaupt traf. „Insgesamt defensiv tadellos, wenn man nur eine Chance in 90 Minuten zulässt. Und offensiv hat unser Spiel viel Freude gemacht“, fasste Hertha-Coach Jos Luhukay den dritten Heimerfolg seines Teams in Folge zusammen.

„Leider müssen wir jetzt wieder zwei Wochen warten auf das nächste Heimspiel“, fügte der 51-Jährige nach seinem 100. Bundesligaspiel als Trainer lächelnd hinzu. Mit elf Punkten hat Hertha erst einmal etwas Abstand zur gefährlichen Keller-Zone. „Ich bin einfach nur froh, dass ich doch getroffen habe“, kommentierte Ben-Hatira seinen Doppelpack, nachdem er zuvor eine Reihe von Chancen noch vergeben hatte. „Aber am wichtigsten ist der Sieg für die Mannschaft, es geht nicht um mich.“

Der HSV bleibt mit einem einzigen Sieg (beim kriselnden BVB) und sechs Punkten als 16. unten drin. Doch Zinnbauer will jeden Ansatz von Panik vermeiden: „Jetzt nach einer Niederlage wieder alles infrage zu stellen, ist der falsche Weg, der falsche Ansatz“, meinte der Trainer: „Wir müssen die Köpfe hochnehmen.“ Über die Fehler von Berlin aber will er sich „noch unterhalten“, kündigte Zinnbauer an.

In Schutz nahm der Hamburger Coach ausdrücklich seinen Stürmer Pierre-Michel Lasogga. Der Ex-Herthaner blieb bis auf eine Fast-Aktion, als Torwart Kraft schon nach 29 Sekunden weit vor dem Strafraum gegen seinen ehemaligen Kollegen klären musste, auffällig unauffällig. „Man kann das Spiel nicht an Pierre Lasogga festmachen. Wir haben zehn andere Spieler auf dem Platz, die auch Tore machen können und die Spieleröffnung machen sollen“, betonte Zinnbauer: „Im Nachhinein war es für Pierre kein einfaches Spiel.“

Pfiffe von den Hertha-Fans, keine Vorlagen von seinen Mitspielern: Für den besten HSV-Saisonschützen (2 Tore) - nur Nicolai Müller (1) traf außerdem - war es ein gebrauchter Tag. Wie für den ganzen HSV.

dpa

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