46-Jähriger kennt auch PSV Eindhoven

Ex-Bayer ten Hag im tz- Interview: „Darauf müssen die Bayern aufpassen“

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Einst beim FC Bayern: Erik ten Hag kennt sich auch niederländischen Fußball aus.

Utrecht - Erik ten Hag kennt sowohl den FC Bayern als auch die PSV Eindhoven. Vor dem direkten Duell spricht er im Interview über die Ausgangsposition und die Stärken der Gäste.

Den FC Bayern hat Erik ten Hag vor knapp anderthalb Jahren verlassen, das Treiben beim Rekordmeister verfolgt er aber immer noch. Inzwischen ist der 46-Jährige, der von 2009 bis 2012 bei der PSV Eindhoven als Co-Trainer tätig war, als Coach beim holländischen Erstligisten FC Utrecht zuständig. Die PSV kennt er gut, am ersten Spieltag der Eredivisie traf er mit Utrecht auf den Meister und verlor 1:2. Vor dem CL-Duell am Mittwochabend analysiert der ehemalige Trainer der FCB-Amateure in der tz die PSV.

Herr ten Hag, die Bayern sind seit drei Spielen sieglos. Ist die PSV am Mittwoch stark genug für eine Sensation?

Ten Hag: Die Mannschaft hat in der vergangenen CL-Saison gezeigt, dass sie mit den großen Teams mithalten kann. Und mit Philip Cocu hat Eindhoven einen Trainer, der seine Spieler auf jeden Gegner gut einstellen kann. Aber die PSV kommt zum falschen Zeitpunkt nach München. Ein viertes Spiel ohne Sieg kann sich der FC Bayern nicht erlauben. Nach den letzten Ergebnissen müssen sie am Mittwoch eine Reaktion zeigen und werden heiß auf das Spiel sein. In so einer Verfassung sind die Bayern am gefährlichsten.

Warum steht Eindhoven in der Eredivisie nur auf Platz vier - mit neun Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Feyenoord?

Die Spieler der PSV Eindhoven.

Ten Hag: Das ist eine gute Frage. Vom Kader her ist die PSV das stärkste Team in unserer Liga. Ich sehe sie auch immer noch als Titelkandidat, aber neun Punkte sind schon viel. Dabei hat sich das Gesicht der Mannschaft nicht groß verändert im Vergleich zum Vorjahr. Einzig Jeffrey Bruma ist nach Wolfsburg gegangen, ansonsten haben sie alle Leistungsträger gehalten und sogar noch verstärkt. Aber auch in der vergangenen Saison war zu beobachten, dass Eindhoven in den Ligaspielen rund um die CL-Begegnungen öfters mal Punkte hat liegen lässt. So wie am Wochenende, als es zuhause gegen Almelo nur ein enttäuschendes 1:1 gab.

Tritt Eindhoven wie eine typisch holländische Mannschaft auf?

Ten Hag: In der Liga schon. Da treten sie dominant auf und diktieren die meisten Spiele…

… und in der CL?

Ten Hag: Spielen sie doch ein wenig defensiver und setzen vermehrt auf Konter. Das Niveau der Gegner ist allerdings auch ein anderes. Mich würde es daher nicht wundern, wenn Cocu seine Mannschaft in München mit einer Fünferkette auf den Platz schickt. Eins sollte man aber nicht vergessen: Die PSV schafft es unheimlich gut, sich auf starke Mannschaften einzustellen und ihnen Paroli zu bieten. Das haben im letzten Jahr schon Manchester United und Atlético Madrid zu spüren bekommen.

Aber die Bayern haben ihre vergangenen 13 CL-Heimspiele alle gewonnen…

Ten Hag: Und genau das ist das Problem für Eindhoven. Bayern ist so unglaublich heimstark, dass es in der Allianz Arena fast für niemanden etwas zu holen gibt. Nicht nur deshalb sind sie der große Favorit. Das Niveau in unserer Liga ist bei Weitem nicht so hoch wie in der Bundesliga, da klafft schon noch ein großer Unterschied. Wenn die PSV gegen den FCB tatsächlich etwas ausrichten kann, dann vor eigenem Publikum. Im Rückspiel in Eindhoven ist eine Überraschung eher möglich.

Wen müssen die Münchner Mittwochabend trotzdem im Auge haben?

Ten Hag: Es gibt nicht den überragenden Superstar. Luuk de Jong zählt sicher zu den stärksten und bekanntesten Spielern, er war für Gladbach ja auch mal in der Bundesliga aktiv. In Eindhoven gehört er mit Innenverteidiger Hector Moreno, Andres Guardado, der das spielt von hinten aufbaut und lenkt, und Offensivantreiber Davy Pröpper zur Achse der PSV, die für ihr Spiel sehr wichtig ist. Aufpassen müssen die Bayern auch auf Luciano Narsingh. Ein schneller und gefährlicher Außenstürmer.

Interview: Sven Westerschulze

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