Interview mit Fanclub "Münchner Borussen"

BVB-Fans: Hass auf Lahm & Robben - Hummels soll Finale nicht spielen

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Philipp Lahm und Arjen Robben kommen bei den "Münchner Borussen" gar nicht gut an.

München - Im zweiten Teil des Interviews verraten zwei Vorstände des BVB-Fanclubs "Münchner Borussen", warum sie Mats Hummels im Pokalfinale am liebsten auf der Tribüne sehen würden, welche Bayern-Spieler sie gar nicht mögen und warum sie ein Hoeneß-Comeback begrüßen würden.

Wen mögt beziehungsweise respektiert Ihr als BVB-Fans eigentlich beim FC Bayern? 

André: Mhm, da muss ich lange nachdenken. Von den Funktionären sicherlich keinen. Wenn man einen aussuchen muss, dann vielleicht noch am ehesten Thomas Müller.

Karsten: Stimmt. Über Thomas Müller kann man sagen, was man will. Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er jemals den FC Bayern verlassen würde. Er liebt seine Stadt, er liebt den Verein und ist DAS Aushängeschild, nachdem Bastian Schweinsteiger den Klub verlassen hat.

Und wen hasst Ihr am meisten?

Karsten und André wollen ihre Gesichter nicht öffentlich zeigen.

André: Ich persönlich Philipp Lahm! Nach dem Dortmunder 5:2 im Pokalfinale 2012 stellt sich diese halbe Figur vor die Kameras und sagt, dass Bayern die klar bessere Mannschaft war. Also wenn der nicht zu heiß gebadet wurde, dann weiß ich auch nicht. Daneben gibt es noch die anderen Hassfiguren, wie etwa Uli Hoeneß. Den schätze ich als Menschen zwar, weil er sehr viele karitative Sachen gemacht hat, aber er ist einfach eine richtige Reizperson. Und dann natürlich die Nummer 19. Da sitzt der Stachel bei mir noch ziemlich tief. Wahrscheinlich, weil er für mich einfach das Talent schlechthin war, gewissermaßen der zweite Messi. Und der muss ausgerechnet zu den Roten gehen. Darüber komme ich einfach nicht hinweg.

Karsten: Für mich ist es Arjen Robben. Man sieht den Typen und entweder mag man ihn oder man hasst ihn. Ich mag ihn absolut nicht. Der geht gar nicht. Dieser Schwalbenfußball, dieses Rumgewinsel bei angeblichen Fouls, egal ob gegen Dortmund oder eine andere Mannschaft. Er ist einfach ein Unsympath.

Wollte der FCB Hummels wegen der sportlichen Qualität oder ging es nur um die Schwächung des einzigen ernsthaften Konkurrenten?

Karsten: Sowohl als auch. Bei den Bayern gibt’s ja noch andere Innenverteidiger wie Martinez oder Badstuber. Der ist eigentlich auch so eine typische Bayern-Identifikationsfigur, kommt aus der eigenen Jugend. Er tut mir echt leid mit seinem Verletzungspech. Wenn er sich nicht so oft verletzt hätte, dann hätten die Bayern vielleicht gar nicht über Hummels nachgedacht. Aber er ist einer der besten Innenverteidiger der Welt, den müssen wir erst mal ersetzen.

André: Hummels ist eine Verstärkung, aber sicher wollten die Bayern uns auch schwächen. Das ist ja kein Zufall, dass nach der Nummer 19 und Lewandowski jetzt der dritte Spieler aus Dortmund geholt wurde. Die Bayern haben natürlich gemerkt, dass wir der größte Konkurrent sind, und haben einfach die Macht, solche Spieler zu holen. Dortmund zu schaden, spielt auf jeden Fall eine Rolle, wenn auch nicht die wichtigste.

Kann der BVB dem FC Bayern künftig Paroli bieten oder ist die Vormachtstellung auf Jahre hinaus zementiert?

André: Die Vormachtstellung werden die Roten immer haben, auch wenn sie mal ein Jahr keinen Titel holen und nur Dritter oder Vierter werden sollten. Das wird sich die nächsten 20 Jahre nicht ändern. Trotzdem haben wir die Abgänge immer sehr gut kompensiert und auch ein Mats Hummels ist nicht unersetzbar.

Am Samstag steht ja noch ein nicht ganz unwichtiges Spiel an. Was erwartet Ihr von Hummels im Pokalfinale?

André: Ich fände es gut, wenn es so läuft wie damals bei der Nummer 19. Nachdem sein Wechsel öffentlich wurde, hat er sich ja „aus Versehen“ verletzt und konnte deswegen die letzten drei Saisonspiele nicht mehr bestreiten. Und das wünsche ich mir bei Hummels genauso. Er soll sich einfach vorher „aus Versehen“ den kleinen Zeh brechen oder sonst was. Einfach gar nicht spielen, dann gibt es keine Diskussionen. Die sportliche Schwächung würde ich in dem Fall in Kauf nehmen. Mit dieser Meinung stehe ich allerdings ziemlich alleine da, das weiß ich.

Karsten: Ich finde, er sollte einmal noch die Arschbacken zusammen kneifen und alles geben.

Und was, wenn er den entscheidenden Elfmeter für Bayern verschuldet, ein Eigentor schießt oder in einem möglichen Elfmeterschießen vergibt?

André: Genau! Deswegen sage ich: Wenn er nicht spielt, kann er nichts falsch machen. Ansonsten gibt es auch die Gefahr, dass er ausgepfiffen wird, was sich auf die ganze Mannschaft auswirken würde. Wenn er spielt, soll er die Leistung bringen, die er bringen kann, und zwar bis zum Abpfiff.

Das erste Pflichtspiel der neuen Saison ist der Supercup (14. August), Dortmund gegen Bayern. Wie wird Hummels empfangen werden?

Karsten: Herzlich Willkommen, kann ich da nur sagen (lacht abfällig).

Bayern holte Götze, Lewy, Hummels, der BVB verpflichtete Reus und Castro: Gibt's für Euch da einen Unterschied?

André: Es stimmt, wir als BVB machen das ähnlich, wenn auch in abgeschwächter Form. Aber wir haben natürlich die schwarz-gelbe Brille auf und sehen unseren Verein extrem durch die Bayern geschwächt. Das ist bei den Roten seit Jahren gang und gäbe: die Topspieler von den direkten Konkurrenten zu holen und sie dann teilweise auf der Ersatzbank vergammeln lassen.

Mal umgedreht: Welche Bayern-Spieler würden denn gut zum BVB passen?

André: Xherdan Shaqiri, aber der spielt ja leider nicht mehr bei Bayern (inzwischen bei Stoke City; Anmerk. d. Red.). Diese kleine, herrliche Kampfsau, dieser Kraftwürfel, der technisch was auf dem Kasten hat, der schnell und torgefährlich ist, den hätte ich gerne bei Borussia Dortmund gesehen. Aus dem aktuellen Kader könnte vielleicht noch Lewy zurückkommen, aber eigentlich will ich gar keinen Roten bei uns sehen.

Noch eine Frage zur sportlichen Rivalität abseits der Hummels-Personalie: Wie seht Ihr die mögliche Rückkehr von Uli Hoeneß aufs Bayern-Präsidentenamt?

Karsten: Er vertritt zumindest eine klare Meinung und tritt anders auf als Karl-Heinz Rummenigge. Hoeneß tut den Bayern gut, mehr als Rummenigge. Über die Person Hoeneß kann man sicherlich streiten und ich will seine Steuerhinterziehung auch gar nicht verharmlosen. Und ich finde auch, dass man ihn hätte härter bestrafen müssen. Aber rein aus sportlicher Sicht ist er für die Bayern der Macher. Wenn er wieder Präsident werden will, wird er es auch.

André: Bei Bayern funktioniert nichts ohne Hoeneß, selbst als er im Knast saß, war das so. Er war über alle wichtigen Entscheidungen informiert und hat seinen Senf dazugegeben. Hoeneß war nie weg und wird sicher das Präsidentenamt wieder übernehmen. Und dann wird er auch nicht mehr zurückgepfiffen werden wie bei der Hummels-Geschichte, sondern ist unantastbar. Wir haben zwar oft über ihn geflucht, weil er oft Stunk gemacht hat. Aber er wird der Bundesliga insgesamt gut tun, wenn er wieder zurückkommt. Er ist eine Reizfigur, aber solche Typen braucht der Fußball.

Karsten: Hoeneß ist es zumindest gewohnt, dass man sich an ihm reibt oder ihn angreift. Er hat ein dickeres Fell als zum Beispiel Rummenigge und mit ihm kann man besser diskutieren.

Hier geht's zum 1. Teil des Interviews: Was hat der Wechsel von Mats Hummels von Borussia Dortmund zum FC Bayern ausgelöst unter den BVB-Anhängern? Warum wurde der Kapitän von den eigenen Leuten ausgepfiffen? Und welche Rolle spielte Hummels' Gattin Cathy? Das Interview mit den Vorständen André und Karsten von den "Münchner Borussen", dem einzigen offiziellen BVB-Fanclub in der bayerischen Landeshauptstadt.

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